Reisen nach Japan werden ab dem 1. Juli 2026 spürbar teurer. Die japanische Regierung passt sowohl die Visagebühren als auch die Ausreisesteuer an. Damit erhöhen sich die Kosten für Japanreisen bereits vor dem Start des Urlaubs sowie beim Verlassen des Landes.
Visagebühren steigen deutlich – aber nicht alle sind davon betroffen
Ein wichtiger Bestandteil der Reform betrifft die Visagebühren, die für viele Touristen spürbar angehoben werden. Für ein einfaches Einreisevisum steigen die Kosten ab Juli um das Fünffache, von 3.000 Yen auf 15.000 Yen. Umgerechnet ist das aktuell ein Anstieg von 16 Euro auf etwa 82 Euro. Auch Mehrfacheinreisen werden teurer.
Die Anpassung betrifft jedoch nicht alle Reisenden gleichermaßen. Für deutsche Urlauber bleibt die Situation weitgehend unverändert. Deutschland zählt zu den 74 Staaten und Gebieten, deren Bürger für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tagen kein Visum benötigen. Damit spielt die Erhöhung in der Praxis kaum eine Rolle und beeinflusst die Kosten für Japanreisen deutscher Touristinnen und Touristen nur geringfügig.
Ausreisesteuer wird ebenfalls angehoben
Neben den Visagebühren steigt auch die sogenannte Ausreisesteuer. Sie wird von bisher 1.000 Yen auf 3.000 Yen erhöht, umgerechnet auf etwa 16 Euro. Das entspricht einem Anstieg um 11 Euro.
Die Abgabe wird automatisch mit dem Flug- oder Schiffsticket bezahlt und fällt unabhängig von der Nationalität an, somit auch für visumsbefreite Urlauber. Dadurch erhöhen sich die Kosten für Japanreisen auch am Ende des Aufenthalts noch einmal leicht.
Warum die Gebühren steigen und wohin das Geld fließt
Die japanische Regierung verweist zur Begründung der Reform auf mehrere wirtschaftliche Faktoren. Die über Jahre hinweg gestiegene Inflation sowie veränderte Währungsentwicklungen hätten dazu geführt, dass die bisherigen Gebühren nicht mehr den tatsächlichen Aufwand für Verwaltung und Einreisesteuerung widerspiegeln. Gleichzeitig betont die Regierung, dass Japan trotz der Anpassungen im internationalen Vergleich weiterhin eher niedrige Gebührenstrukturen aufweise.
Die zusätzlichen Einnahmen sollen gezielt in den Ausbau des Tourismusstandorts fließen. Geplant sind unter anderem bessere Ausstattung an stark besuchten Orten, etwa zusätzliche Abfallbehälter und sanitäre Anlagen. Zudem sollen kulturelle Einrichtungen besser erhalten, Personal aufgestockt und Verkehrswege verbessert werden. Auch Maßnahmen zur Steuerung von Besucherströmen, etwa durch Reservierungssysteme, sollen dazu beitragen, touristische Hotspots zu entlasten und das Reiseerlebnis insgesamt zu verbessern.
Was Reisende jetzt beachten sollten
Insgesamt ändern sich vor allem einige Rahmenbedingungen rund um Ein- und Ausreise. Während deutsche Urlauber von den Visagebühren in der Regel nicht betroffen sind, wird die Ausreisesteuer automatisch im Ticketpreis berücksichtigt. Für die Planung empfiehlt es sich daher, die neuen Vorgaben im Blick zu behalten – insbesondere auch vor dem Hintergrund der allgemein steigenden Kosten für Japanreisen, etwa durch höhere Eintrittspreise für touristische Attraktionen, wie sonnenklar.TV bereits berichtete.
Quellen: STERN, Japan Travel
