Restaurierung des Westgiebels abgeschlossen
Wer in diesem Sommer nach Athen reist, kann eines der berühmtesten Bauwerke der Welt in einer seltenen Form erleben: Die Westfassade des Parthenon auf der Akropolis ist nach Abschluss umfangreicher Restaurierungsarbeiten erstmals seit mehr als 200 Jahren wieder vollständig sichtbar. Die griechische Kulturministerin Lina Mendoni gab bekannt, dass die Arbeiten am westlichen Giebel erfolgreich beendet wurden. Gleichzeitig wurden die äußeren Gerüste an der Westseite endgültig entfernt.
Für Besucher eröffnet sich damit ein beeindruckender Blick auf den antiken Tempel, der der Stadtgöttin Athena gewidmet ist und als Wahrzeichen Griechenlands gilt. Millionen Touristen aus aller Welt besuchen jedes Jahr die Akropolis, um das rund 2.500 Jahre alte Monument zu sehen.
Aufwendige Arbeiten an antiken Bauteilen
Die Restaurierung stellte die Fachleute vor große Herausforderungen. Nach Angaben des griechischen Kulturministeriums mussten erhaltene antike Elemente sorgfältig konserviert und wieder an ihren ursprünglichen Platz eingesetzt werden. Fehlende oder stark beschädigte Bestandteile wurden durch neuen Marmor ergänzt, der optisch und technisch an das historische Baumaterial angepasst wurde.
Die Arbeiten sind Teil eines langfristigen Restaurierungsprogramms, das bereits seit Jahrzehnten läuft. Ziel ist es, die Stabilität des Bauwerks zu sichern und gleichzeitig möglichst viel der originalen Bausubstanz zu bewahren.
Schon einmal kurzzeitig ohne Gerüst
Ganz ohne Gerüste war der Parthenon allerdings nicht zum ersten Mal zu sehen. Bereits vor einigen Jahren konnten Besucher den Tempel für kurze Zeit weitgehend frei von den sonst allgegenwärtigen Baugerüsten erleben. Diese Phase war jedoch nur von kurzer Dauer, da weitere Restaurierungsmaßnahmen notwendig wurden und erneut Gerüste aufgebaut werden mussten.
Die nun abgeschlossene Restaurierung der Westseite markiert deshalb einen wichtigen Meilenstein. Zwar wird auch in Zukunft an anderen Bereichen des Tempels gearbeitet, doch die Westfassade präsentiert sich nun in einer Form, die Generationen von Besuchern nicht erleben konnten.
Ein besonderes Erlebnis für Griechenland-Urlauber
Für Reisende bietet sich damit eine seltene Gelegenheit. Die freigelegte Westfassade erlaubt einen deutlich ungestörteren Blick auf die Architektur und die monumentalen Ausmaße des Bauwerks. Besonders in den Morgen- und Abendstunden, wenn das warme Sonnenlicht auf den hellen Marmor fällt, zeigt sich der Parthenon von seiner eindrucksvollsten Seite.
Wer einen Besuch in Athen plant, kann sich somit auf einen historischen Moment freuen: Eines der bedeutendsten Bauwerke der Antike ist heute so sichtbar wie seit mehr als zwei Jahrhunderten nicht mehr.
Quelle: deutschlandfunkkultur.de
