Nach dem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten Anfang Januar 2026 hat das Land Berlin Betroffenen insgesamt knapp 900.000 Euro für Hotel- und Übernachtungskosten erstattet. Viele Menschen mussten ihre Wohnungen vorübergehend verlassen, weil neben dem Strom teilweise auch die Heizung ausfiel und die Temperaturen niedrig waren.
Der Berliner Senat hatte deshalb kurzfristig beschlossen, Kosten für notwendige Übernachtungen in Hotels und Pensionen zu übernehmen. Für die Bearbeitung der Anträge war das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf zuständig. Inzwischen liegt eine Bilanz des Hilfsprogramms vor.
Mehr als 3.000 Anträge wurden geprüft
Insgesamt gingen 3.116 Anträge ein. Dabei konnten einzelne Anträge auch mehrere betroffene Personen umfassen. Nach Prüfung wurden 2.933 Anträge bewilligt und ausgezahlt. Die durchschnittliche Erstattung lag bei etwa 52 bis 55 Euro pro Person und Nacht.
In einigen Fällen mussten Antragsteller zusätzliche Nachweise oder korrigierte Hotelrechnungen einreichen. Nach Angaben des Bezirksamts konnten viele dieser Fälle anschließend ebenfalls positiv abgeschlossen werden.
Lediglich 129 Anträge wurden abgelehnt. Gründe waren beispielsweise Übernachtungen außerhalb des festgelegten Zeitraums oder Unterkünfte, die nicht als gewerbliche Beherbergungsbetriebe anerkannt wurden. Weitere 54 Anträge wurden von den Betroffenen selbst zurückgezogen.
Bezirk spricht von erfolgreichem Hilfsprogramm
Der zuständige Bezirksstadtrat Tim Richter zog eine positive Bilanz. Innerhalb kurzer Zeit habe ein Verfahren geschaffen werden müssen, das sowohl unkompliziert als auch rechtssicher funktioniere. In dieser Größenordnung sei ein derartiges Hilfsprogramm in Berlin bislang nicht so schnell umgesetzt worden.
Für die Bearbeitung wurden eigens Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirksamts eingesetzt. Jeder Antrag musste einzeln geprüft werden. Dabei kam es vereinzelt auch zu Fehlern. So wurden zunächst einige grundsätzlich erstattungsfähige Kosten nicht freigegeben, weil Unterlagen fehlten oder Rechnungen nicht eindeutig waren.
In drei Fällen kam es außerdem zu doppelten Auszahlungen. Diese wurden nach Angaben des Bezirksamts erkannt und die zu viel gezahlten Beträge zurückgefordert. Insgesamt bewertet die Verwaltung das Verfahren dennoch als erfolgreich.
Brandanschlag legte Stromversorgung lahm
Auslöser des Stromausfalls war ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am 3. Januar 2026. Die Behörden gehen von einem politisch motivierten Angriff aus. Betroffen waren rund 100.000 Menschen in etwa 45.000 Haushalten sowie mehr als 2.000 Gewerbebetriebe im Berliner Südwesten.
Teilweise dauerte der Ausfall mehrere Tage. Besonders problematisch war dabei, dass viele Wohnungen nicht nur ohne Licht und elektrische Geräte auskommen mussten, sondern auch Heizungen ausfielen. Für zahlreiche Bewohner war eine Übernachtung außerhalb der eigenen Wohnung deshalb die sicherste Lösung.
Bis zum 7. Januar 2026 konnte die Stromversorgung schließlich vollständig wiederhergestellt werden.
Hotels wurden kurzfristig zur wichtigen Notunterkunft
Für die Berliner Hotellerie bedeutete die Situation eine ungewöhnliche Aufgabe. Hotels und Pensionen dienten kurzfristig als Ausweichquartiere für Menschen, deren Wohnungen wegen der fehlenden Strom- und Wärmeversorgung kaum nutzbar waren.
Das Beispiel zeigt damit auch, welche Rolle Beherbergungsbetriebe in Krisensituationen übernehmen können. Während Hotels normalerweise vor allem Touristen und Geschäftsreisende beherbergen, wurden sie während des Stromausfalls für zahlreiche Berlinerinnen und Berliner zur vorübergehenden Notunterkunft.
Schnelle Hilfe nach außergewöhnlicher Krisensituation
Mit knapp 900.000 Euro übernommenen Hotelkosten fällt die Bilanz des Berliner Hilfsprogramms umfangreich aus. Fast 3.000 Anträge wurden bewilligt und damit der überwiegende Teil der eingereichten Fälle unterstützt.
Der Stromausfall Anfang Januar hat zugleich gezeigt, welche weitreichenden Folgen Angriffe auf kritische Infrastruktur haben können. Für viele Betroffene waren Hotels und Pensionen kurzfristig die einzige Möglichkeit, Dunkelheit und Kälte in den eigenen Wohnungen zu entgehen.
Quelle: fvw.de
