Viele Urlauber, die mit dem Auto nach Kroatien fahren, kennen die langen Warteschlangen an den Mautstationen. Besonders in der Hauptreisezeit kommt es dort häufig zu Staus und Verzögerungen. Ab 2026 soll sich diese Situation deutlich verbessern: Kroatien führt eine digitale Maut ein, die den Verkehrsfluss erleichtern soll. Auf ähnliche Systeme wird derzeit auch in anderen europäischen Ländern wie Frankreich oder Italien umgestellt.
Zeitplan für die Umstellung
Die Umstellung soll im Herbst 2026 beginnen. Schrittweise werden die bisherigen Mautstationen auf den Autobahnen entfernt und durch ein elektronisches System ersetzt. Der offizielle Start des neuen Systems ist für den 1. März 2027 vorgesehen. Während der Übergangsphase werden die notwendige Technik installiert und getestet, um einen reibungslosen Start der digitalen Maut in Kroatien zu gewährleisten.
Free-Flow-System: So funktioniert die digitale Maut
Das neue Modell basiert auf einem sogenannten „Free-Flow-System“. Das bedeutet, dass Fahrzeuge nicht mehr anhalten müssen, um eine Gebühr zu bezahlen. Stattdessen können Autos ohne Stopp über die Autobahn fahren, während Kameras und digitale Technik die Fahrzeuge automatisch erfassen. Dadurch soll sich der Verkehrsfluss deutlich verbessern. Während an herkömmlichen Mautstellen etwa 300 Fahrzeuge pro Stunde abgefertigt werden können, soll das neue System bis zu 3.000 Fahrzeuge in der gleichen Zeit schaffen.
Registrierung und Bezahlung für Autofahrer
Reisende müssen sich jedoch auf einige Veränderungen einstellen. Wer künftig eine mautpflichtige Strecke nutzen möchte, muss sein Fahrzeug vorher registrieren. Eine Möglichkeit ist die Online-Anmeldung des Kennzeichens. Dabei wird eine Zahlungsmethode hinterlegt, beispielsweise eine Kreditkarte, PayPal oder ein SEPA-Lastschriftverfahren. Kameras an den Autobahnauffahrten und -abfahrten erkennen anschließend das Nummernschild und berechnen die entsprechende Mautgebühr.
Die Mautbox als Alternative
Alternativ kann eine elektronische Mautbox im Fahrzeug genutzt werden. Dieses Gerät wird normalerweise hinter der Windschutzscheibe angebracht und kommuniziert beim Passieren der Kontrollportale mit dem System, sodass die Gebühren automatisch abgerechnet werden. Für Fahrzeuge mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen, etwa Lastwagen oder Busse, ist die Nutzung einer solchen Mautbox verpflichtend. Pkw-Fahrer können dagegen zwischen der Kennzeichenerkennung und der Mautbox wählen.
Flexible Optionen für Kurzentschlossene
Da nicht alle Reisenden ihre Fahrt lange im Voraus planen, sollen zusätzlich spezielle Fahrspuren eingerichtet werden. Dort ist eine kurzfristige Registrierung möglich, bei der das Kennzeichen erfasst und direkt eine Zahlungsmethode hinterlegt werden kann.
Drohende Bußgelder
Wer ohne gültige Registrierung oder Mautbox auf Kroatiens Autobahnen unterwegs ist, muss mit hohen Geldbußen rechnen. Mit der Einführung der digitalen Maut werden Regelverstöße künftig sofort erfasst, da Kameras jedes Kennzeichen automatisch kontrollieren und Nichtzahlungen dokumentieren. Die Sanktionen beginnen bei etwa 300 Euro und können je nach Schwere des Vergehens deutlich ansteigen. Auch eine grenzüberschreitende Durchsetzung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist möglich. Außerdem bleiben Ansprüche bis zu fünf Jahre nach dem Vorfall bestehen.
Insgesamt soll die neue digitale Maut den Verkehr auf Kroatiens Autobahnen flüssiger machen und Wartezeiten an den Mautstellen deutlich reduzieren. Besonders für Urlauber, Pendler und den internationalen Transitverkehr könnte die Fahrt dadurch in Zukunft entspannter verlaufen.
Quellen: reisereporter.de, inFranken.de
