Die Lufthansa Group und BASF möchten das Fliegen zugunsten der Umwelt revolutionieren. Dazu schauen sie sich einen genialen Trick aus dem Tierreich der Tiefsee ab. Seit Juli 2026 läuft ein Langzeittest mit einer künstlich erzeugten Haifischhaut. Bis zum Februar 2027 wollen die Ingenieure diese Technologie erproben. Man erhofft sich damit eine deutliche Treibstoffersparnis und die massive Senkung des CO₂-Ausstoßes. Mit dem reduzierten Luftwiderstand soll rund ein Prozent Treibstoff und CO₂ je Flug eingespart werden.
Lufthansa will die Aerodynamik verbessern
Die feine Oberflächenstruktur der Haut von Haien wurde also imitiert, denn diese weist einen niedrigen Reibungswiderstand auf. Ihre Rillen richten sich in Strömungsrichtung aus. So ist es ihnen möglich, in einer Strömung fast regungslos an einem Punkt fixiert zu bleiben. An verschiedenen Flugzeugen der Lufthansa-Flotte werden zahlreiche quadratische Folien-Sticker mit nur 50 Mikrometer hohen Rillen angebracht. Diese sogenannten Riblets reduzieren den Reibungswiderstand und verbessern die Strömungseigenschaften bei den Flugzeugen in der Luft wie bei den Haien im Wasser. Diese Technik trägt den Namen AeroSHARK. Gesucht wird aktuell nach der idealen Materialmischung, die auch den extremeren Kräften auf den Tragflächen standhält, wetterfest bleibt und sich leicht reinigen lässt.
Haifisch-Haut im Einsatz über den Wolken
Bevor ein solcher Sticker an einem Flugzeug angebracht wird, durchläuft er ein langes Zulassungsverfahren bei der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Die Sticker haben keinen negativen Einfluss auf die Steuerung, Statik oder Flugsicherheit. Sollte ein Sticker während des Flugs abfallen, besteht keine Gefahr. Das Flugzeug fliegt sicher und normal weiter.
An über 22 Langstrecken-Flugzeugen der Konzernflotte fliegt diese neue technologische Errungenschaft bereits im Regelbetrieb, wie auf der Boeing 777 der Swiss und Austrian Airlines, den 777-Frachtern der LH Cargo und einer 747-400 der Lufthansa. Nach Boeing wird nun auch eine Airbus-Maschine mit 70 Stickern ausgestattet: der A319 der Lufthansa City Airlines, getauft auf den Namen „Starnberg“.
Quelle: faz.net, newsroom.lufthansagroup.com, augsburger-allgemeine.de
