Korallen sind faszinierende Lebewesen im Meer, die nicht zur Pflanzen-, sondern zur Tierwelt gehören. Sie reagieren extrem empfindlich auf schwankende Werte in ihrem Lebensraum. Leben sie unter idealen Bedingungen, bauen sie über Jahrzehnte riesige Kolonien auf. So auch das weltgrößte Korallenriff in Australien, das Great Barrier Reef – ein geschütztes UNESCO-Weltnaturerbe.
Doch dieses Ökosystem hat in den vergangenen Jahren stark gelitten. Zwar gibt es noch keine Entwarnung, aber dennoch eine positive Entwicklung: Laut dem AIMS (Australian Institute of Marine Science) fiel die Bleiche im Jahr 2025 deutlich leichter aus als noch im extremen Vorjahr 2024. Auch im Jahr 2026 traten die Bleichen bislang nur regional und nicht großflächig auf, da ein Monsun das Wasser rechtzeitig abkühlte. Dies ermöglicht den Korallen aktuell eine erkennbare Erholung.
Was eine Korallenbleiche bedeutet
Unter einer Korallenbleiche versteht man den Prozess, wenn dieser eigentlich farbige Meeresorganismus durch Stress zunehmend weiß wird – dies ist die Vorstufe zum Absterben. Korallen leben in einer engen Gemeinschaft mit mikroskopisch kleinen Algen, die sich in ihrem Gewebe einnisten. Durch sie erhält die Koralle lebenswichtige Nährstoffe, die wiederum zu den leuchtenden Farben beitragen. Erhöht sich jedoch die Wassertemperatur, geraten die Algen unter Stress und produzieren Giftstoffe. Die Koralle stößt die Algen nun zum Eigenschutz ab. Dadurch verliert sie allerdings ihre wichtigste Nahrungsquelle, weshalb die Koralle zu verhungern droht.
Leichte Zunahme an lebenden Korallen
Seit 40 Jahren beobachtet das staatliche Australian Institute of Marine Science (AIMS) das Riff. Jetzt sprechen die Wissenschaftler dort von „ermutigenden Anzeichen einer Erholung“, was allerdings noch keine vollständige Entwarnung darstellt. Durch Wind und Wellen wurde das heiße Oberflächenwasser mit kühlerem Wasser aus tieferen Schichten durchmischt. Dadurch sanken die Meerestemperaturen sowohl für die Korallen als auch für die lebensnotwendigen Algen.
Auch der späte Sommermonsun hat Teile des Riffs im Osten vor extremer Hitze geschützt. Im Norden brachten Wolken und Regen die dringend notwendige Abkühlung. In der Folge nahm die Bedeckung mit lebenden Korallen in den nördlichen und zentralen Regionen sogar wieder leicht zu.
Tipps für Urlauber zum Schutz des Great Barrier Reef
Die Gegend rund um das 2.300 Kilometer lange Riff gehört zu den schönsten Urlaubsregionen Australiens und zieht Reisende rund um den Globus an, die die Korallen aus nächster Nähe erleben wollen. Urlauber können durch umsichtiges Verhalten dazu beitragen, dieses lebende Naturwunder zu schützen und zu erhalten:
- Achten Sie beim Tauchen und Schnorcheln darauf, die empfindlichen Korallen nicht zu berühren.
- Achten Sie auch auf Ihre Flossen
- Nehmen Sie keine Souvenirs mit, auch keine Muscheln vom Strand
- Verwenden Sie vor dem Tauchen ein Umweltschonendes Sonnenschutzmittel, am besten eine Sonnencreme mit mineralischem Filter
- Entsorgen Sie Müll fachgerecht und schränken Sie die Verwendung von Einwegplastik nach Möglichkeit ein
Mit diesen Maßnahmen helfen Sie den Korallen im Australien Urlaub bei Ihrem Besuch am Great Barrier Reef.
Quelle: spiegel.de, nationalgeographic.de, fvw.de, spectrum.de, australia.com
