Für viele Deutsche beginnt der Sommerurlaub mit dem eigenen Auto. Beliebte Reiseziele wie Italien, Österreich, Kroatien, Frankreich, die Schweiz und Slowenien sind bequem auf der Straße erreichbar. Doch während sich viele Urlauber auf Sonne und Erholung freuen, können Verstöße gegen die Verkehrsregeln schnell teuer werden.
Ob Blitzer, Falschparken, Handy am Steuer oder Alkohol am Steuer – zahlreiche europäische Länder ahnden Verstöße deutlich strenger als Deutschland. Zudem werden Bußgelder innerhalb der Europäischen Union in vielen Fällen grenzüberschreitend vollstreckt. Was man vor Reiseantritt unbedingt wissen sollte, um sich nicht nur Geld, sondern auch Ärger im Urlaub zu sparen.
Tempolimits und wichtigste Verkehrsregeln im Vergleich
| Land | Innerorts | Außerorts | Autobahn | Alkoholgrenze |
| Italien | 50 km/h | 90 km/h | 130 km/h | 0,5 Promille |
| Österreich | 50 km/h | 100 km/h | 130 km/h | 0,5 Promille |
| Frankreich | 50 km/h | 80 km/h | 130 km/h* | 0,5 Promille |
| Kroatien | 50 km/h | 90 km/h | 130 km/h | 0,5 Promille |
| Schweiz | 50 km/h | 80 km/h | 120 km/h | 0,5 Promille |
| Slowenien | 50 km/h | 90 km/h | 130 km/h | 0,5 Promille |
*Bei Regen gilt in Frankreich auf Autobahnen in der Regel Tempo 110 km/h.
Italien: Spitzenreiter mit Blitzer-Hotspots
Italien zählt zu den Ländern mit den höchsten Einnahmen aus Geschwindigkeitskontrollen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden 2025 mehr als 280 Millionen Euro durch Tempoverstöße eingenommen. Besonders häufig blitzen Städte wie Florenz, Bologna, Mailand, Padua, Genua und Venedig.
Allein Florenz nahm knapp 19,7 Millionen Euro durch Geschwindigkeitsverstöße ein und führt damit das landesweite Ranking an.
Auch bei anderen Verkehrsverstößen greifen die Behörden konsequent durch:
- Parkverstoß: ab 45 Euro
- Bis 20 km/h zu schnell: ab 175 Euro
- Mehr als 50 km/h zu schnell: ab 545 Euro
- Handy am Steuer: ab 250 Euro
- Alkohol am Steuer: ab 545 Euro
Besonderheit: Zwischen 22 Uhr und 7 Uhr erhöhen sich zahlreiche Bußgelder um rund ein Drittel.
Stand: Juni 2026
Österreich: Section Control und hohe Strafen bei Rasern
Österreich gehört zu den wichtigsten Transitländern Richtung Süden. Entsprechend dicht ist das Netz aus stationären Blitzern, mobilen Messfahrzeugen und sogenannten Section-Control-Anlagen, bei denen die Durchschnittsgeschwindigkeit gemessen wird.
Typische Bußgelder:
- Parkverstoß: meist ab 20 bis 36 Euro (je nach Gemeinde)
- Handy am Steuer: ab 100 Euro
- Alkohol am Steuer: ab etwa 300 Euro, bei höheren Promillewerten deutlich mehr
- 20 km/h zu schnell ab 60 Euro
- über 50 km/h zu schnell bis zu 7500 Euro.
Vor allem auf Autobahnen, in Tunneln und in Baustellen wird regelmäßig kontrolliert.
Stand: Juni 2026
Frankreich: Tausende Blitzer und konsequente Kontrollen
Frankreich verfügt über eines der größten Blitzer-Netze Europas. Stationäre Anlagen, mobile Messfahrzeuge und moderne Radarfallen überwachen den Verkehr im ganzen Land. Urlauber sollten insbesondere auf Landstraßen aufmerksam sein, da dort häufig kontrolliert wird.
Typische Bußgelder:
- Parkverstoß: ab etwa 35 Euro
- Handy am Steuer: ab 135 Euro
- Alkohol am Steuer: ab 135 Euro, bei höheren Werten deutlich strengere Strafen
- 20 km/h zu schnell 135 Euro
- über 50 km/h zu schnell 1500 Euro
Bußgeldbescheide werden regelmäßig auch an ausländische Fahrzeughalter verschickt.
