München, Berlin oder die Rhein-Ruhr-Region – wer darf sich für Deutschland als Austragungsort der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben? Die bayerische Landeshauptstadt startete öffentlichkeitswirksam einen Countdown bis zur Olympia-Entscheidung am 26. September.
Spannender Konkurrenzkampf um Olympische Spiele
Auf nationaler Ebene hatten Hamburg, Berlin, München und die Rhein-Ruhr-Region Interesse bekundet, den prestigeträchtigen Wettkampf auszurichten. In Hamburg legten die Einwohner per Bürgerschaftsreferendum jedoch ihr Veto ein. In München und der Rhein-Ruhr-Region brachten Bürger-Abstimmungen jeweils über 60 Prozent Zustimmung, in Berlin wurden die Einwohner nicht mit einbezogen.
Am 26. September tagt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in Baden-Baden. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, bei der insgesamt 144 Stimmen abgegeben werden können, wird entschieden, wer für Deutschland ins Rennen gehen darf. Per Livestream kann die Tagung mitverfolgt werden, die endgültige Entscheidung wird live im TV bekannt gegeben.
München ist bereit für Olympia
Genau einen Monat vor der Verkündung und genau 54 Jahre nach der Eröffnung der Olympischen Spiele 1972 bekundeten Münchner Olympiafans noch einmal ihre Unterstützung. Auf dem Marienplatz vor dem Münchner Rathaus wurde ein großes Banner mit dem Slogan „Für Deutschlands echte Olympia-Chance“ ausgerollt und eine 3 Meter hohe Dackelfigur aufgestellt. Der Hund ist eine Anspielung auf das Maskottchen der letzten Olympischen Spiele, die München ausgerichtet hat.
Neben den überwiegend positiv eingestellten Bürgern wird die Münchner Bewerbung auch von politischer Seite unterstützt. Man erhofft sich Impulse für Breitensport, Wirtschaft und Stadtentwicklung – so wie es die Spiele vor 54 Jahren getan hatten. Damals wurde beispielsweise der Ausbau von U- und S-Bahn enorm beschleunigt, die Umgestaltung der Altstadt in eine Fußgängerzone hing damit zusammen und der damals neu errichtete Olympiapark mit seinen Sportstätten entwickelte sich zu einem ausgiebig genutzten Naherholungs- und Sportzentrum.
Wie geht es ab dem 26. September weiter?
Nach der Entscheidung des DOSB darf der deutsche Gewinner seine Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) einreichen. Wann und mit welchem Prozess dieses den finalen Gastgeber für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 und 2044 kürt, ist aktuell noch nicht bekannt. Bei der Vergabe der Spiele 2024 und 2028 hatte es einige Bewerbungs-Rückzüge gegeben, sodass am Schluss bei der Tagung 2017 eine historische Doppelvergabe stattfand. Die beiden verbliebenen Bewerber Paris und Los Angeles wurden auf 2024 und 2028 aufgeteilt.
Als internationale Hauptkonkurrenten für München, Berlin oder die Rhein-Ruhr-Region werden unter anderem Indien, finanzstarke Golfstaaten (Katar, Saudi-Arabien) sowie Bewerber aus Afrika (u. a. Kairo/Ägypten) genannt. Da der afrikanische Kontinent bisher noch nie Olympische und Paralympische Spiele ausgerichtet hat, wird eine Bewerbung aus Afrika vom IOC durchaus wohlwollend betrachtet. Sobald sich das IOC auf eine Vorgehensweise hinsichtlich des Vergabeprozesses verständigt hat, könnten weitere Metropolen aus Europa, Asien und Nordafrika ihr Interesse bekunden.
