Am letzten Wochenende machten die Bewohner von Sylt einen ungewöhnlichen Fund an einigen ihrer Strände. Dort wurden mehrere Subtropische Segelquallen angespült, die normalerweise in wärmeren Gewässern als der Nordsee zuhause sind.
Neues Zuhause für wärmeliebende Tierarten
Dass sich die Subtropischen Segelquallen so weit in den Norden verirren, war bisher selten. Letztes Jahr sorgten sie auf Mallorca für Aufsehen, als sie millionenfach die Strände bevölkerten. 2026 wurden sie bereits vor Schottland und Dänemark gesichtet. Immer öfter beobachten Forscher, dass Tierarten, die eigentlich in tropischeren Gewässern zuhause sind, sich in Richtung Norden bewegen. Der Grund: die Erwärmung der Meere.
Kleine tierische Segelboote
Die Subtropischen Segelquallen verdanken ihren Namen ihrem ungewöhnlichen Aussehen: ein dunkelblauer Weichkörper, auf dem ein dreieckiges schrägstehendes Segel sitzt. Dieses treibt durch Bewegung die Quallen voran. Sie ernähren sich von Krebsen und Fischlarven und „segeln“ oft in riesigen Schwärmen. Im Winter benötigen sie eine Wassertemperatur von circa 14 Grad. Sie kommen weltweit vor, sind allerdings eher schlecht erforscht.
Harmloser vs. gefährlicher Besuch aus dem Süden
Was die Subtropischen Segelquallen angeht, können die Meeresbiologen der Schutzstation Wattenmeer Entwarnung geben. Die Tiere stellen für den Menschen keine Gefahr da. Sorge bereitet Fachleuten allerdings, dass sie die Vorboten von gefährlicheren Arten sein könnten.
Andere wärmeliebende Quallenarten, die gefährlichen Kontakt ausüben, sind beispielsweise die Portugiesische Galeere und die Mittelmeer-Leuchtqualle. Deren Gifte können kleinere Fische sogar töten. Bei Menschen entstehen Schmerzen, Quaddeln und mitunter auch allergische Schocks. In der Vergangenheit sorgten Sichtungen dieser Quallen zum Beispiel an den französischen und portugiesischen Atlantikküsten für Sperrungen von Stränden.
In Zukunft häufiger möglich
Mit dem Klimawandel und der Erwärmung der Meere könnte es in Zukunft häufiger passieren, dass sich die Subtropische Segelqualle an Deutschlands Strände an Nord- und Ostsee verirrt. Solange es bei dieser harmlosen Quallenart bleibt, erfreuen sich die Finder an den ungewöhnlichen Anblicken. Aktuell können gestrandete Segelquallen auf Sylt bei einschlägigen Portalen gemeldet werden. beachexplorer.org beispielsweise nimmt Fundmeldungen entgegen und leitet sie zur wissenschaftlichen Erforschung der Küsten weiter.
Quellen: schutzstation-wattenmeer.de, bild.de