Stand: Januar 2026
Kroatien: Kontrollen auf dem Weg zur Adria
Kroatien gehört zu den beliebtesten Urlaubsländern deutscher Autofahrer. Entsprechend häufig kontrolliert die Polizei auf Autobahnen und entlang der Küstenstraßen.
Mit folgenden Strafen müssen Urlauber rechnen:
- Parkverstoß: häufig ab etwa 40 Euro
- Handy am Steuer: ab rund 130 Euro
- Alkohol am Steuer: abhängig vom Promillewert mehrere hundert Euro möglich
- Bei 20 km/h über dem Tempolimit werden 130 Euro Bußgeld fällig.
- Wer mehr als 50 km/h zu schnell fährt, muss mit Bußgeldern ab 1320 Euro rechnen.
Gerade in den Sommermonaten nehmen die Kontrollen deutlich zu.
Stand: Juni 2026
Slowenien: Strenge Kontrollen im Transitland
Viele Urlauber durchqueren Slowenien auf dem Weg nach Kroatien. Auch hier wird die Einhaltung der Verkehrsregeln konsequent überwacht.
Typische Bußgelder:
- Parkverstoß: ab 40 Euro
- Handy am Steuer: ab 250 Euro
- Alkohol am Steuer: ab 300 Euro
- 20 km/h zu schnell ab 40 Euro
- über 50 km/h ab 1200 Euro
Vor allem auf Autobahnen sowie rund um Ljubljana und Maribor finden regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen statt.
Stand: Juni 2026
Schweiz: Besonders harte Strafen bei Tempoverstößen
Die Schweiz gilt als eines der strengsten Länder Europas, wenn es um Verkehrsverstöße geht. Vor allem Raser müssen mit empfindlichen Konsequenzen rechnen.
Typische Sanktionen:
- Parkverstoß: ab etwa 40 Schweizer Franken
- Handy am Steuer: ab 100 Franken
- Alkohol am Steuer: ab 600 – 800 Franken, mögliche Führerscheinmaßnahmen
- Tempoverstöße: von hohen Bußgeldern bis hin zu einkommensabhängigen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bei schweren Verstößen
Besonders bekannt ist die Schweiz für ihr engmaschiges Netz an stationären und mobilen Blitzern.
Stand: Juni 2026
Weitere besondere Verkehrsregel in Urlaubsländern
Neben den allgemeinen Vorschriften gibt es auch einige Besonderheiten, die im Alltag schnell übersehen werden können. Hier ein paar Regeln, die es so in Deutschland nicht gibt.
- Italien: In bestimmten Gebieten gilt ein Hupverbot, gekennzeichnet mit dem Schild „Zone di silenzio“. Die Missachtung kann zu Bußgeldern führen.
- Österreich: Es sind nur analoge Parkscheiben mit Viertelstunden-Einteilung erlaubt. Deutsche oder digitale Parkscheiben sind ungültig und können Bußgelder mit sich bringen.
- Kroatien: Die Probezeit gilt nicht für eine bestimme Dauer in Jahren. Bis zum Alter von 24 Jahren besitzt man den Führerschein auf Probe und es gelten reduzierte Tempolimits.
- Spanien: Das Fahren mit der aus dem Fenster gehaltenen Hand oder dem im Fenster liegenden Arm kann zu einer Geldstrafe von bis zu 100 Euro führen. Der Fahrer und die Insassen sollten immer eine vernünftige Position im Fahrzeug einnehmen.
Verkehrsregeln vor Abfahrt Prüfen
Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, sollte sich vor Reisebeginn mit den jeweiligen Verkehrsregeln vertraut machen. Tempolimits, Alkoholgrenzen und Bußgelder unterscheiden sich teilweise deutlich von den deutschen Vorschriften. Ein defensiver Fahrstil und die Einhaltung der Verkehrsregeln sorgen nicht nur für mehr Sicherheit, sondern helfen auch dabei, unangenehme Überraschungen nach dem Urlaub zu vermeiden.
Quellen: ADAC: Verkehrsregeln beliebter Urlaubsländer, ADAC: Bußgeldrechner Ausland
