Ab dem 13. Dezember wird Leo Express eine neue Verbindung zwischen München und Prag einführen – mit acht täglichen Zugfahrten im Zwei-Stunden-Takt.
Das Unternehmen Leo Express erweitert sein Angebot in Deutschland. Seit Anfang August gibt es einen direkten Zug von Frankfurt am Main, der durch Tschechien bis nach Przemysl an der polnisch-ukrainischen Grenze verkehrt. Die Strecke Frankfurt–Przemysl, die Deutschland, Tschechien und Polen verbindet, gehört laut Unternehmensangaben zu den längsten Direktzugverbindungen in Europa. Derzeit nutzen täglich etwas mehr als 100 Personen dieses Angebot, das langfristige Ziel sind bis zu 400 Fahrgäste pro Zug. Zwischen Frankfurt und Prag hält der Zug an 18 Bahnhöfen, darunter Fulda, Erfurt, Weimar, Dresden und Bad Schandau. Reisende können zwischen der Economy- und der Business-Class wählen, und die Züge sind mit WLAN, Klimaanlage und einem Bistro ausgestattet.
Neue Verbindung von München nach Prag startet im Dezember
Leo Express wird den Zugbetrieb auf der 439 Kilometer langen Strecke in Tschechien von Ceske Drahy (CD) übernehmen, nachdem das Unternehmen eine Ausschreibung des tschechischen Verkehrsministeriums gewonnen hat. Die Züge werden achtmal täglich in beiden Richtungen im zwei-Stunden-Takt fahren und die Fahrzeit beträgt etwa fünf Stunden und zwanzig Minuten. In Deutschland sind Haltestellen in Regensburg, Schwandorf, Furth im Wald, Freising und Landshut geplant sowie in Tschechien in Domazlice, Holysov und Pilsen. Auf deutschem Boden wird auch das Deutschland-Ticket gültig sein.
„Wir haben uns absichtlich für eine neue Strecke entschieden, die von keinem anderen Anbieter in dieser Form bedient wird“, erklärt CEO Peter Köhler. Es sei ein herausforderndes Projekt, drei Länder mit einem einzigen Zug zu verbinden. „Gerade in solchen direkten internationalen Verbindungen sehen wir jedoch großes Potenzial.“ Die Expansion in Deutschland ist Teil der umfassenderen Wachstumsstrategie des Unternehmens. Nach Angaben des Unternehmens hat sich Leo Express in den letzten drei Jahren verdoppelt. Im Juni und Juli ist die Zahl der Fahrgäste im Jahresvergleich um fast 30 Prozent gestiegen, und für das laufende Jahr erwartet Köhler ein weiteres Wachstum von mindestens 50 Prozent.
Reisen in modernen Intercity-Zügen
Leo Express hat das günstigste Angebot in Höhe von 427 Millionen CZK für fünf Jahre, ohne Infrastrukturkosten, abgegeben. Modernisierte Intercity-Reisezugwagen, die durch eine strategische Partnerschaft mit Renfe gesichert wurden, werden auf der Strecke eingesetzt. Diese Züge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h, sind mit Klimaanlage, WLAN und einem audiovisuellem System ausgestattet und werden von einer Multisystem-Lokomotive gezogen.
Zusätzlich zu den Tarifen von Leo Express wird auch der SJT/One-Ticket-Ministerialtarif auf dieser Strecke gelten. Leo Express wird bestrebt sein, den Fahrkartenverkauf für diese Verbindungen auch über das ČD-Netz zu gewährleisten. Es wird auch möglich sein, die integrierten Tarife der Region Pilsen in den Zügen sowie InterRail-, Eurail- und CIV-internationale Tickets zu nutzen. An Bord werden Snacks und eine Auswahl an kalten und heißen Getränken, einschließlich Bier, angeboten. Zudem wird es Plätze im Zug für Reisende mit eingeschränkter Mobilität und für die Beförderung von Fahrrädern geben.
Die Verbindung, die nach dem Überqueren der tschechisch-deutschen Grenze nach München weiterführt, wird in Zusammenarbeit mit einem deutschen Verkehrsunternehmen betrieben, das einen Vertrag mit dem Aufgabenträger Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) des Freistaats Bayern hat.
Leo Express bietet seit 2012 Personenverkehr mit Bahn und Bus in Mitteleuropa an
In Tschechien operiert das Unternehmen hauptsächlich auf der kommerziellen Strecke Prag – Olmütz – Ostrava, während die internationalen Zugverbindungen auch nach Prešov oder Bratislava in der Slowakei, sowie Krakau und Warschau in Polen führen. Das Netzwerk wird durch Busverbindungen in die Ukraine ergänzt, die an die Züge anschließen. Seit Dezember 2019 betreibt Leo Express auch Regionalzüge in der Region Pardubice. Im Dezember 2023 übernahm das Unternehmen den regionalen Schienenverkehr auf der meistbefahrenen slowakischen Strecke Bratislava – Komárno. Im Juni 2026 nahm Leo Express erfolgreich die neue Verbindung Frankfurt–Dresden–Prag–Bohumín, die bis nach Przemyśl führt, in Betrieb. Im Dezember wird das Bahnunternehmen die neue Verbindung Prag – Pilsen – Domažlice und weiter in Richtung München starten. Gemeinsam mit seinem strategischen Partner, der spanischen Staatsbahn Renfe, plant Leo Express in den kommenden Jahren ein starkes Wachstum in Europa – sowohl im Bereich der kommerziellen Verkehre als auch im Bereich von gemeinwirtschaftlichen Leistungen.
Quelle: touristik-aktuell.de
