Kultur nach Sonnenuntergang wird in der Türkei immer attraktiver: Museen und archäologische Stätten, die am Nachtmuseumskonzept des Landes teilnehmen, zählten nach Angaben des türkischen Kultur- und Tourismusministeriums 2026 insgesamt 1.326.590 Besuche. Das entspricht einem Anstieg von 32 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Besonders gefragt sind Ephesos, der Galataturm in Istanbul und Hierapolis bei Pamukkale.
Für Urlauber eröffnet das Konzept neue Möglichkeiten, die Ferienregionen jenseits von Strand und Hotelanlage zu entdecken. Gerade in den heißen Sommermonaten bieten Abendbesichtigungen eine Alternative zu Ausflügen während der Mittagshitze. Beleuchtete Monumente und historische Kulissen verleihen den Besuchen zudem eine besondere Atmosphäre.
Ephesos ist der Publikumsmagnet
Angeführt wird die Statistik von der antiken Stadt Ephesos nahe Izmir. Die bedeutende Ausgrabungsstätte an der türkischen Ägäisküste zählte 501.811 Besucher während der Abendöffnungen. Im Vorjahr waren es noch 368.731 gewesen. Das entspricht einem Zuwachs von rund 36 Prozent.
Auf Platz zwei folgt der Galataturm in Istanbul mit 277.557 Besuchern, 35 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die antike Stadt Hierapolis bei Pamukkale erreichte mit 190.910 Gästen den dritten Platz. Auch das Museum für Unterwasserarchäologie in Bodrum mit 62.071 Besuchern, die antike Stätte Didim mit 60.884 Gästen und das Museum von Marmaris mit 50.053 Eintrittzahlenden fanden Zuspruch.
Besonders dynamisch entwickelte sich die Nachfrage an einigen Standorten, die bislang weniger Besucher verzeichneten. Die Archäologischen Museen in Istanbul steigerten ihre nächtlichen Besucherzahlen von 8.789 auf 24.850 – ein Plus von 183 Prozent. In Didim betrug der Zuwachs 119 Prozent. Die antike Stadt Patara in der Provinz Antalya kam auf 28.021 Besucher und damit nahezu doppelt so viele wie zuvor. Auch die Hanghäuser von Ephesos legten mit einem Anstieg um 82 Prozent auf 19.541 Besuche deutlich zu.
Kulturprogramm als Ergänzung zum Badeurlaub
Die Zahlen zeigen, dass Abendbesichtigungen nicht nur an einzelnen berühmten Sehenswürdigkeiten gefragt sind. Für Reisende bieten sich damit zusätzliche Möglichkeiten, ihren Urlaub abwechslungsreicher zu gestalten. An der Ägäisküste lassen sich etwa Aufenthalte in der Region Izmir mit einem Besuch von Ephesos verbinden. Rund um Bodrum und Didim ergänzen Museen und antike Stätten das maritime Angebot. An der Türkischen Riviera wiederum bieten historische Orte wie Side und Patara interessante Ausflugsziele.
Das Nachtmuseumskonzept ist allerdings saisonabhängig. Das reguläre Programm 2026 lief vom 1. Juni bis zum 1. Oktober und umfasste elf Museen sowie elf archäologische Stätten. Wegen der Nachfrage wurden die Abendöffnungen in Ephesos und Side bis zum 15. Oktober verlängert. In Göreme in Kappadokien ist das Angebot noch bis zum 31. Oktober vorgesehen. Eine Besonderheit ist der Galataturm in Istanbul, der ganzjährig nächtliche Besuche ermöglicht.
Wer eine solche Besichtigung plant, sollte sich deshalb vorab über die aktuellen Öffnungszeiten informieren. Nicht jede Sehenswürdigkeit ist außerhalb der Hauptsaison auch am Abend zugänglich.
Mit dem Nachtmuseumskonzept erweitert die Türkei ihr touristisches Angebot um zusätzliche Möglichkeiten, Kultur und Erholung miteinander zu verbinden. Die veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die abendlichen Öffnungszeiten an zahlreichen Standorten auf großes Interesse stoßen.
Quellen: hurriyetdailynews.com / tourexpi.com
