Wer eine Pauschalreise bucht, hat die ungefähren Urlauskosten bereits frühzeitig im Blick. Anders sieht es bei Individualtouristen aus: Ob Restaurantbesuche, Mietwagen oder der Einkauf im Supermarkt – wer seinen Urlaub selbst gestaltet, sollte nicht nur Flug- und Hotelpreise vergleichen. Auch die Lebenshaltungskosten vor Ort können das Reisebudget erheblich beeinflussen. Wie groß die Preisunterschiede zwischen den beliebtesten Mittelmeerzielen ausfallen, zeigt eine aktuelle Auswertung der europäischen Statistikbehörde Eurostat auf Basis der Preisniveauindizes für das Jahr 2025. Der sogenannte Preisniveauindex vergleicht die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten der europäischen Länder. Dabei entspricht der Durchschnitt aller 27 EU-Mitgliedstaaten dem Wert 100. Werte darüber stehen für ein höheres, Werte darunter für ein niedrigeres Preisniveau. Während einige Länder deutlich unter dem europäischen Durchschnitt liegen, müssen Urlauber anderswo wesentlich tiefer in die Tasche greifen.
Zum Vergleich: Deutschland liegt beim allgemeinen Preisniveau mit einem Indexwert von 108,3 bereits über dem EU-Durchschnitt. Österreich erreicht 113, Dänemark 140 und die Schweiz sogar 184 – der höchste Wert in Europa. Viele klassische Urlaubsländer rund ums Mittelmeer sind dagegen weiterhin günstiger.
Türkei bleibt Preis-Champion am Mittelmeer
Unter den verglichenen Urlaubsländern weist die Türkei das niedrigste allgemeine Preisniveau auf. Nach den aktuellen Eurostat-Daten liegt der Index bei 59,6 Prozent und damit rund 40 Prozent unter dem europäischen Durchschnittswert 100. Besonders günstig sind öffentliche Verkehrsmittel sowie Hotels und Restaurants. Wer Land und Leute individuell erkunden möchte, findet damit gute Voraussetzungen für einen vergleichsweise preiswerten Urlaub.
Eine Ausnahme bildet allerdings Alkohol: Bier, Wein und Spirituosen kosten aufgrund hoher Steuern mehr als doppelt so viel wie im EU-Durchschnitt. Auch Fisch und Meeresfrüchte gehören überraschend zu den teureren Warengruppen. Wer stattdessen regionale Spezialitäten probiert oder öffentliche Verkehrsmittel nutzt, kann sein Reisebudget dennoch gut im Blick behalten.
Spanien überzeugt mit konstant günstigen Preisen
Auch Spanien zählt zu den günstigeren Reisezielen rund ums Mittelmeer. Mit einem Preisindex von 91,6 liegt das Land deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Besonders bemerkenswert: Spanien ist das einzige der sieben verglichenen Länder, das in allen untersuchten Kategorien – von Hotels und Restaurants über Lebensmittel bis hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln – unter dem europäischen Durchschnitt bleibt.
Gerade für Individualurlauber macht das die Urlaubskosten relativ gut kalkulierbar. Wer unterwegs verschiedene Restaurants besucht, Ausflüge unternimmt oder sich zwischendurch selbst versorgt, muss insgesamt mit moderaten Preisen rechnen.
10 günstigste Länder (Lebensmittel & alkoholfreie Getränke)
| Rang / Position | Land | Preisindex (ca.) |
|---|---|---|
| 1 | Nordmazedonien | 73–78 |
| 2 | Rumänien | 80 |
| 3 | Türkei | 76–80 |
| 4 | Slowakei | 83 |
| 5 | Bosnien und Herzegowina | 82–85 |
| 5 | Montenegro | 82–85 |
| 7 | Bulgarien | 87–90 |
| 8 | Polen | 89–91 |
| 9 | Ungarn / Lettland | 85–92 |
| 10 | Litauen / Serbien | 90–96 |
Frankreich bleibt teuer – Italien, Griechenland und Portugal leicht unter Durchschnitt
Mit einem Preisindex von 110,3 ist Frankreich das teuerste Mittelmeerland im Vergleich und liegt sogar leicht über Deutschland (108,3). Vor allem Hotelübernachtungen, Restaurantbesuche und Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln fallen hier überdurchschnittlich teuer aus. Auch Tabakwaren und zahlreiche Lebensmittel kosten mehr als in vielen anderen Mittelmeerländern.
