Weltrekord-Attraktion in Hamburg setzt ab November mit spektakulärer Südamerika-Welt neue Maßstäbe
Nach vier Jahren Bauzeit entsteht im Miniatur Wunderland in der historischen Hamburger Speicherstadt eine faszinierende Miniatur-Landschaft mit Amazonas-Regenwald, gewaltigen Wasserfällen und berühmten Sehenswürdigkeiten. Rund sechs Millionen Euro hat das außergewöhnliche Projekt gekostet. Das Miniatur Wunderland erweitert seine weltberühmte Modelleisenbahnanlage um einen riesigen Südamerika-Abschnitt. Im Mittelpunkt steht ein detailreich gestalteter Regenwald, der Besucher in die faszinierende Landschaft des Amazonas entführt. Am 9. November soll die neue Miniaturwelt nach vier Jahren Bauzeit eröffnet werden.
Das Besondere: Die Modellbauer haben nicht nur eine beeindruckende Landschaft geschaffen, sondern auch zahlreiche technische Herausforderungen gemeistert. Unterstützt wurden die Hamburger Experten von der Modellbaufamilie Martinez aus Buenos Aires.
Miniatur Wunderland: Sechs Millionen Euro für die neue Südamerika-Welt
Die Dimensionen des neuen Bauprojekts sind beeindruckend. Insgesamt rund sechs Millionen Euro wurden in den neuen Abschnitt investiert. Auf einer Modellfläche von 175 Quadratmetern entstand eine detailreiche Landschaft mit 442 Gebäuden, 90 Zügen, 13.000 Figuren und 800 Tieren.
Ein besonderes Highlight ist der Amazonas-Regenwald. Rund 30.000 Bäume bilden das dichte grüne Blätterdach. Viele davon wurden in aufwendiger Handarbeit aus verdrehten Drähten, Strukturpaste und Naturmaterialien gefertigt. Ein leichter Seidenglanz sorgt dafür, dass die Blätter möglichst authentisch wirken.
Für die Umsetzung des gesamten Projekts waren rund 180.000 Arbeitsstunden erforderlich.
Weltrekord in Hamburg: Die größte Modelleisenbahn der Welt wächst weiter
Das Miniatur Wunderland hält bereits seit 2019 einen besonderen Guinness-Weltrekord. Damals wurde die Hamburger Anlage offiziell als größte Modelleisenbahnanlage der Welt ausgezeichnet.
Seitdem ist die Attraktion kontinuierlich gewachsen. Die Gleislänge beträgt inzwischen 16.491 Meter. Allein der neue Südamerika-Abschnitt steuert weitere 861 Meter Gleise bei.
Damit bleibt das Miniatur Wunderland eine außergewöhnliche Touristenattraktion, die Modellbau, Technik und fantasievolle Landschaften miteinander verbindet.
Amazonas-Regenwald im Miniaturformat zeigt auch Schattenseiten
Neben der beeindruckenden Naturkulisse legen die Macher großen Wert auf realistische Darstellungen. Mitten im Amazonas liegt beispielsweise die Stadt Manaus. Dort sind 71 kleine Stelzenhäuser entstanden. Auch die Straßen unterscheiden sich von bisherigen Modellwelten: Statt gewöhnlichem Asphalt müssen sich die Fahrzeuge über matschige Dschungelpisten bewegen.
Doch die neue Regenwald-Welt zeigt nicht nur die Schönheit Südamerikas. Auch die Zerstörung des Amazonas wird thematisiert. Abholzung, illegale Goldminen und Waldbrände gehören ebenfalls zur Darstellung.
MiWuLa-Gründer Frederik Braun erklärt, dass es falsch wäre, beim Amazonas ausschließlich das Naturparadies zu zeigen. Die Probleme der Region dürften nicht ausgeblendet werden.
Iguazú-Wasserfälle: 800 Liter Wasser sorgen für spektakuläre Effekte
Eine der größten technischen Herausforderungen waren die berühmten Iguazú-Wasserfälle. Denn echtes Wasser lässt sich im Modellmaßstab 1:87 nicht einfach verkleinern.
Die Modellbauer entwickelten deshalb eine aufwendige technische Lösung. Ein Tank fasst rund 800 Liter Wasser. Im regulären Betrieb transportiert eine Pumpe etwa 25.000 Liter pro Stunde über die künstlichen Felskanten.
Das Ergebnis soll die gewaltigen Wassermassen der südamerikanischen Naturattraktion möglichst realistisch darstellen. Gerade solche technischen Besonderheiten machen das Miniatur Wunderland zu einer außergewöhnlichen Sehenswürdigkeit.
Machu Picchu und Südamerika: Neue Highlights für Hamburg-Besucher
Auch die berühmte Inka-Stadt Machu Picchu hat ihren Platz in der neuen Miniaturwelt gefunden. Allerdings stellte die Größe der historischen Ruinenstadt die Modellbauer vor ein Problem. Die umfangreiche Anlage passte nicht auf die vorgesehene Fläche.
Die Lösung war eine zusätzliche Verkleinerung: Machu Picchu wurde im Maßstab 1:120 umgesetzt.
Mit dem neuen Südamerika-Bereich erweitert das Miniatur Wunderland sein touristisches Angebot um eine weitere spektakuläre Erlebniswelt. Für das Jahr 2026 rechnet die Hamburger Besucherattraktion mit rund 1,6 Millionen Gästen.
Damit dürfte die neue Regenwald-Welt ab November 2026 auch für Städtereisende, Familien und Hamburg-Touristen ein zusätzlicher Anreiz sein, die weltberühmte Miniatur-Ausstellung zu besuchen. Bis zur Eröffnung arbeiten die Modelbauer nochmal auf Hochtouren und stellen sicher, dass jede der handbemalten Figuren an ihrem Platz steht, jeder der 250 Züge fahrtbereit ist und auch sonst nichts dem Zufall überlassen bleibt.
Quelle: bild.de
