Die WM 2026 in den USA sorgt schon vor dem Anpfiff für Kritik – und zwar wegen drastisch gestiegener Transportkosten. Besonders im Raum New York/New Jersey müssen Fans für die Anreise zum Stadion deutlich mehr bezahlen als üblich. Für eine rund 20-minütige Zugfahrt vom Zentrum New Yorks zum Stadion in East Rutherford werden während des Turniers bis zu 150 US-Dollar fällig. Normalerweise kostet dieselbe Strecke lediglich rund 13 Dollar. Damit hat sich der Preis mehr als verzehnfacht – eine Entwicklung, die bei Fans und Politikern gleichermaßen für Unverständnis sorgt.
Deutlich teurer als zunächst erwartet
Ursprünglich war von Preisen um die 100 Dollar die Rede. Doch inzwischen ist klar: Die tatsächlichen Kosten fallen noch höher aus als befürchtet. Besonders kritisch sehen Beobachter, dass es keine Ermäßigungen geben soll. Weder Kinder noch ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung profitieren von günstigeren Tarifen. Die kurze Fahrtdauer von etwa 20 Minuten steht damit in keinem Verhältnis zu den hohen Kosten.
Verkehrsbetrieb verteidigt Preisanstieg
Der zuständige Verkehrsanbieter begründet die drastischen Preissteigerungen mit hohen organisatorischen Kosten rund um die WM 2026. Insgesamt sollen rund 62 Millionen Dollar für den Transport der Fans anfallen, von denen nur ein Teil durch Zuschüsse gedeckt ist. Die restlichen Kosten sollen über Ticketpreise refinanziert werden. Pro Spiel wird mit Zehntausenden Fans gerechnet, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.
Kaum Alternativen für Besucher
Für viele Fans gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten. Parkplätze rund um das Stadion sind stark begrenzt, sodass eine Anreise mit dem Auto schwierig ist. Auch alternative Transportmittel wie Shuttlebusse sind entweder teuer oder logistisch kompliziert. Damit bleibt der Zug für viele Besucher die einzige praktikable Option – trotz der hohen Preise.
Kritik von Politik und FIFA
Die Preisentwicklung hat inzwischen auch die Politik auf den Plan gerufen. Vertreter aus der Region fordern, dass die Kosten nicht allein auf die Fans abgewälzt werden. Auch der Weltfußballverband FIFA äußerte Kritik. Die Preise seien nicht abgestimmt und könnten negative Auswirkungen auf die Fan-Erfahrung haben. Zugleich warnen Experten davor, dass solche Kosten viele Fans abschrecken könnten – insbesondere internationale Besucher.
Fans fühlen sich nicht willkommen
In Fan-Kreisen sorgt die Entwicklung bereits für große Unzufriedenheit. Vertreter von Fanorganisationen kritisieren, dass die WM eigentlich ein globales Fest sein sollte – stattdessen entstehe der Eindruck, dass Besucher finanziell stark belastet werden. Neben den Transportkosten stehen auch hohe Ticketpreise und teure Unterkünfte in der Kritik. Insgesamt zeichnet sich ab, dass die WM 2026 für viele Fans deutlich teurer werden könnte als frühere Turniere.
Ein generelles Problem bei Großevents?
Die Diskussion um die WM-Transportkosten wirft auch eine grundsätzliche Frage auf: Wie bezahlbar sind große Sportveranstaltungen noch? Schon bei vergangenen Turnieren gab es Kritik an steigenden Preisen für Tickets, Unterkünfte und Infrastruktur. Die aktuelle Entwicklung in den USA könnte diesen Trend weiter verstärken.
Kostenfalle für WM-Fans
Die drastisch erhöhten Preise für eine kurze Zugfahrt sind ein weiteres Beispiel dafür, wie teuer Großevents inzwischen geworden sind. Ob die Kritik zu Anpassungen führt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Für viele Fans könnte die WM 2026 nicht nur sportlich, sondern auch finanziell zur Herausforderung werden.
Quelle: welt.de
