Weniger Stress für Fluggäste, mehr Platz für Autos
Dank vollautomatischer Parkhilfe entfällt ab August 2026 die lästige Parkplatzsuche für Passagiere des zweitgrößten Londoner Flughafens. Die Technik übernimmt und der Ablauf könnte einfacher kaum sein. So fahren Fluggäste in eine abgeschlossene Übergabekabine, scannen ihre Buchung und verlassen anschließend den Raum samt Zündschlüssel. Ein autonomer Transportroboter schiebt sich daraufhin unter das Fahrzeug, hebt es wenige Zentimeter an den Reifen an und bringt es in den gesicherten Parkbereich. Geparkt wird ohne Türabstand, was die Stellplatzdichte erhöht. Eine Win-Win-Situation für Flughafen und Passagiere gleichermaßen.
Zur Abholung wird der Wagen anhand der Flugdaten schon vor der Landung aus der Parklücke geholt und bereitgestellt. In Gatwick sind Übergaben zunächst nur werktags zwischen 9 und 17 Uhr möglich. Der Mindestaufenthalt beträgt 5 Tage. Zugelassen sind Fahrzeuge bis 2,6 Tonnen Gewicht und 3,3 Meter Radstandlänge.
Parkroboter: keine neue Erfindung
Die Technik hinter dem automatischen Parksystem ist keineswegs neu. Seit 2014 parkt der Roboter Ray von der bayerischen Firma Serva Transport Systems GmbH am Düsseldorfer Flughafen Fahrzeuge ein und aus. Was als Test begann ist nunmehr fester Bestandteil der Airport Logistik. Der Flächenzugewinn soll sich auf bis zu 40 Prozent in Bestandsbauten und bis zu 60 Prozent in eigens errichteten Anlagen belaufen. Die Rechnung spricht für Parkroboter, gerade da wo Boden knapp und teuer ist. Durch ihre finanziellen Anreize hat die autonome Hilfe längst auch Einzug in Automobil- und Industriekonzerne gehalten. Seit 2017 sortiert beispielsweise Ray bei Audi in Ingolstadt Neuwagen für den Bahnversand vor.
Was, wenn das Auto eingeparkt bleibt?
Die Technologie ist zwar über Jahre gewachsen, birgt aber immer noch Risiken. Es gibt reale Fälle, in denen Autos über Monate eingeschlossen waren, weil Betreiber, Hersteller und Wartungsfirma über die Kosten gestritten haben. Die Haftung muss daher im Störfall vertraglich einwandfrei geregelt sein. Dass der Roboter jedes Fahrzeug vermisst und speichert, wirft zudem datenschutzrechtliche Fragen auf.
Quelle: drweb.de, businesstraveller.com, luftfahrtmagazin.de, aerointernational.de