Italien bewegt sich mit einem Preisindex von 97,1 nur knapp unter dem europäischen Durchschnitt. Vor allem Restaurantbesuche und Hotelübernachtungen können dort das Reisebudget stärker belasten als etwa in Spanien oder Portugal. Dafür schneiden Getränke sowie Fischgerichte im Vergleich oft günstiger ab. Insgesamt bleibt Italien damit ein Reiseziel, bei dem sich die Urlaubskosten je nach Region und Reiseverhalten deutlich unterscheiden können.
Griechenland liegt beim allgemeinen Preisniveau ebenfalls unter dem EU-Durchschnitt. Hotels und Restaurants bewegen sich im Mittelfeld, während Lebensmittel sowie alkoholische und alkoholfreie Getränke etwas teurer ausfallen können. Besonders auffällig sind die Preise für Fisch und Meeresfrüchte, die laut Eurostat sogar über dem Niveau Frankreichs liegen.
Portugal punktet dagegen insbesondere bei Hotels und Restaurants – in keinem der verglichenen Urlaubsländer sind sie günstiger. Getränke liegen allerdings leicht über dem EU-Durchschnitt. Kroatien gilt inzwischen ebenfalls nicht mehr als klassisches Schnäppchenziel. Vor allem Restaurantbesuche sowie alkoholische und alkoholfreie Getränke schlagen dort stärker zu Buche als etwa in Spanien oder Italien.
10 teuerste Länder (Lebensmittel & alkoholfreie Getränke)
| Rang / Position | Land | Preisindex (ca.) |
|---|---|---|
| 1 | Schweiz | 145–160 |
| 2 | Island | 140–146 |
| 3 | Norwegen | ~130 |
| 4 | Dänemark | 121 |
| 5 | Luxemburg | 122 |
| 6 | Irland | ~116 |
| 7 | Finnland | 110–115 |
| 8-10 | Österreich / Malta / Frankreich / Schweden | 108–112 |
Preiseunterschiede oft auch innerhalb eines Landes
Die Eurostat-Auswertung macht zugleich deutlich, dass das allgemeine Preisniveau nur einen Anhaltspunkt liefert. Wie viel der Urlaub tatsächlich kostet, hängt auch davon ab, wo Reisende unterwegs sind und wie sie ihren Aufenthalt gestalten. Zwischen beliebten Ferienorten und ländlichen Regionen bestehen häufig deutliche Preisunterschiede. Wer regionale Restaurants besucht oder auf Märkten einkauft, zahlt vielerorts spürbar weniger als in klassischen Touristenhochburgen.
Auch die eigenen Konsumgewohnheiten spielen eine wichtige Rolle. Ob Mietwagen oder öffentlicher Nahverkehr, Restaurantbesuche oder Selbstversorgung – all das beeinflusst das Urlaubsbudget oft stärker als das allgemeine Preisniveau eines Landes.
Tipp: Reisekosten frühzeitig im Blick behalten
Ob Restaurantbesuch, Mietwagen oder Einkauf im Supermarkt: Wer seinen Urlaub individuell gestaltet, sollte nicht nur auf Flug- und Hotelpreise achten. Auch die Lebenshaltungskosten vor Ort unterscheiden sich rund ums Mittelmeer erheblich. Eine aktuelle Auswertung der europäischen Statistikbehörde Eurostat zeigt, in welchen beliebten Urlaubsländern Reisende besonders günstig unterwegs sind – und wo die Urlaubskasse stärker belastet wird.
Für Reisende, die ihre Ausgaben möglichst gut kalkulieren möchten, kann deshalb auch eine Pauschalreise Vorteile bieten. Flüge, Unterkunft, Transfers und häufig auch Verpflegung stehen bereits vor Reisebeginn fest, sodass vor Ort meist nur noch persönliche Ausgaben für Ausflüge oder Einkäufe hinzukommen.
Quelle: morgenpost.de /Funke Mediengruppe
Weiterführende Quelle: ec.europa.eu/eurostat
