Das anhaltende Flugchaos im Nahen Osten führt zu unzähligen Umbuchungen und Stornierungen – eine ideale Gelegenheit für Betrüger. Das Bayerische Landeskriminalamt warnt vor gefälschten Hotlines und Support-Angeboten, die Reisende bei der Flugumbuchung um Tausende Euro bringen können. Auch Airlines wie Etihad melden Fake-Konten in Social Media. Wir erklären, wie die Masche funktioniert und wie Sie sich schützen.
Betrüger nutzt das Chaos bei der Flugumbuchung
Im Zuge der aktuellen Konflikte im Nahen Osten, die zu massiven Flugstreichungen führen, häufen sich Berichte über Betrugsversuche. Eine Frau aus Niederbayern fiel kürzlich auf eine gefälschte Service-Hotline herein und verlor 2.500 Euro, wie die Nachrichtenagentur DPA und das Portal Airliners.de berichten. Betrüger schalten teils kostenpflichtige Anzeigen in Suchmaschinen, die als offizielle Hotline-Nummern getarnt sind. Sobald Reisende anrufen, fordern die Täter sensible Daten oder Fernzugriff auf Geräte, um Bankkonten zu plündern.
Die Polizei betont: Solche Maschen zielen auf gestresste Urlauber ab, die schnell eine Umbuchung brauchen. Statt echter Hilfe erhalten Betroffene falsche Links oder Aufforderungen, Geld zu überweisen – oft unter dem Vorwand von „Sicherheitsüberprüfungen“ oder „Rückerstattungen“.
Warnungen von Behörden und Airlines
Das Bayerische Landeskriminalamt rät dringend, Hotline-Nummern nur über die offiziellen Websites der Buchungsportale oder Fluggesellschaften zu ermitteln – keinesfalls über Suchmaschinenergebnisse. Bei unerwarteten Stornierungs-Nachrichten sollten Sie nicht auf angegebene Rückrufnummern oder unverifizierte Links reagieren. Stattdessen: Loggen Sie sich in Ihr eigenes Kundenkonto ein und nehmen Sie Änderungen dort vor.
Besonders alarmierend: Wenn ein angeblicher Mitarbeiter am Telefon Fernzugriff auf Ihr Smartphone oder Ihren Computer verlangt, brechen Sie das Gespräch sofort ab, trennen Sie die Internetverbindung und kontaktieren Sie Ihre Bank. Die Behörde empfiehlt zudem, Push-Benachrichtigungen Ihrer Bank-App zu aktivieren, um verdächtige Transaktionen frühzeitig zu erkennen. Bei jedem Verdacht: Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei.
Auch die Fluggesellschaft Etihad Airways warnt auf dem Social-Media-Dienst X (ehemals Twitter) vor Betrügern. Das Unternehmen hat mehrere gefälschte Accounts entdeckt, die sich als Etihad ausgeben und Kunden kontaktieren. Etihad betont: Das Unternehmen fordert niemals Passwörter, Einmalcodes, Zahlungsdetails oder andere sensible Informationen über Social-Media-Nachrichten an. Für sicheren Support nutzen Sie ausschließlich die offizielle Website etihad.com und die verifizierten X-Konten @Etihad und @EtihadHelp.
Hilfreiche Tipps für Reisende: So schützen Sie sich vor Betrug
Um in Zeiten von Flugstörungen nicht Opfer von Betrügern zu werden, beachten Sie diese wichtigen Schutzmaßnahmen:
- Prüfen Sie immer die URL – echte Airlines und Buchungsportale haben sichere Adressen mit „https://“ und einem Schloss-Symbol in der Adressleiste.
- Aktivieren Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für Ihr Kundenkonto bei Airline, Reiseveranstalter und Buchungsportal – das erschwert unbefugten Zugriff erheblich.
- Verwenden Sie nur offizielle Kanäle – rufen Sie Hotline-Nummern ausschließlich über die offizielle Website der Airline oder des Portals auf, niemals über Google-Suchergebnisse oder Werbeanzeigen.
- Fordern Sie Nachweise – lassen Sie sich bei Anrufen oder Nachrichten eine offizielle E-Mail-Adresse oder eine Bestätigungsnummer nennen und prüfen Sie diese selbst auf der echten Website.
- Geben Sie niemals Fernzugriff frei – brechen Sie sofort das Gespräch ab, wenn jemand Zugriff auf Ihr Gerät verlangt (z. B. via AnyDesk, TeamViewer oder ähnlichem).
- Vermeiden Sie riskante Zahlungsmethoden – nutzen Sie nie Western Union, Paysafecard, Kryptowährungen oder Geschenkkarten für angebliche „Rückerstattungen“ oder „Gebühren“.
- Überwachen Sie Ihr Konto aktiv – aktivieren Sie Push-Benachrichtigungen Ihrer Bank-App und prüfen Sie täglich Kontobewegungen, besonders bei internationalen Transaktionen.
- Sperren Sie Karten bei Bedarf – viele Banken erlauben eine schnelle Sperrung für Auslandszahlungen über die App, falls Sie gerade nicht reisen.
- Registrieren Sie sich vorab – nutzen Sie die ELEFAND-App des Auswärtigen Amts, wenn Sie in oder nahe Krisengebiete reisen – das erleichtert schnelle Hilfe.
- Bleiben Sie ruhig und doppelt prüfen – ein kurzer Anruf bei der echten Hotline oder ein Login ins Kundenkonto kann viel Schaden verhindern.
Ausblick: Bleiben Sie wachsam
Mit der anhaltenden Unsicherheit im Nahen Osten dürften solche Betrugsversuche zunehmen. Bleiben Sie informiert über offizielle Kanäle und teilen Sie Warnungen in Ihrem Netzwerk. So können Sie unbesorgt reisen – und Betrügern einen Strich durch die Rechnung machen.
Quellen: Bayerisches Landeskriminalamt (BLKA) via DPA; airliners.de, br.de, Etihad Airways auf X: @Etihad / @EtihadHelp (März 2026)
