Die Elbphilharmonie gehört längst zu den bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands und ist für viele Besucher ein fester Programmpunkt bei einem Hamburg-Besuch. Besonders beliebt ist die Plaza – die öffentliche Aussichtsplattform in rund 37 Metern Höhe, die einen beeindruckenden Blick über Hafen, Elbe und die Innenstadt bietet. Doch mit der bislang kostenlosen Nutzung ist bald Schluss: Ab dem 5. Oktober 2026 wird für den Besuch der Plaza ein Eintritt erhoben.
Fünf Euro für den Blick über den Hafen
Nach den Plänen des Hamburger Senats kostet der reguläre Eintritt für die Elbphilharmonie Plaza künftig fünf Euro, ermäßigte Tickets werden für drei Euro angeboten. Die neue Regelung ist Teil des Haushaltsentwurfs für die Jahre 2027 und 2028 und soll zusätzliche Einnahmen für die Hansestadt schaffen. Nach Angaben der Finanzbehörde sei dieser Schritt angesichts der angespannten Haushaltslage notwendig geworden.
Obwohl der Haushaltsplan erst noch von der Hamburgischen Bürgerschaft beraten und verabschiedet werden muss, soll die neue Eintrittsregelung bereits zum 5. Oktober in Kraft treten. Damit reagiert die Stadt auf die hohen Kosten für Betrieb und Unterhaltung der stark frequentierten Besucherplattform. Bislang mussten Besucher zwar ein Ticket für die Plaza reservieren, dieses war jedoch kostenlos. Das soll sich nun ändern.
Plattform als Topspot bei Besuchern Hamburgs
Die Plaza der Elbphilharmonie zählt seit ihrer Eröffnung Ende 2016 zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Hamburgs. Allein im vergangenen Jahr kamen mehr als 2,2 Millionen Gäste auf die Plattform. An besonders stark besuchten Tagen nutzen bis zu 17.000 Menschen die Möglichkeit, den Rundgang zwischen der historischen Backsteinfassade und dem markanten Glasaufbau des Konzerthauses zu genießen.
Die Aussichtsplattform befindet sich auf der achten Etage des Gebäudes und bietet nahezu einen Rundumblick über den Hamburger Hafen, die Speicherstadt, die Elbe sowie große Teile der Innenstadt. Gerade für Touristen gehört sie zu den beliebtesten Fotospots der Stadt. Schon seit Jahren war immer wieder darüber diskutiert worden, für den Zugang zur Plaza Eintritt zu verlangen. Nach Angaben der Kulturbehörde sei eine Gebührenpflicht bereits in den ursprünglichen Planungen vorgesehen gewesen. Aus verschiedenen Gründen blieb der Zugang jedoch bislang kostenfrei.
Symbolischer Wandel für Hamburgs „größten Balkon“
Die Einführung des Eintritts hat auch eine symbolische Bedeutung. Zur Eröffnung der Elbphilharmonie im Jahr 2017 hatte der damalige Hamburger Bürgermeister und spätere Bundeskanzler Olaf Scholz die Plaza als den „größten Balkon der Stadt“ bezeichnet. Damals versprach er, jede Hamburgerin und jeder Hamburger könne diesen Ort als „unseren Balkon“ betrachten – frei zugänglich für alle. Mit der nun beschlossenen Eintrittsgebühr verabschiedet sich die Hansestadt zumindest teilweise von diesem ursprünglichen Versprechen, auch wenn die Plaza selbstverständlich weiterhin für jedermann zugänglich bleibt – künftig allerdings gegen Bezahlung.
Die Elbphilharmonie selbst blickt auf eine bewegte Entstehungsgeschichte zurück. Ursprünglich sollte das Konzerthaus bereits 2010 fertiggestellt werden. Stattdessen wurde es erst Anfang 2017 eröffnet. Auch die Baukosten sorgten bundesweit für Schlagzeilen: Aus zunächst kalkulierten 77 Millionen Euro wurden am Ende rund 789 Millionen Euro. Heute gilt die Elbphilharmonie jedoch als internationales Wahrzeichen Hamburgs und zieht jedes Jahr Millionen Gäste aus aller Welt an.
Eintrittspreise für einst kostenlose Attraktionen kein Einzelfall
Mit der Einführung eines Eintrittspreises folgt Hamburg zudem einem Trend, den auch andere bekannte Sehenswürdigkeiten eingeschlagen haben. So erhebt beispielsweise auch der Kölner Dom künftig von touristischen Besuchern Eintritt für den Innenraum, während Gottesdienstbesuche weiterhin kostenlos bleiben.
Für Besucher der Elbphilharmonie bedeutet die neue Regelung vor allem eines: Wer künftig den spektakulären Ausblick über Hamburg genießen möchte, sollte bei der Reiseplanung zusätzlich fünf Euro pro Person einplanen.
Quelle: faz.net / dpa
