In mehreren beliebten Reiseländern sind die Feuerwehren derzeit wegen Waldbränden im Einsatz. Während sich die Lage in Kroatien nach den schweren Bränden des Sommers entspannt hat, kämpfen Einsatzkräfte in der Türkei aktuell weiter gegen Feuer. Auch in Teilen Indonesiens sorgen Wald- und Torfbrände für Rauch und schlechte Luft. Für Urlauber ist entscheidend, ob der eigene Aufenthaltsort tatsächlich betroffen ist.
Kroatien: Lage an der Adria hat sich beruhigt
In Kroatien ist die Lage nach den schweren Waldbränden des Sommers inzwischen deutlich entspannter. Besonders betroffen war Mitte August die Gegend um Omiš südlich von Split. Das Feuer breitete sich damals über einen rund zehn Kilometer langen Küstenstreifen aus, übergangsweise mussten rund 2.500 Menschen ihre Häuser und Unterkünfte verlassen, auch Touristen flohen aus den betroffenen Gebieten. Inzwischen sind die Brände bei Omiš sowie auf der Insel Dugi Otok und der Halbinsel Pelješac gelöscht.
Auch ein Anfang September ausgebrochenes Feuer bei Solin nördlich von Split ist mittlerweile unter Kontrolle. Dennoch kann die Waldbrandgefahr regional weiterhin hoch sein. Für die Region Split selbt gibt es derzeit noch eine weitere Besonderheit: Der Rauch, der seit dem 6. September über Teilen Dalmatiens liegt, stammt von einem großen Waldbrand im benachbarten Bosnien-Herzegowina. Kroatien unterstützt die Löscharbeiten dort mit zwei Löschflugzeugen. Die Feinstaubbelastung in der Region Split war deshalb zeitweise erhöht, hat sich zuletzt aber etwas verbessert.
Reisende in Dalmatien sollten aktuelle Hinweise der örtlichen Behörden beachten und bei Ausflügen auf mögliche Sperrungen sowie die Entwicklung der Luftqualität achten. Für die kommenden Tage sind zudem stärkere Regenfälle vorhergesagt, die die Situation weiter entspannen könnten.
Türkei: Waldbrandgefahr bleibt hoch
In der Türkei sind die Waldbrände dagegen aktuell noch nicht vorbei. In der südwestlichen Provinz Muğla kämpfen Einsatzkräfte derzeit gegen ein Feuer im Gebiet von Yaraş. Starke Winde erschweren die Löscharbeiten, mehrere Wohnhäuser und Nutztiere wurden vorsorglich evakuiert. Auch in der Provinz Antalya gab es zuletzt einen Waldbrand: Im Bezirk Aksu mussten Hunderte Menschen ihre Häuser verlassen, die wichtige Verbindungsstraße zwischen Antalya und Isparta wurde zeitweise gesperrt. Der Brand wird weiterhin bekämpft.
Für Urlauber bedeutet das vor allem: Die aktuelle Situation kann sich regional sehr schnell verändern. Wer sich in den betroffenen Provinzen aufhält, sollte Anweisungen der Behörden befolgen, Absperrungen respektieren und sich vor Ausflügen über die aktuelle Lage informieren. Das Auswärtige Amt weist ebenfalls auf die erhöhte Waldbrandgefahr in der Türkei hin. Eine pauschale Beeinträchtigung des Urlaubs im gesamten Land lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Indonesien: Rauch belastet einzelne Regionen
In Indonesien sind die Waldbrände derzeit besonders ausgeprägt. Seit Wochen brennen auf Teilen von Sumatra und Borneo große Wald- und Torfgebiete. Die außergewöhnliche Trockenheit hat die Situation verschärft. Die Rauchentwicklung führt regional zu einer erheblichen Belastung der Luft; in besonders betroffenen Gebieten mussten unter anderem Schulen geschlossen werden. Die Folgen sind auch für die Natur gravierend. Die Brände gefährden auf Borneo und Sumatra wertvolle Waldgebiete und damit auch den Lebensraum zahlreicher Tierarten.
Für den Tourismus sind vor allem die regionalen Auswirkungen relevant. Ausflüge und Aufenthalte in besonders betroffenen Gebieten können durch Rauch, schlechte Luftqualität oder Sperrungen eingeschränkt werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass ganz Indonesien betroffen ist: Die aktuellen Brandherde liegen weitgehend auf Sumatra und Borneo und damit nicht automatisch in den klassischen Ferienregionen.
Wann ist eine kostenlose Stornierung möglich?
Waldbrände in Urlaubsregionen bedeuten nicht automatisch, dass eine gebuchte Reise kostenlos storniert werden kann. Bei Pauschalreisen kann ein kostenfreier Rücktritt berechtigt sein, wenn am Urlaubsort oder in unmittelbarer Nähe ein Brand oder dessen Folgen die Reise erheblich beeinträchtigen und das Ereignis als unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstand gilt. Eine allgemeine Waldbrandgefahr oder die Sorge vor einem möglichen Feuer reicht dagegen nicht aus. Auch wenn in einem anderen Teil des Landes ein Brand wütet, besteht nicht automatisch ein Stornorecht.
Wer bereits vor Ort ist, sollte bei akuter Gefahr den Anweisungen der Behörden folgen und den Reiseveranstalter kontaktieren. Unter bestimmten Voraussetzungen können Pauschalreisende die Reise vorzeitig beenden; gehört die Rückreise zum Reisevertrag, muss der Veranstalter diese organisieren. Muss der Aufenthalt wegen außergewöhnlicher Umstände unfreiwillig verlängert werden, sind notwendige Unterkunftskosten grundsätzlich für bis zu drei Nächte vom Veranstalter zu übernehmen. Für Individualreisende gelten andere Regeln: Ist die Unterkunft weiterhin erreichbar und nutzbar, gibt es grundsätzlich kein automatisches Recht auf kostenlose Stornierung.
Wer aktuell in eine betroffene Region reisen möchte, sollte deshalb kurz vor der Abreise die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes prüfen und auch während des Aufenthalts die lokalen Behördeninformationen verfolgen.
Quellen: adac.de / fvw.de / dpa / reuters.com
Weiterführende Infos: auswaertiges-amt.de
