Pläne zur Wiedereinführung einer Ausreisesteuer für Flugreisende: Wie der thailändische Finanzminister vor einigen Tagen bekannt gab, wird die geplante Ausreisesteuer vorerst nicht umgesetzt. Eine andere Gebühr bleibt aber bestehen.
Die Pläne hätten neben Millionen von Touristen auch die einheimische Bevölkerung getroffen: Wie Anfang Oktober vom thailändischen Finanzministerium bekannt gegeben wurde, sollte jeder, der mit dem Flugzeug das Königreich verlässt, 1000 Baht (umgerechnet etwa 26 Euro) bezahlen.
Gegolten hätte die Gebühr auch für Kinder ab zwei Jahren, womit etwa bei vierköpfigen Familien schnell zusätzliche Kosten von über 100 Euro entstanden wären.
Aufschub aufgrund der hohen Energiepreise
Dieser Plan ist zumindest für den Moment vom Tisch: Wie Finanzminister und stellvertretender Premierminister Ekniti Nitithanprapas erklärte, setze man die Ausreisteuer vorerst nicht um.
Als Begründung führte er die derzeit hohen Energiepreise durch den Konflikt im Nahen Osten an, die sowohl den Tourismus als auch die Luftfahrt treffen. Entsprechend sei aktuell der falsche Zeitpunkt, um eine solche Abgabe einzuführen. Bereits Anfang September musste die zuständige Tourismusbehörde TAT die Erwartungen für das Tourismusjahr 2026 deutlich nach unten korrigieren.
Neuer Einführungstermin noch offen
Für die Einführung der Abgabe, die von Airlines und Reiseagenturen beim Ticketverkauf erhoben werden sollte, wurde kein neuer Termin genannt. Die praktische Umsetzung soll weitgehend automatisiert erfolgen: Fluggesellschaften und Ticketagenturen ziehen die Gebühr in der Regel direkt zusammen mit dem Flugpreis ein. Doch wie die thailändische Zeitung Wochenblitz berichtet, will die Regierung zuerst die wirtschaftliche Lage und die Auswirkungen der hohen Energiepreise bewerten, bevor sie die Pläne für die Reisesteuer weiterverfolgt. Aufgehoben sei die Idee entsprechend nicht, sondern nur aufgeschoben.
Geplante Einreisegebühr kommt Anfang 2027
Unangetastet bleibt zudem eine für Anfang 2027 geplante Touristen-Einreisegebühr über 450 Baht (rund zwölf Euro), die derzeit im Kabinett diskutiert wird. Die separat geplante Einreisegebühr fällt in die Zuständigkeit des Ministeriums für Tourismus und Sport und ist laut Ekniti nicht abgesagt. Über diese Tourismusgebühr für Thailand wird bereits seit Jahren diskutiert, ihre Einführung wurde mehrfach verschoben. Anders als bei der deutlich teureren Ausreisesteuer sollen Touristen laut der thailändischen Nachrichtenplattform Thai Examiner aber nach Zahlung der Einreisegebühr von mehreren Vorteilen profitieren: etwa von einer Versicherungsabdeckung für die medizinische Versorgung sowie bei Todesfällen.
Quelle: fvw.de
