Aufgrund von easyJet-Streiks müssen sich Reisende im Herbst und vor Weihnachten auf mögliche Flugausfälle in Portugal einstellen. Das Kabinenpersonal der britischen Airline hat zwei mehrtägige Ausstände angekündigt. Betroffen sind vor allem die Flughäfen Lissabon, Porto und Faro. Auch in Frankreich könnte es im Oktober zu Arbeitsniederlegungen kommen, die sich auf den Luftverkehr auswirken.
Zwei Streikzeiträume im Oktober und Dezember
Der erste easyJet-Streik soll vom 2. bis zum 6. Oktober 2026 dauern. Der Ausstand wird mit dem verlängerten Wochenende rund um den Tag der Ausrufung der Republik am 5. Oktober zusammenfallen, einem landesweiten Feiertag in Portugal. Nach Angaben des Nationalen Flugpersonalverbands der Zivilluftfahrt SNPVAC könnten in diesem Zeitraum rund 500 geplante Flüge der Fluggesellschaft betroffen sein. Wie viele Verbindungen tatsächlich gestrichen werden, steht allerdings noch nicht fest. In Portugal gilt ein gesetzlich vorgeschriebener Mindestbetrieb, sodass ein Teil der Flüge durchgeführt werden muss.
Der zweite easyJet-Streik ist für den 19. bis 23. Dezember angedacht und fällt in die besonders reisestarke Phase rund um Weihnachten. Deshalb könnte der Einfluss auf den Flugbetrieb dann noch größer ausfallen.
Für Urlauberinnen und Urlauber sind insbesondere Verbindungen über Lissabon, Porto und Faro relevant. Von den drei Standorten der Airline bestehen zahlreiche europäische Verbindungen, sodass auch Hin- und Rückflüge von Reisenden aus Deutschland beeinträchtigt sein können. Der Flughafen Funchal auf Madeira soll nach den derzeit vorliegenden Informationen nicht Teil des easyJet-Streiks sein.
Kabinenpersonal fordert bessere Bedingungen
Auslöser des Konflikts sind Forderungen des portugiesischen Kabinenpersonals. Die Gewerkschaft führt unter anderem häufig wechselnde Dienstpläne, Schwierigkeiten bei der Einsatzplanung und Verstöße gegen die geltende Tarifvereinbarung an. Zudem geht es um Überstunden, die nach Darstellung des SNPVAC wegen Personalmangels erforderlich würden.
Die Gewerkschaft kritisiert außerdem Unterschiede bei der Behandlung von Kabinenpersonal und Piloten sowie die Vergütung der portugiesischen Beschäftigten. Nach Angaben des Verbands liegen deren Gehälter unter denen anderer Fluggesellschaften in Portugal und unter den Gehältern, die easyJet in anderen Ländern seines Netzwerks zahlt.
Was easyJet-Reisende jetzt beachten sollten
Wer zwischen dem 2. und 6. Oktober oder vom 19. bis 23. Dezember mit easyJet nach Portugal oder von dort zurückfliegen möchte, sollte den Flugstatus und die Buchungsinformationen regelmäßig kontrollieren und sich über mögliche Änderungen informieren.
Auch in Frankreich droht ein Streik
Nicht nur in Portugal könnten im Oktober Einschränkungen im Luftverkehr drohen. In Frankreich haben sechs Gewerkschaften einen fünftägigen Streik des Flugpersonals für den Zeitraum vom 17. bis 21. Oktober 2026 angekündigt. Hintergrund ist eine geplante Rentenreform. Der Ausstand würde nach aktueller Planung in die Herbstferien einiger deutscher Bundeländer fallen. Ob die Arbeit wirklich niedergelegt wird, ist allerdings noch offen, da die Gewerkschaften zugleich Gesprächsbereitschaft signalisierten. Reisende sollten auch hier die Entwicklungen im Auge behalten.
Quellen: euronews.com, reisereporter.de, hna.de
