Marianna Masadi steht mit ihrer Musik im Éntekhno-Stil ganz in der Tradition griechischer Stars wie Nana Mouskouri und Vicky Leandros. Jetzt feiert die Sängerin mit ihrem neuen Titel „Auf Korfu will ich glücklich sein“ TV-Premiere: Am Freitag, 26. Juni, ist die Deutsch-Griechin ab 19 Uhr in der der FLY & HELP-Show auf sonnenklar.TV zu erleben. Im Interview spricht sie über Heimatgefühle, Glücksorte in Griechenland und über die Traumhochzeit ihrer Tochter Lia mit Jens „Knossi“ Knossalla.
Du bist auf der Schwäbischen Alb geboren, aber sehr oft auch in Griechenland – welches Land ist Deine Heimat?
Marianna: Ich lebe beide Kulturen in mir – und das hört man auch in meinen Liedern. In Griechenland vermisse ich manchmal die deutsche Struktur, in Deutschland dagegen die Leichtigkeit und das Temperament der Griechen. Wenn es mir irgendwo zu ruhig ist, fange ich schon mal spontan an zu singen und fordere die Leute zum Sirtaki auf. (lacht).

Wie bist Du zur Musik gekommen?
Marianna: Musik war bei uns zuhause immer präsent. Schon als Kind habe ich davon geträumt, auf der Bühne zu stehen, zu singen, zu tanzen und Menschen zu berühren.
Du hattest auch einen prominenten Förderer – den Komponisten Mikis Theodorakis, der durch den Sirtaki im Film „Alexis Sorbas“ weltberühmt wurde.
Marianna: Er war nicht nur ein großer Musiker, sondern auch politisch engagiert und darüber eng mit meinem Vater verbunden. Als Mikis in meiner Kindheit bei uns zu Besuch war und mich singen hörte, kniete er sich zu mir herunter: „Bitte geh diesen Weg weiter – ich werde dich unterstützen.“ Genau das hat er getan.

Deine Musik verbindet griechische Klangwelten mit deutschsprachigem Pop. Wo liegen Deine musikalischen Wurzeln?
Marianna: Meine musikalische Reise hat in Griechenland mit dem Éntekhno begonnen – einer tiefen und poetischen Musikrichtung, die auch Künstlerinnen wie Nana Mouskouri geprägt hat. Diese Wurzeln tragen mich bis heute.
In Deutschland ist dieser Musikstil eher unbekannt…
Marianna: Vieles, was Menschen emotional berührt, wird schnell dem Schlager zugeordnet. Aber hierzulande gibt es kein Pendant zu meiner Musik. Deshalb lasse ich mich in keine Schublade stecken. Für mich zählt nicht das Genre, sondern die Wirkung – ich möchte Menschen erreichen und ihnen Freude bereiten.
Neben Nana Mouskouri denkt man bei Deiner Musik auch oft an Vicky Leandros. Waren diese Künstlerinnen Vorbilder für Dich?
Marianna: Beide sind außergewöhnliche Künstlerinnen mit beeindruckenden Karrieren, die mich sehr inspirieren. Nana Mouskouri durfte ich bereits kennenlernen. Und mit dem Vater von Vicky Leandros, dem Komponisten Leo Leandros, war ich bis zu seinem Tod letztes Jahr sehr eng befreundet, daher kenne ich seine Tochter ebenso.
Einer deiner bekanntesten Songs heißt „Nacht in Athen“. Was macht einen Abend in Griechenlands Hauptstadt perfekt?
Marianna: Die Stadt hat eine Energie, die nachts erst richtig aufblüht – besonders im Viertel Plaka. Diese Mischung aus Musik, Tanz und gutem Essen an warmen Sommerabenden schenkt mir ein Gefühl von Freiheit. Wer das echte Nachtleben Athens erleben möchte, sollte unbedingt ein Bouzoukia besuchen – dort wird live gesungen und ausgelassen gefeiert. Manchmal fliegt sogar Geschirr! (lacht)
Und wo kommst Du zur Ruhe?
Marianna: Wenn ich nicht gerade zuhause am Tegernsee bin, schalte ich am liebsten auf Korfu ab. Dort besitzen mein Mann und ich ein Haus. Von dort blicke ich aufs Meer und auf den Pantokrator. Dieser höchste Berg der Insel strahlt mit seinem Kloster eine besondere, fast spirituelle Kraft aus.

Auch Dein neuestes Lied „Auf Korfu will ich glücklich sein“ widmet sich der Insel. Was würdest Du Urlaubern noch zeigen, um die Magie zu spüren?
Marianna: Auf jeden Fall die Altstadt – dieses venezianische Flair ist etwas ganz Besonderes. Wir würden am Liston einen Kaffee trinken, über den Spianada-Platz schlendern und durch die kleinen Gassen streifen, mit Abstechern zur Alten Festung und zum Stadtstrand Faliraki. Die Stimmung dort ist wunderschön. Und natürlich gehört das Achilleion zu Korfu einfach dazu. Kaiserin Sisi hat schon damals die Besonderheit der Insel erkannt.

Welche persönlichen Glücksmomente verbindest Du mit der Insel?
Marianna: Die einfachen Dinge: am Meer sitzen, die warme Luft spüren, Musik hören und mit Familie oder Freunden zusammen sein. Ein frischer Bauernsalat, gutes Olivenöl, warmes Brot und ein Glas Rotwein – mehr braucht es für mich nicht.
Apropos Glücksmomente: Deine Tochter Lia Mitrou wird bald mit Twitch-Star Jens „Knossi“ Knossalla vor den Traualtar treten. Stimmt das?
Marianna: Ja, wir freuen uns alle sehr und stecken schon mitten in den Vorbereitungen. Erst vor kurzem habe ich mit Lia das Brautkleid für sie ausgesucht. Die Hochzeit wird in Deutschland in engem Familienkreis und auch ohne TV-Kameras stattfinden. Zudem möchte ich für die beiden unbedingt auch eine echte griechische Feier auf Korfu organisieren.

Das Interview führte Steffen Wulf im Mai 2026.
