Nach mehrjährigen Verhandlungen zwischen der Europäischen Union, Spanien, Großbritannien und Gibraltar ist der Grenzzaun nun Geschichte. Eine histotische Einigung, die bereits ab dem 15.7.2026 in Kraft getreten ist. Was sich nun ändern wird – ein Überblick.
Kontrollen und langes Warten fallen weg
Die Grenzkontrollen werden deutlich vereinfacht, sodass die Einreise von Spanien nach Gibraltar künftig ähnlich unkompliziert wie zwischen zwei Schengen-Staaten erfolgen soll. Besonders der Tourismus dürfte davon profitieren: Tagesausflüge zum berühmten Felsen von Gibraltar, zum Europa Point oder zu den Berberaffen werden dadurch deutlich attraktiver und komfortabler.
Passkontrollen wird es nur noch am Flughafen und dem Hafen Gibraltars geben – Personen und Waren dürfen den Landübergang ohne die bisherigen Kontrollen passieren. Ein Segen für die mehr als 15.000 Pendler, die täglich zur Arbeit ins florierende Gibraltar pendeln und bisher oft an der Grenze anstehen mussten.
Was jetzt gilt:
- lange Grenzwartezeiten gehören seit dem 15. Juli der Vergangenheit an
- Tagesausflügler und Kreuzfahrttouristen profitieren bei der Einreise
- Ohne ETA nach Gibraltar
Einigung nach mehr als 300 Jahren
Die historische Einigung soll den Tourismus ankurbeln, Pendlern das Leben erleichtern – und beendet einen Konflikt, der einst sogar die Gefahr eines Krieges heraufbeschwor. Der Streit um Gibraltar besteht seit mehr als 300 Jahren. Im Frieden von Utrecht trat Spanien das Gebiet im Jahr 1713 an Großbritannien ab. Bis heute erkennt Spanien die britische Souveränität jedoch nicht an. Die Grenze zwischen Spanien und dem britischen Überseegebiet war deshalb über mehr als 100 Jahre durch Grenzkontrollen und einen Metallzaun geprägt. Erst 1982 wurde der Grenzübergang wieder für Fußgänger geöffnet, drei Jahre später auch für Fahrzeuge. Dennoch mussten Pendler und Reisende, die für einen Tagesausflug von der Südspitze der Iberischen Halbinsel nach Gibraltar wollten, bislang häufig lange Wartezeiten bei der Einreise in Kauf nehmen.
Berühmteste Sehenswürdigkeit Gibraltars
Die vielleicht wichtigste Sehenswürdigkeit Gibraltars sind die Berberaffen, die man normalerweise in Nordafrika findet, aber deren Vorhandensein in Gibraltar wahrscheinlich bis in die frühen Tage der britischen Garnison zurückgeht. Man nimmt an, dass sie damals importiert wurden und dann die rauen Kalksteinklippen und das Gestrüpp als angenehmen Lebensraum ansahen.
Was man sonst noch über Gibraltar wissen sollte:
- Fläche: Gibraltar ist nur etwa 6,8 Quadratkilometer groß.
- Gibraltar ist ein britisches Überseegebiet am südlichen Ende der iberischen Halbinsel gelegen.
- Einwohnerzahl: In Gibraltar leben rund 34.000 Menschen.
- Höchster Punkt: Der bekannte Felsen von Gibraltar ist etwa 426 Meter hoch.
Für die Menschen in der Region dürfte der Alltag künftig deutlich einfacher werden. Eine der hartnäckigsten Grenzen Europas verliert ihren Schrecken. Gut für den Tourismus!
