Das All-Inclusive-Buffet gehört für viele Urlauber zu einem Türkei-Urlaub einfach dazu. Doch das Konzept steht zunehmend im Fokus, weil dabei große Mengen an Lebensmitteln übrig bleiben. Die Türkei sucht deshalb nach Lösungen, um Lebensmittelverschwendung in Hotels und Restaurants zu reduzieren. Ein komplettes Ende der beliebten Buffets ist derzeit allerdings nicht in Sicht.
Wer einen Urlaub in der Türkei bucht, entscheidet sich häufig für ein All-Inclusive-Hotel. Besonders an der Türkischen Riviera und in anderen beliebten Ferienregionen locken große Buffets mit einer riesigen Auswahl an warmen und kalten Speisen. Gäste können sich nach Belieben bedienen und zahlreiche Gerichte ausprobieren.
Genau diese Vielfalt bringt jedoch auch ein Problem mit sich: Nicht alles, was auf den Buffets angeboten wird, kommt am Ende auf die Teller. Ein Teil der vorbereiteten Speisen wird nicht gegessen und muss anschließend entsorgt werden.
Lebensmittelverschwendung bleibt großes Problem
In der Türkei werden jedes Jahr erhebliche Mengen an Lebensmitteln weggeworfen. Laut aktuellen Berichten sind es durchschnittlich 102 Kilogramm pro Person. Besonders Obst und Gemüse gehören zu den Lebensmitteln, die häufig im Abfall landen.
Auch die Tourismusbranche ist davon betroffen. Gerade in großen Hotels werden täglich umfangreiche Buffets vorbereitet. Um den Gästen jederzeit eine möglichst große Auswahl bieten zu können, müssen die Küchen entsprechend große Mengen kalkulieren. Was am Ende nicht gegessen wird, kann jedoch häufig nicht am nächsten Tag erneut angeboten werden. Damit entstehen nicht nur unnötige Abfälle. Auch für die Hotels bedeutet die Verschwendung steigende Kosten bei Einkauf, Zubereitung und Entsorgung.
Kein sofortiges Aus für All-Inclusive-Buffets
Die gute Nachricht für Türkei-Urlauber: Das vielfach angekündigte Ende der All-Inclusive-Buffets bleibt vorerst aus. Vor rund einem Jahr hatten Berichte über mögliche Veränderungen für Aufsehen gesorgt. Damals stand die Frage im Raum, ob das klassische Buffetmodell zugunsten nachhaltigerer Lösungen zurückgedrängt werden könnte.
Inzwischen zeigt sich ein anderes Bild. Das beliebte All-you-can-eat-Prinzip soll nicht grundsätzlich abgeschafft werden. Urlauber müssen daher aktuell nicht damit rechnen, dass sie in türkischen Ferienhotels plötzlich auf das gewohnte Buffet verzichten müssen. Dennoch beschäftigt sich die Branche weiterhin intensiv mit der Frage, wie sich Lebensmittelabfälle reduzieren lassen.
Weniger Buffet, mehr individuelle Auswahl
Eine mögliche Lösung könnte darin bestehen, Speisen künftig stärker nach Bedarf zuzubereiten – beispielweise in Form einer Gutschrift, die bei der Buchung inbegriffen und in teilnehmenden Restaurants eingelöst werden kann. Auch À-la-carte-Angebote sind deshalb interessant. Gäste würden ihre gewünschten Gerichte direkt auswählen und bestellen, während die Küche nur die tatsächlich benötigten Portionen zubereitet.
Traditionelles türkisches Frühstück ebenfalls betroffen
Nicht nur die großen Hotelbuffets stehen im Mittelpunkt der Diskussion. Auch das traditionelle türkische Frühstück könnte sich langfristig verändern. Beim sogenannten Serpme Kahvaltı werden zahlreiche kleine Teller und Schalen mit unterschiedlichen Spezialitäten auf dem Tisch serviert. Käse, Oliven, Brot, Gemüse, Eier, Aufstriche und weitere Köstlichkeiten sorgen für eine besonders große Auswahl. Für Urlauber ist dieses Frühstück ein kulinarisches Erlebnis. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass viele Speisen übrigbleiben, weil Gäste längst nicht von allem essen. Eine individuellere Zusammenstellung könnte deshalb dazu beitragen, die Menge an Lebensmitteln zu reduzieren, die am Ende ungenutzt entsorgt werden.
Was bedeutet das für All Inclusive-Urlauber?
Für Reisende ändert sich zunächst wenig. Wer seinen Türkei-Urlaub mit All Inclusive gebucht hat, kann weiterhin mit umfangreichen Buffets rechnen. Ein generelles Verbot ist derzeit nicht absehbar. Langfristig könnte sich das Angebot allerdings verändern. Hotels könnten kleinere Mengen bereitstellen, häufiger nachfüllen oder zusätzliche Gerichte auf Bestellung anbieten. Dadurch könnte die Auswahl weiterhin groß bleiben, während gleichzeitig weniger Essen unnötig im Müll landet.
Quelle: reisereporter.de
