Phoenix Reisen bekommt ein neues Hochseekreuzfahrtschiff: Die Insignia von Oceania Cruises wechselt im Herbst 2027 zum Bonner Veranstalter und wird künftig unter dem Namen Alvara unterwegs sein. Ab November 2027 sind erste Kreuzfahrten im Mittelmeer geplant. Mit dem Neuzugang wächst die Hochseeflotte von Phoenix Reisen wieder auf vier Schiffe.
Insignia wird Alvara: Phoenix Reisen erweitert seine Flotte
Nach dem Abschied der MS Deutschland hat Phoenix Reisen einen Ersatz für seine Hochseeflotte gefunden. Die 1998 gebaute Insignia soll ab November 2027 als Alvara für den deutschen Reiseveranstalter fahren. Das Kreuzfahrtschiff wird im September 2027 in die Lloyd Werft nach Bremerhaven kommen. Dort erhält es den für Phoenix typischen türkisfarbenen Anstrich. Zusätzlich sind Umbauten vorgesehen, mit denen die Atmosphäre an Bord an die übrigen Schiffe der Flotte angepasst werden soll. Welche Veränderungen konkret geplant sind, hat Phoenix Reisen bislang nicht bekannt gegeben.
Die Insignia ist 30.277 BRZ groß und wurde ursprünglich als“ R One“ für Renaissance Cruises gebaut. Mit dem Wechsel zu Phoenix Reisen kehrt das Schiff auf den deutschen Kreuzfahrtmarkt zurück.
Alvara: Landstromanschluss und bewährte Betriebspartner
Phoenix-Geschäftsführer Benjamin Krumpen hebt den guten Pflegezustand und den technischen Standard des Schiffs hervor. Ein weiterer Vorteil ist der bereits vorhandene Landstromanschluss. Ab 2030 gelten in der Europäischen Union entsprechende Vorgaben für Kreuzfahrtschiffe in Häfen, die über eine geeignete Landstromanlage verfügen.
Für den Betrieb setzt Phoenix Reisen auf bekannte Partner: Die Reederei BSM soll den Schiffsbetrieb übernehmen, während Sea Chefs für den Hotelbetrieb zuständig ist. Beide Unternehmen arbeiten bereits mit den übrigen Hochseeschiffen des Veranstalters zusammen. Nach Angaben von Touristik Aktuell soll BSM auch Eigner der Alvara werden.
Erste Alvara-Kreuzfahrten ab November 2027
Zum Auftakt plant Phoenix Reisen mehrere Kurzreisen, eine Weihnachtskreuzfahrt und zwei längere Mittelmeer-Reisen. Das Schiff ist für rund 700 Passagiere ausgelegt und ergänzt damit das Angebot des Veranstalters um eine weitere vergleichsweise kleine Hochseekreuzfahrtoption.
Phoenix Reisen ordnet die Alvara auf einem ähnlichen Niveau wie die Amadea und die Amera ein. Damit soll sie innerhalb der Flotte eine Position oberhalb der Artania einnehmen.
Die Reisen mit dem neuen Schiff sind laut den vorliegenden Angaben bereits buchbar. Die entsprechenden Angebote sollen zudem im Phoenix-Magazin und im Katalog „Seereisen 2028“ vorgestellt werden. Die genauen Buchungs- und Veröffentlichungstermine sollten vor einer Veröffentlichung anhand der aktuellen Angaben von Phoenix Reisen abgeglichen werden.
Taufe in Hamburg ist zugleich Phoenix-Geburtstag
Die offizielle Taufe der Alvara ist für den 26. November 2027 in Hamburg vorgesehen. Das Datum hat für den Veranstalter eine besondere Bedeutung: Phoenix Reisen wurde im November 1973 von Johannes Zurnieden gegründet. Mit der Schiffstaufe feiert das Unternehmen somit zugleich seinen 54. Geburtstag.
Mit der Alvara wächst die Hochseeflotte wieder auf vier Schiffe. Zuvor hatte die Deutschland ihre letzte Saison für Phoenix Reisen Anfang September 2026 beendet. Der Veranstalter verlängerte den Chartervertrag nicht. Seit 2015 war das Schiff im Sommer für Phoenix und im Winter unter dem Namen World Odyssey für das Bildungsprogramm Semester at Sea im Einsatz. Nach dem Abschied der Deutschland bestand die Hochseeflotte zunächst aus Amadea, Amera und Artania.
Schon früher als Columbus 2 für Hapag-Lloyd Cruises unterwegs
Für deutsche Kreuzfahrtgäste ist die Insignia kein unbekanntes Schiff. Zwischen April 2012 und April 2014 fuhr sie als Columbus 2 für Hapag-Lloyd Cruises. Anschließend kehrte sie zu Oceania Cruises zurück.
Auch ein ganz anderes Zukunftsszenario war zwischenzeitlich vorgesehen. Im April 2025 kündigte das Unternehmen Crescent Seas an, die Insignia als Residenzschiff nutzen zu wollen. Geplant waren 290 Wohneinheiten mit Verkaufspreisen zwischen 650.000 und zehn Millionen US-Dollar. Dafür war ein Umbau im Wert von mehr als 50 Millionen US-Dollar vorgesehen.
Das Vorhaben wurde jedoch nicht umgesetzt. Im November 2025 kündigte Crescent Seas die entsprechenden Charterverträge. Während die Insignia zunächst bei Oceania Cruises blieb, ist für die Seven Seas Navigator inzwischen ein Einsatz als Residenzschiff unter dem Namen Avora Lumina ab Januar 2028 vorgesehen.
Mit dem Wechsel zur Alvara erhält Phoenix Reisen damit ein Schiff mit langer Kreuzfahrtgeschichte, das bereits auf dem deutschen Markt eingesetzt wurde und künftig das Hochseeangebot des Veranstalters ergänzt.
Quelle: cruisetricks.de
