Der Krieg im Nahen Osten zwischen Israel, dem Iran und den USA sorgt seit Wochen auch im internationalen Kreuzfahrtverkehr für Unsicherheiten. Besonders betroffen: die Region rund um den Persischen Golf, wo mehrere Kreuzfahrtschiffe bis vor Kurzem wochenlang festsaßen oder ihre geplanten Routen nicht mehr wie vorgesehen fahren konnten.
Für Reedereien wie MSC Cruises und TUI Cruises hatte dies weitreichende Folgen: Fahrpläne wurden kurzfristig geändert, Reisen gestrichen und ganze Routen verschoben. Für viele Urlauber bedeutete das zunächst enttäuschende Stornierungen ihrer geplanten Kreuzfahrt. Doch seit mehrere Schiffe die Krisenregion kürzlich verlassen konnten, befinden sich wieder auf dem Weg nach Europa. Damit rückt die reguläre Kreuzfahrtsaison im Mittelmeer und in Nordeuropa in greifbare Nähe.
MSC Cruises, TUI Cruises und Celestyal Cruises nutzen Zeitfenster
Mit der kurzzeitigen Öffnung der Straße von Hormus am 17. April konnten mehrere Kreuzfahrtschiffe die Passage erfolgreich passieren. Dazu gehören unter anderem die MSC Euribia sowie die „Mein Schiff 4“ und die „Mein Schiff 5“. Auch zwei Schiffe der Reederei Celestyal Cruises haben die Region bereits verlassen. Die erfolgreiche Durchfahrt gilt als entscheidender Schritt, um den europäischen Kreuzfahrtbetrieb wieder planmäßig aufnehmen zu können.
MSC Cruises aktiviert stornierte Kreuzfahrten
Die ursprünglich geplante Reise der MSC Euribia, die im Mai in Kiel oder alternativ in Kopenhagen starten sollte, war zunächst vollständig abgesagt worden.
Nun die Kehrtwende: Die Kreuzfahrt soll laut Reederei wieder wie geplant stattfinden. Auch alle nachfolgenden Fahrten des Schiffes sollen regulär durchgeführt werden. Gäste, deren Reise zunächst storniert wurde, haben nun die Möglichkeit, ihre ursprüngliche Buchung wieder zu aktivieren. Die Reederei kündigte an, betroffene Kundinnen und Kunden direkt zu kontaktieren und über das weitere Vorgehen zu informieren. „Ich bin zuversichtlich, dass viele Kunden die ursprünglich gebuchte Fahrt mit der ‚MSC Euribia‘ dann auch antreten werden“, sagte Deutschland-Chef Jörg Eichler gegenüber dem Branchenmagazin „fvw TravelTalk“.
TUI Cruises kehrt ebenfalls zu regulärem Fahrplan zurück
Auch bei TUI Cruises entspannt sich die Lage deutlich. Durch die erfolgreiche Rückführung der Schiffe aus der Krisenregion können wichtige Positionierungen für die Sommersaison in Europa rechtzeitig erfolgen.
Damit sollen auch die zuvor gestrichenen Reisen der „Mein Schiff 4“ am 17. Mai ab Triest sowie der „Mein Schiff 5“ am 15. Mai ab Heraklion wieder stattfinden. Die Reederei plant, alle betroffenen Gäste direkt zu informieren und die Buchungen automatisch zu reaktivieren. Für viele Urlauber bedeutet das eine unerwartete zweite Chance auf ihre geplante Kreuzfahrt.
Was gilt für bereits stornierte Kreuzfahrten?
Für viele Reisende stellt sich nun eine zentrale Frage: Muss eine ursprünglich abgesagte und später wieder angebotene Kreuzfahrt automatisch angetreten werden? Die rechtliche Lage ist eindeutig: Eine reaktivierte Reise gilt als neues Angebot der Reederei. Das bedeutet, dass Kundinnen und Kunden frei entscheiden können, ob sie dieses Angebot annehmen möchten oder nicht. Es besteht also keine Verpflichtung, die ursprünglich gebuchte Reise anzutreten. Wer sich gegen die Fahrt entscheidet, kann dies ohne rechtliche Nachteile tun. Ein Widerspruch gegen die Reaktivierung ist problemlos möglich.
Quelle: reisereporter.de
