Wer beim Strandurlaub besonderen Wert auf Sicherheit legt, findet in Italien offenbar die besten Voraussetzungen. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, nach der das Mittelmeerland im europäischen Vergleich die niedrigste Ertrinkungsrate aufweist. Trotz einer enormen Zahl an Badegästen und tausender Badestellen kommt es dort vergleichsweise selten zu tödlichen Badeunfällen.
Tausende Badegewässer und wenige Unglücke
Italien verfügt über die größte Anzahl ausgewiesener Badegewässer in Europa. Mehr als 5.500 Badestellen befinden sich entlang der italienischen Küsten und Seen, was fast einem Viertel aller europäischen Badegewässer entspricht. Jedes Jahr reisen Millionen Urlauber in das Land, hinzu kommen zahlreiche Tagesgäste. Dennoch liegt die Zahl der tödlichen Ertrinkungsunfälle deutlich unter der vieler anderer beliebter Urlaubsländer.
Nach den veröffentlichten Daten werden in Italien durchschnittlich rund 338 Todesfälle durch Ertrinken pro Jahr registriert. Bezogen auf die Einwohnerzahl entspricht dies etwa 5,7 Todesfällen je einer Million Menschen. Damit schneidet Italien besser ab als andere bekannte Reiseziele am Mittelmeer. In Frankreich liegt die entsprechende Rate bei 10,8, in Spanien bei 11,2. Noch höher fallen die Werte in Kroatien und Griechenland aus.
Rettungsschwimmer als wichtiger Sicherheitsfaktor
Als entscheidender Grund für das gute Abschneiden gilt das umfassende Sicherheitskonzept an den italienischen Stränden. Lizenzierte Strandanlagen sind verpflichtet, während ihrer gesamten Öffnungszeiten Rettungsschwimmer einzusetzen. Dadurch werden Badegäste kontinuierlich überwacht und im Notfall kann schnell eingegriffen werden.
Zusätzlich setzen viele Küstenregionen auf gemeinsame Rettungspläne. Entlang der Strände sorgen regelmäßig verteilte Aussichtstürme für eine nahezu lückenlose Überwachung der Badebereiche. Dieses engmaschige System unterscheidet sich nach Angaben der Studie deutlich von den Regelungen in anderen europäischen Ländern.
Unterschiede zu anderen Urlaubsländern
So hängt die Strandüberwachung in Spanien häufig von den finanziellen Möglichkeiten der jeweiligen Gemeinden ab und ist oftmals zeitlich begrenzt. In Frankreich besteht keine allgemeine Verpflichtung, alle Strände dauerhaft mit Rettungsschwimmern zu besetzen. Griechenland schreibt entsprechende Sicherheitsmaßnahmen nur für besonders stark besuchte Strände vor.
Sicherheit bleibt überall wichtig
Europaweit sterben jedes Jahr fast 5.000 Menschen durch Ertrinken. Neben Frankreich und Spanien zählen auch Deutschland, Polen, Rumänien, Griechenland und Italien zu den Ländern mit den höchsten absoluten Fallzahlen. Aufgrund der deutlich geringeren Ertrinkungsrate im Verhältnis zur Bevölkerung gilt Italien jedoch als besonders sicheres Reiseziel für Badeurlauber.
Unabhängig vom Urlaubsort sollte man daher ausschließlich an bewachten Badestellen schwimmen und grundlegende Baderegeln einhalten. Dazu gehören unter anderem der Verzicht auf Alkohol vor dem Baden, das Meiden von Überanstrengung sowie besondere Vorsicht bei Strömungen und Gewittern. Diese Maßnahmen können das Risiko schwerer Badeunfälle erheblich reduzieren.
Quelle: reisereporter.de
