Zwischen Alltag und Urlaub liegen oft zwei Welten
Zu Hause gehört nachhaltiges Handeln für viele Menschen längst zur Routine. Mülltrennung, sparsamer Wasserverbrauch oder ein bewusster Einkauf sind für viele selbstverständlich. Doch sobald die Koffer gepackt sind und die Ferien beginnen, verändern sich diese Gewohnheiten häufig. Eine aktuelle, repräsentative Studie von HolidayCheck, die gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Kantar durchgeführt wurde, zeigt: Im Urlaub rückt Nachhaltigkeit bei vielen Reisenden in den Hintergrund. Für die Erhebung wurden im April und Mai 2026 deutschlandweit 1.001 Personen im Alter von 16 bis 69 Jahren befragt, die innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens eine private Urlaubsreise unternommen hatten.
Während sich im Alltag knapp sieben von zehn Befragten als nachhaltig einschätzen, sinkt dieser Wert während der Reise deutlich. Das macht sichtbar, wie groß der Unterschied zwischen Anspruch und tatsächlichem Verhalten im Urlaub sein kann.
Gewohnheiten bleiben oft zu Hause
Besonders deutlich wird der Wandel bei alltäglichen Verhaltensweisen. Im Urlaub achten weniger Menschen darauf, Wasser zu sparen, Abfälle konsequent zu trennen oder Lebensmittel bewusst auszuwählen. Auch beim Einkaufen verändert sich das Verhalten: Viele gönnen sich spontane Anschaffungen oder kaufen Produkte, die sie im Alltag vermutlich nicht erwerben würden.
Für viele gehört genau das zum Urlaub dazu – einmal nicht über jede Entscheidung nachdenken zu müssen und sich kleine Wünsche zu erfüllen.
Warum nachhaltiges Reisen oft scheitert
Die Gründe sind vielfältig. Viele Reisende berichten, dass nachhaltiges Verhalten am Urlaubsort schwieriger umzusetzen ist als zu Hause. Häufig fehlen Recyclingmöglichkeiten, ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr oder leicht zugängliche umweltfreundliche Alternativen.
Hinzu kommt der Wunsch, die freie Zeit möglichst unkompliziert zu genießen. Bequemlichkeit spielt ebenso eine Rolle wie das Bedürfnis, sich bewusst eine Auszeit von den Anforderungen des Alltags zu gönnen. Besonders auffällig: Vor allem jüngere Reisende geben offen zu, im Urlaub weniger konsequent nachhaltig zu handeln als im Alltag.
Das Bewusstsein ist vorhanden
Trotzdem zeigt die Studie, dass Nachhaltigkeit vielen Urlaubern keineswegs gleichgültig ist. Ein erheblicher Teil derjenigen, die ihr Verhalten im Urlaub als weniger umweltfreundlich beschreiben, empfindet dabei sogar ein schlechtes Gewissen. Das deutet darauf hin, dass weniger fehlendes Umweltbewusstsein als vielmehr die äußeren Bedingungen das Verhalten beeinflussen.
Kleine Anreize mit großer Wirkung
Viele Befragte wünschen sich Unterstützung, um nachhaltiger reisen zu können. Hotels könnten beispielsweise Anreize schaffen, indem sie Gäste für einen selteneren Handtuchwechsel belohnen. Ebenso gefragt sind leicht umsetzbare Tipps für umweltbewusstes Verhalten sowie bezahlbare nachhaltige Reiseangebote.
Die Ergebnisse machen deutlich: Nachhaltiger Tourismus ist eine gemeinsame Aufgabe. Reisende, Hotels und Reiseveranstalter können gleichermaßen dazu beitragen, dass umweltfreundliches Verhalten im Urlaub künftig einfacher wird – ohne dabei auf Erholung verzichten zu müssen.
Quelle: holidaycheck.de
