In den Pyrenäen sind etliche Wanderer an Brechdurchfall erkrankt, nachdem sie Wasser aus Bergseen getrunken hatten. Sie wurden per Hubschrauber in Kliniken gebracht. Welche unsichtbaren Risiken lauern im scheinbar klaren Gebirgswasser? Und welchen gefährlichen Trend gibt es bei Wanderern? Hier der Überblick:
Krankheitsserie unter Wanderern
Neun Wanderer aus zwei Gruppen seien in den Pyrenäen mit schwerem Brechdurchfall per Hubschrauber in Kliniken gebracht worden, berichtet die Zeitung Sud Ouest. Sie sollen zuvor in der Bergregion Wasser aus Bächen und Seen getrunken haben. Tags zuvor seien zwei weitere Wanderer betroffen gewesen, heißt es.
Scheinbar klares Gebirgswasser kann schwer krank machen
Auch wenn Wasser aus den Gebirgsbächen klar und frisch erscheine, sei es nicht unbedingt trinkbar und könne schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen, betonte die Präfektur der Hautes-Pyrénées. Gründe könnten Fäkalien von Tieren und menschliche Abfälle sein, die in den Gewässern landeten. Wasser sollte grundsätzlich möglichst nah an der Quelle entnommen werden und niemals aus stehenden Gewässern. Sicherheitshalber sollten Wanderer auf Leitungswasser oder Wasser aus Flaschen zurückgreifen.
Gefahr droht auch in den bayerischen und österreichischen Alpen
Auch in den bayerischen und österreichischen Alpen haben scheinbar klare Bäche nicht immer Trinkwasserqualität. Der Deutsche Alpenverein (DAV) rät auch in diesen Regionen davon ab, Wasser aus Quellen und Bächen im Umfeld, vor allem unterhalb von Weideflächen oder Berghütten abzufüllen.
Was tun, wenn man wirklich Wasser braucht?
Natürlich kann es zu Situationen kommen, in denen man dringend Wasser in den Bergen braucht. Wer also einmal dringend Wasser direkt aus der Natur trinken muss, sollte folgende Punkte beachten:
- Je höher, desto sauberer. Je höher man in den Bergen ist, desto sauberer ist das Wasser. Denn hoch oben ist man näher an der Quelle, was bedeutet, dass die Gefahr einer Verunreinigung, z. B. durch Kühe, geringer ist. Wasser oberhalb von 2.500 Metern oder auf einem Gletscher ist viel sauberer als Wasser von niedrigeren Gefilden.
- Fließt das Wasser schnell? Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, ob das Wasser schnell fließt. Dann ist es im Allgemeinen sicherer, es zu trinken.
- Überprüfe, woher das Wasser kommt. Wenn sie sehen können, woher das Wasser kommt, können sie die Situation besser einschätzen. Wasser aus einem Gletscher ist sicherer als Wasser aus einer Quelle, die man nicht einsieht.
- Teste zunächst mit einem kleinen Schluck. Wenn sie das Wasser trinken wollen, empfiehlt es sich zuerst mal es zu riechen. Danach nehmen sie einen kleinen Schluck und spucken diesen wieder aus. Versuchen sie zu schmecken, ob etwas nicht stimmt. Wenn sie nicht sicher sind, ob es unbedenklich ist, gehen sie besser kein Risiko ein und trinken nicht weiter davon.
- Trinken sie niemals stehendes Wasser, heißes Wasser oder Wasser mit sichtbaren Partikeln.
- Filter: Wenn es sich nicht vermeiden lässt, in den Bergen ab und zu Wasser zu trinken, verwenden sie eine Wasserflasche mit Filter. Sie finden diese in jedem besseren Outdoor-Laden. Es gibt auch chemische Tabletten, die Wasser reinigen.
Quelle: fvw.de
