Wer eine Reise nach Nepal plant, soll mit dem E-Visum künftig schneller durch die Einreisekontrolle kommen. Nepal baut sein digitales Visumverfahren aus und setzt dabei auf eine elektronische Reisegenehmigung. Das neue System soll den bisherigen Ablauf vereinfachen und insbesondere die Wartezeit bei der Einreise verkürzen.
Nach Angaben des nepalesischen Einwanderungsministeriums soll das neue elektronische Verfahren ab dem 17. August 2026 vollständig in Betrieb sein. Reisende können ihre erforderlichen Angaben bereits vor der Reise online übermitteln und dadurch Teile des bisherigen Visa-Verfahrens vorab erledigen.
So funktioniert das elektronische Visum für Nepal
Der Antrag wird über das offizielle Online-Portal der nepalesischen Einwanderungsbehörde gestellt. Dort müssen Reisende unter anderem persönliche Daten, Angaben zum Reisepass sowie Informationen zum geplanten Aufenthalt und zur Unterkunft in Nepal hinterlegen. Zusätzlich werden ein aktuelles Foto und eine Kopie des Reisepasses benötigt.
Die nepalesische Einwanderungsbehörde bezeichnet das digitale Verfahren als Electronic Travel Authorization (ETA). Die elektronische Genehmigung beziehungsweise der entsprechende Nachweis sollte für die Reise gespeichert und bei der Einreise zusammen mit dem Reisepass vorgezeigt werden.
Wieviel kostet das neue E-Visum?
Für Touristen stehen grundsätzlich Visa mit einer Aufenthaltsdauer von 15, 30 oder 90 Tagen zur Verfügung. Die offiziellen Angaben der nepalesischen Einwanderungsbehörde nennen derzeit Gebühren von umgerechnet:
- 26 Euro für 15 Tage
- 43 Euro für 30 Tage
- 108 Euro für 90 Tage
Gezahlt werden kann online mittels Kreditkarte. Das beantragte E-Visum muss innerhalb von sechs Monaten ab Ausstellungsdatum genutzt werden.
Die konkreten Zahlungs- und Antragsmöglichkeiten können sich je nach Verfahren unterscheiden. Reisende sollten deshalb vor der Abreise ausschließlich die aktuellen Angaben des nepalesischen Einwanderungsministeriums beachten.
Visa on Arrival bleibt weiterhin möglich
Trotz der Digitalisierung verschwindet das klassische Visa on Arrival für Nepal nicht. Reisende können das Touristenvisum weiterhin bei der Einreise beantragen. Am Tribhuvan International Airport in Kathmandu stehen dafür auch Automaten zur Verfügung. Dort können Reisende ihren Reisepass selber einscannen, die für das Visum benötigten Informationen eingeben und dank integrierter Webcam ein Foto machen. Trotzdem müssen sich Reisende anschließend noch am Schalter für die Passkontrolle und Visa-Ausstellung anstellen, um die Visa-Gebühr zu bezahlen sowie das ausgefüllte Einreise-Formular abzugeben, was zu längeren Wartezeiten führen kann.
Diese Reisenden erhalten ein kostenloses Visum
Für bestimmte Personengruppen gelten Sonderregelungen. Die folgenden Personen erhalten ihr Visum kostenlos:
- Kinder unter zehn Jahren (Ausnahme: US-amerikanische Staatsangehörige)
- Auch chinesische Staatsangehörige
- Inhaber einer gültigen NRN-Karte (Non-Resident Nepali)
Auch Staatsangehörige bestimmter südasiatischer Staaten profitieren von einer Gebührenbefreiung. Bürgerinnen und Bürger aus Bangladesch, Bhutan, den Malediven, Pakistan und Sri Lanka können einmal pro Visa-Jahr ein kostenloses Visum für bis zu 30 Tage erhalten. Für Afghanistan gelten besondere Bedingungen.
Das sollten Nepal-Urlauber vor der Reise beachten
Auch mit dem neuen digitalen Verfahren sollten Reisende ihre Einreise sorgfältig vorbereiten. Der Reisepass sollte ausreichend lange gültig sein; das Auswärtige Amt empfiehlt, auf eine Restgültigkeit von mindestens sechs Monaten zu achten.
Wer das neue elektronische Verfahren nutzt, sollte außerdem den Antrag beziehungsweise den Zahlungs- und Genehmigungsnachweis speichern und idealerweise zusätzlich ausdrucken. So lassen sich mögliche Verzögerungen bei der Einreise vermeiden.
Für Urlauber bedeutet die Digitalisierung vor allem eines: Die Einreise nach Nepal soll planbarer und schneller werden. Gleichzeitig bleiben das Visa on Arrival und die bisherigen Sonderregelungen für bestimmte Nationalitäten bestehen.
