Der Betreiber der beliebten Karls Erlebnis-Dörfer erweitert sein Angebot massiv. Auf dem Gelände der ehemaligen Löwen-Adler-Kaserne in Elstal (westlich von Berlin) entsteht bis 2035 das neue Projekt „Karls Welt“ – ein großes Resort mit fünf Themen-Hotels, rund 4.000 Betten und 250 Ferienhäusern. Die Investition liegt im dreistelligen Millionenbereich. Ziel ist es, aus dem bisherigen Tagesausflugsziel einen attraktiven mehrtägigen Urlaubsort zu machen.
Neue Attraktionen und ungewöhnliche Hotelideen
Bereits im kommenden Jahr sollen die ersten 650 Übernachtungsplätze fertig sein. Geplant sind unter anderem:
- Ein „Mieze Schindler“-Hotel (benannt nach einer besonderen Erdbeersorte),
- Ein 1000-Sterne-Resort mit eigener Sternwarte auf dem Dach,
- Ein Wasserpark namens „Karls Planschtheater“,
- Ein „Karls Bande“-Hotel mit Familienzimmern (nach dem Vorbild in Döbeln).
Besonders kreativ: Sieben ausgemusterte Straßenbahnen aus Rostock werden zu Hotelzimmern umgebaut – jede mit bis zu 30 Betten. Dazu kommt ein „Bahnhofsdepot“ mit Sanitäranlagen.
Im benachbarten Erlebnis-Dorf Elstal öffnet am 1. Juli 2027 zudem der neue „Bibi-und-Tina“-Freizeitpark. Robert Dahl betont: „Wir wollen einen Urlaubsort schaffen, an dem es sich lohnt, mehr als einen Tag zu bleiben. Wir wollen Gäste aus ganz Europa anziehen.“
Das Gelände der ehemaligen Wehrmachts- und später sowjetischen Kaserne wurde vor zehn Jahren von Dahl gekauft. Nach einem aufwendigen Raumordnungsverfahren liegt seit 2024 die Baugenehmigung vor. Jährlich sollen bis 2035 neue Attraktionen eröffnet werden.
Vom Erdbeerhof zum europäischen Urlaubsresort
Karls ist ein echtes Familienunternehmen in dritter Generation. Der Großvater Karl Dahl gründete 1921 einen kleinen Gemüsehof in Mecklenburg, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg auf Erdbeeranbau spezialisierte. 1992 startete Robert Dahl in Rövershagen bei Rostock seinen eigenen Betrieb – aus einfachen Selbstpflück-Feldern wurde ein erfolgreiches Erlebnis-Konzept.
Heute betreibt Karls Tourismus sieben Karls Erlebnis-Dörfer in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen (u. a. Rövershagen, Elstal bei Berlin, Usedom, Rügen, Döbeln). Das Unternehmen beschäftigt rund 1.300 feste Mitarbeiter und bis zu 4.500 Saisonkräfte.
Der Jahresumsatz lag 2025 bei etwa 205 Millionen Euro (2024 ca. 200 Mio.), wobei der reine Erdbeer-Verkauf nur noch rund 25 % ausmacht. Der Großteil kommt aus Manufakturen, Gastronomie, Shops und den Freizeitangeboten. Jährlich locken die Erlebnis-Dörfer mehrere Millionen Besucher an – 2024 waren es knapp acht Millionen, für 2025/2026 wird ein neuer Rekord erwartet.
Karls ist bekannt für gläserne Manufakturen (z. B. Marmeladen-Kocherei), Streichelzoos, Karussells, Spielplätze und regionale Produkte – alles rund um die Erdbeere und das ländliche Erlebnis. Der Eintritt in die Dörfer ist meist frei, was das Konzept besonders familienfreundlich macht.
Quellen: bz-berlin.de, karls.de
