Spanien ist nach wie vor das beliebteste Reiseziel der Deutschen – besonders zu Ostern. Doch ausgerechnet in der Hochsaison droht massiver Ärger: Das Bodenpersonal wichtiger Abfertigungsunternehmen plant mehrtägige Streiks an rund 20 Flughäfen, darunter an den großen Drehkreuzen und beliebten Urlaubs-Airports. Der ADAC berichtet über die angekündigten Aktionen und rät zu Vorsorge. Wir fassen zusammen, was passiert, welche Flughäfen betroffen sind und wie Sie sich als Reisender schützen können.
Acht Streiktermine beim Bodenpersonal rund um Ostern an 20 spanischen Flughäfen
Das Bodenpersonal der beiden großen Abfertigungsdienste Groundforce und Menzies will die Arbeit niederlegen. Betroffen sind Kernaufgaben wie Check-in, Boarding, Gepäckverladung, Betankung, Flugzeugreinigung und Passagiertransport zum/vom Gate.
- Streikzeiträume (Stand: 23. März 2026):
- 27. bis 29. März 2026 (Karfreitag bis Ostersonntag): jeweils stundenweise Streiks.
- 2. bis 6. April 2026 (Gründonnerstag bis Ostermontag): ganztägig Streiks.
Das sind insgesamt acht Streiktage – genau in der Osterferien-Hochphase vieler Bundesländer. Die Gewerkschaften fordern höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Bereits 2025 hatte es ähnliche Aktionen gegeben, die den Flugverkehr aber meist nur mäßig beeinträchtigten.
Betroffene Flughäfen: Madrid, Barcelona, Mallorca & Co.
Die Streiks betreffen rund 20 spanische Airports, vor allem die touristisch relevanten:
- Madrid-Barajas (MAD)
- Barcelona-El Prat (BCN)
- Palma de Mallorca (PMI)
- Málaga (AGP)
- Valencia (VLC)
- Alicante (ALC)
- Ibiza (IBZ)
- Gran Canaria (LPA)
- Lanzarote (ACE)
- Fuerteventura (FUE)
- Teneriffa (TFS / TFN)
und weitere nicht namentlich genannte Flughäfen.
Verspätungen und längere Wartezeiten – aber keine Totalausfälle erwartet
Das Spanische Verkehrsministerium ordnet in der Regel Mindestdienste an, sodass der Flugverkehr nicht komplett zusammenbricht. Bei früheren Streiks (2025) hielten sich die Auswirkungen in Grenzen: Meist gab es längere Wartezeiten beim Check-in, Gepäckausgabe und Boarding, vereinzelt Verspätungen oder vereinzelte Annullierungen. Komplette Flugstreichungen sind unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen – besonders bei Kettenreaktionen.
Deutsche Airlines wie Condor, Eurowings, Lufthansa, Ryanair, easyJet und TUI fly fliegen stark nach Spanien und könnten betroffen sein.
Tipps für Reisende: So kommen Sie möglichst stressfrei durch die Osterferien
Wer in den kommenden Wochen oder über Ostern nach/von Spanien fliegt, sollte jetzt aktiv werden. Hier die wichtigsten Empfehlungen des ADAC und weitere Praxistipps:
- Flugstatus täglich prüfen: Schauen Sie ab sofort und besonders ab dem 26. März mehrmals täglich in der Airline-App, auf der Website Ihrer Fluggesellschaft oder über Tools wie Flightradar24 / FlightAware nach dem Status Ihres Flugs.
- Frühzeitig am Flughafen sein: Bei Streiktagen: Mindestens 3–4 Stunden vor Abflug eintreffen (bei Langstrecke oder Gruppenreisen eher 4–5 Stunden). Das gibt Puffer für längere Schlangen beim Check-in und Security.
- Online-Check-in nutzen: Checken Sie online ein und drucken Sie Boardkarten aus oder laden Sie sie in die Wallet-App. Das spart Zeit vor Ort.
- Gepäckstrategie anpassen: Reisen Sie möglichst nur mit Handgepäck – das vermeidet Probleme bei der Gepäckverladung. Wenn Aufgabegepäck nötig: Früh abgeben und auf Verspätungen gefasst sein.
- Alternativen in Betracht ziehen: Bei starken Zweifeln: Fragen Sie Ihren Veranstalter nach Umbuchungsmöglichkeiten auf andere Termine oder Ziele (z. B. Portugal oder Griechenland). Bei Pauschalreisen haben Sie oft Kulanz-Optionen.
- Ihre Rechte kennen: Bei Annullierung oder Verspätung von mehr als 3 Stunden: Anspruch auf Verpflegung, Unterkunft (bei Übernachtung) und ggf. Entschädigung (EU-Fluggastrechte-Verordnung 261/2004). Fordern Sie das direkt bei der Airline ein. Bei Streik gilt: Keine Entschädigung, aber Betreuungsleistungen (Essen, Hotel). Details: https://www.adac.de/reise-freizeit/ratgeber/reiserecht/streik-airline/
- Reiseversicherung checken: Viele Policen decken Mehrkosten bei Verspätung/Annullierung. Prüfen Sie Ihre Police – und melden Sie Schäden schnell.
- ELEFAND-Registrierung: Tragen Sie sich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts ein (elefand.auswaertiges-amt.de) – hilft bei Notfällen.
Vorsorge statt Chaos – Spanien-Urlaub bleibt machbar
Die Streiks betreffen nur das Bodenpersonal und nicht die Piloten oder Lotsen – daher dürfte der Flugverkehr größtenteils laufen, wenn auch mit Verzögerungen. Wer vorbereitet ist (früh da sein, Status checken, Handgepäck), kommt meist unbeschadet durch die Osterferien. Bleiben Sie flexibel und informiert – dann steht dem Spanien-Urlaub 2026 nichts im Wege!
Quelle: adac.de
