Die schwere Sturzflut im Grenzgebiet zu Tibet hat auch Auswirkungen auf den Tourismus in Nepal. Während das Auswärtige Amt weiterhin vor dem Katastrophengebiet und möglichen weiteren Sturzfluten und Erdrutschen warnt, halten mehrere Reiseveranstalter an ihren Nepal-Reisen fest, meiden jedoch die besonders gefährdeten Regionen oder passen einzelne Programme an. Grenzüberschreitende Touren zwischen Tibet und Nepal werden für den Rest des Jahres verändert, Reisen in die von der Sturzflut schwer getroffene Langtang-Region bis auf weiteres ausgesetzt. Inzwischen hat sich die Anzahl der Vermissten auf weit über 4.500 Menschen erhöht, die Behörden gehen von mehr als 1.270 Toten aus. (Stand: 3. September)
Fly & Help Gründer Reiner Meutsch: Aktuelle Hilfe für Schulen
Die Katastrophe beschäftigt auch Reiner Meutsch, Gründer von FLY & HELP und Moderator der gleichnamigen Charity-Show auf sonnenklar.TV. Die Stiftung engagiert sich seit Jahren in Nepal und unterstützt dort den Bau und die Ausstattung von Schulen. „Natürlich haben mich die Bilder aus Nepal sehr schockiert und traurig gemacht. Gleichzeitig bin ich sehr dankbar, dass keine unserer eigenen Einrichtungen von der Zerstörung betroffen ist“, erklärte Meutsch dem Reisesender. Nun soll die Hilfe der FLY & HELP Stiftung auch in den Katastrophengebieten Nepals direkt stattfinden: „Wir planen derzeit, uns direkt vor Ort für den baldigen Wiederaufbau von Schulen einzusetzen, damit Kinder schnellstmöglich wieder Zugang zu Bildung bekommen. Gerade jetzt dürfen wir das Land nicht allein lassen. Wenn Reisen in den jeweiligen Regionen wieder sicher möglich sind, können Besucher dazu beitragen, dass eine wichtige Lebensgrundlage für viele Menschen erhalten bleibt.“
Nepal-Guide: Warum Tourismus weiter wichtig ist
Auch aus Nepal selbst kommt der Appell, den Tourismus nicht vollständig zum Erliegen zu bringen. „Viele Menschen in Nepal haben ihre Häuser, ihre Arbeit und Existenzgrundlage verloren. Natürlich braucht das Land Hilfe und auch Spenden, aber umso wichtiger ist auch, dass es mit dem Tourismus weitergeht“, sagte Tourguide Gagan Bhattarai, der Trekking- und Kulturreisen im Himalaya-Raum veranstaltet, auf sonnenklar.TV-Anfrage. Weiter sagt der Nepal-Exerte, der bereits mehrmals beim Reisesender zu Gast war: „Guides, Träger, Fahrer, Hotels und Restaurants, aber auch kleine Geschäfte und Familien – wir alle leben von den Einnahmen. Deshalb ist es wichtig, dass Reisende weiter zu uns kommen, sofern die Regionen sicher erreichbar sind. Der Besuch von Touristen ist nicht nur Urlaub für sie, sondern lokale Unterstützung direkt vor Ort, um Arbeitsplätze zu erhalten und Existenzen zu sichern.“
Wie Reiseveranstalter für Nepal-Angebote reagieren
Reiseveranstalter wie Chamäleon, Studiosus und ASI Reisen wollen ihre Nepal-Programme grundsätzlich fortsetzen. Bei Chamäleon stehen die ersten Reisen Ende September auf dem Programm, Studiosus startet bereits ab 21. September wieder, passt aber die kombinierten Tibet-Nepal-Touren für den Rest des Jahres an. ASI Reisen streicht bis Jahresende das Rafting auf dem Trishuli und ersetzt es durch einen Besuch des Manakamana-Tempels. Die beliebten Trekkingregionen Everest und Annapurna sind nach Angaben des Veranstalters weiterhin bereisbar. Auch sonnenklar.TV nimmt demnächst wieder Nepal-Reisen ins Programm mit auf.
Was Nepal-Reisende wissen müssen
Das Auswärtige Amt rät aktuell davon ab, das Katastrophengebiet im Rasuwa-Distrikt aufzusuchen. Dort können die Folgen der Sturzflut vom 26. August weiterhin die Reisewege beeinträchtigen. Zudem muss aufgrund anhaltender Niederschläge mit weiteren Sturzfluten und Erdrutschen gerechnet werden. Auch Straßen sind teilweise gesperrt, insbesondere entlang des Flusses Trishuli. Reisende sollten deshalb die aktuelle Wetter- und Verkehrslage verfolgen, Hinweise der lokalen Behörden beachten und sich vor Reiseantritt mit ihrem Veranstalter abstimmen. Das Auswärtige Amt empfiehlt außerdem, die Krisenvorsorgeliste ELEFAND zu nutzen.
Quellen: fvw.de / eigene Recherche
Weiterführend Informationen: auswaertiges-amt.de
