Die Stadt Mainz plant die Einführung einer neuen Tourismusabgabe auf Übernachtungen in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben. Ab Juli 2026 sollen Gäste in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt damit zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Je nach Übernachtungskosten soll der Betrag bei maximal fünf Euro pro Nacht liegen und muss vom Stadtrat noch endgültig beschlossen werden.
Preisabhängige Staffelung
Die geplante Abgabe orientiert sich künftig am Preis der jeweiligen Unterkunft. Für besonders günstige Übernachtungen bis 50 Euro sind 2 Euro pro Nacht vorgesehen. Mit zunehmendem Preis steigt auch der Betrag schrittweise an.
Im oberen Preissegment, ab 200 Euro pro Nacht, ist der Höchstbetrag von 5 Euro angedacht. Nach Einschätzung der Stadt liegt der Großteil der Übernachtungen jedoch im mittleren Bereich: Rund 90 Prozent der Gäste sollen mit höchstens 4 Euro pro Nacht belastet werden.
Geld soll Tourismus und Kultur finanzieren
Ziel der neuen Beherbergungsabgabe ist es, die Finanzierung von touristischen Angeboten und städtischen Kultur- sowie Marketingmaßnahmen langfristig abzusichern. Nach Angaben der Stadt entstehen jährlich erhebliche Kosten, die auch touristischen Zwecken dienen. Dazu zählen unter anderem Großveranstaltungen wie die Mainzer Straßenfastnacht sowie kulturelle Einrichtungen wie das Gutenbergmuseum. Insgesamt belaufen sich diese freiwilligen Leistungen auf rund acht bis zehn Millionen Euro pro Jahr. Die Stadt sieht darin eine wachsende finanzielle Belastung, insbesondere in Zeiten angespannter kommunaler Haushalte.
Millionen-Einnahmen für die Stadt erwartet
Durch die neue Beherbergungsabgabe erwartet Mainz für das laufende Jahr Einnahmen von etwa zwei Millionen Euro und anschließend jährlich etwa vier Millionen Euro. Diese sollen gezielt in Tourismusförderung und städtische Infrastruktur fließen. Die Maßnahme wird von der Stadtspitze als Schritt hin zu einer stabileren Finanzierung bewertet, die weniger stark von allgemeinen Haushaltsmitteln abhängig ist. Oberbürgermeister Nino Haase betonte in diesem Zusammenhang, dass die Maßnahme helfen solle, zentrale Angebote dauerhaft zu sichern.
Abgabe soll nach drei Jahren überprüft werden
Geplant ist zudem eine regelmäßige Überprüfung der Regelung. Nach drei Jahren soll analysiert werden, ob die gewünschten finanziellen Effekte erzielt werden und ob Anpassungen notwendig sind. Damit setzt die Stadt auf eine flexible Ausgestaltung statt auf eine dauerhafte Festlegung ohne Evaluierung.
Stadtrat entscheidet über endgültige Umsetzung
Die Entscheidung über die Einführung der Beherbergungsabgabe liegt beim Stadtrat, der Anfang Mai darüber abstimmen soll. Erst danach steht endgültig fest, ob und in welcher Form die neue Regelung tatsächlich ab Juli 2026 in Kraft tritt.
Mainz folgt bundesweitem Trend
Mit der geplanten Regelung reiht sich Mainz in eine wachsende Zahl deutscher Städte ein, die Tourismusabgaben einführen, um steigende kommunale Kosten teilweise über Übernachtungsgäste zu finanzieren. So hat etwa Stuttgart erst kürzlich beschlossen, ebenfalls ab Juli eine Übernachtungssteuer zu erheben. In München gibt es ähnliche Bestrebungen. Allerdings ist eine Umsetzung bislang nicht erfolgt, da rechtliche Fragen noch vor Gericht geklärt werden müssen.
Quellen: mainz.de, tageskarte.io
