Türkisblaues Wasser, abgelegene Buchten und kaum Menschen: Die kleine Insel Atokos im Ionischen Meer wirkt wie ein klassisches griechisches Urlaubsmotiv. Doch eine tierische Besonderheit macht das unbewohnte Eiland zu einem besonderen Ziel für Ausflüge: Auf Atokos leben frei laufende Wildschweine, die gelegentlich bis an die Küste kommen.
Die Tiere halten sich normalerweise im dichten Bewuchs der Insel auf. Immer wieder lassen sich aber einzelne Exemplare am Strand beobachten. Manche Wildschweine gehen sogar ins Meer und schwimmen eine Runde – ein Anblick, der Atokos den Spitznamen „Schweineinsel“ eingebracht hat.
Atokos: Eine unbewohnte Insel mit tierischen Bewohnern
Für die Wildschweine ist der Kontakt mit dem Wasser allerdings kein touristisches Spektakel. Die Tiere leben frei und selbstständig auf der unbewohnten Insel, die sich in Privatbesitz befindet. Wann sie aus dem Wald kommen, zum Strand laufen oder ins Meer gehen, entscheiden sie selbst.
Aber mit etwas Glück sehen Besucher auf einer gebuchten Bootstour nach Atokos ein Wildschwein am Strand oder sogar beim Schwimmen. Gerade diese Unberechenbarkeit macht eine Begegnung für Besucher besonders spannend.
Wildschweine auf Atokos: Abstand halten und nicht füttern
So außergewöhnlich ein Foto von einem schwimmenden Wildschwein auch sein mag: Besucher sollten niemals vergessen, dass es sich um Wildtiere handelt. Die Tiere sind nicht an den Kontakt mit Menschen gewöhnt und sollten weder verfolgt noch bedrängt werden.
Besonders wichtig ist es, die Wildschweine nicht zu füttern und nicht anzufassen. Durch regelmäßiges Futter von Menschen können Wildtiere ihr natürliches Verhalten verändern. Eine scheinbar harmlose Fütterung kann langfristig Probleme verursachen. Gewöhnen sich Wildschweine an menschliche Nahrung, können sie gezielt die Nähe von Menschen suchen. Dadurch steigt wiederum das Risiko ungewollter Begegnungen.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sich Jungtiere in der Nähe befinden. Wildschweine sind kräftige Tiere und können sich bedroht fühlen, wenn Menschen ihnen zu nahe kommen. Urlauber sollten deshalb einen großzügigen Abstand einhalten und den Tieren jederzeit die Möglichkeit lassen, sich zurückzuziehen.
Atokos gehört zum Natura-2000-Schutznetz
Die besondere Natur der Insel ist auch aus ökologischer Sicht relevant. Atokos ist Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks, das besonders wertvolle und schützenswerte Lebensräume in Europa umfasst.
Wer auf Atokos an Land geht, besucht deshalb keinen Tierpark und auch keinen gewöhnlichen Touristenstrand. Die Insel ist ein weitgehend unberührter Naturraum. Entsprechend sollten Besucher darauf achten, möglichst wenig in die Umgebung einzugreifen.
So können Urlauber Atokos besuchen
Atokos lässt sich vor allem im Rahmen von Bootsausflügen erreichen. Touren werden unter anderem von Lefkada, Kefalonia und Ithaka angeboten. Je nach Route steuern die Boote unterschiedliche Buchten der kleinen Insel an. Wer die Wildschweine beobachten möchte, sollte sich dabei auf die Anweisungen des jeweiligen Touranbieters verlassen.
Kein Müll und kein Futter für die Wildschweine
Da Atokos über keine touristische Infrastruktur verfügt, gilt für Besucher eine einfache Regel: Alles, was mit auf die Insel genommen wird, sollte auch wieder mitgenommen werden. Das betrifft insbesondere Plastik, Verpackungen und Lebensmittelreste. Müll kann den Naturraum beeinträchtigen und Wildtiere an menschliche Hinterlassenschaften gewöhnen.
Die wohl schönste Besonderheit von Atokos lässt sich deshalb mit einem einfachen Gedanken zusammenfassen: Nicht die Wildschweine sind zu Gast bei den Menschen – die Menschen sind zu Gast im Lebensraum der Tiere. Wer diese Regel respektiert, kann die ungewöhnliche Natur der griechischen „Schweineinsel“ erleben, ohne sie dabei zu verändern.
Quelle: heute.at
