Eine Kreuzfahrt nach Oslo könnte für Reisende künftig etwas teurer werden: Die norwegische Hauptstadt plant eine Passagierabgabe von 100 norwegischen Kronen pro Person. Das entspricht derzeit etwa 9,20 Euro. Die neue Regelung soll ab Januar 2027 gelten.
100 Kronen für Kreuzfahrtgäste
Die geplante Gebühr soll für größere Kreuzfahrtschiffe gelten. Betroffen wären Schiffe mit einer Länge von mehr als 100 Metern und einem Reiseprogramm von mindestens 24 Stunden. Reguläre Fährverbindungen sollen dagegen nicht unter die Regelung fallen.
Oslo erwartet durch die Passagierabgabe zusätzliche Einnahmen in Millionenhöhe. Auf Grundlage der Passagierzahlen aus dem Jahr 2025 kalkuliert der Stadtrat mit rund 41 Millionen norwegischen Kronen pro Jahr – umgerechnet etwa 3,8 Millionen Euro.
Mit den Einnahmen sollen unter anderem öffentliche Einrichtungen und Toilettenanlagen finanziert beziehungsweise instand gehalten werden. Hintergrund sind die Kosten, die durch den zunehmenden Tourismus für die städtische Infrastruktur entstehen.
Norwegens neue Tourismusabgabe
Bereits 2025 wurde in Norwegen eine neue Regelung für eine Tourismusabgabe auf den Weg gebracht. Die neue Gebühr kann bis zu drei Prozent auf Übernachtungen betragen.
Voraussetzung für die Erhebung ist, dass eine Kommune besonders stark vom Tourismus und den damit verbundenen Belastungen für die Infrastruktur betroffen ist. Die zusätzlichen Einnahmen sollen dazu beitragen, diese Belastungen abzufedern. Genannt werden unter anderem Sanitäranlagen, Parkplätze, Wanderwege und die Abfallentsorgung.
Warum Norwegen die Abgabe einführt
Hinter der neuen Regelung steht der starke Besucherandrang an zahlreichen norwegischen Reisezielen. 2024 verzeichnete das Land mit rund 38,6 Millionen Übernachtungen einen neuen Rekord.
Vor allem beliebte Sehenswürdigkeiten und kleinere Gemeinden geraten dadurch bei ihrer Infrastruktur an Grenzen. Auch Kreuzfahrtschiffe spielen in der Diskussion eine Rolle, da innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Besucher an einem Ort ankommen können. Die nun geplante Passagierabgabe in Oslo ist eine konkrete Gebühr für Kreuzfahrtgäste, die die Hauptstadt besuchen.
Mit den zusätzlichen Einnahmen sollen Bereiche unterstützt werden, die durch den Tourismus besonders belastet sind. Die norwegische Hotelbranche hatte die Pläne zunächst kritisch gesehen und vor möglichen Auswirkungen auf den Tourismus gewarnt. Wirtschaftsministerin Cecilie Myrseth verwies dagegen darauf, dass eine Abgabe von drei Prozent vergleichsweise niedrig sei. Auch auf den Lofoten sorgt der zunehmende Tourismus für Herausforderungen. Der neue Übernachtungszuschlag von drei Prozent könnte ab 2027 Abhilfe schaffen, wie sonnenklar.tv berichtete.
Quellen: berliner-kurier.de, focus.de, reisereporter.de
