Zehntausende Reisende befinden sich derzeit im Nahen Osten und warten auf ihre Rückreise nach Deutschland. Nun hat Außenminister Johann Wadephul eine koordinierte Rückholaktion angekündigt. Ein erster Sonderflug soll noch heute starten. Bereits gestern kamen zwei Linienmaschinen von Emirates aus Dubai planmäßig in Deutschland an.
Die Bundesregierung plant, zunächst einen Flug nach Muscat, der Hauptstadt des Oman, zu organisieren. Weitere Flüge sollen in den kommenden Tagen folgen. Ziel ist es, möglichst vielen Betroffenen zeitnah die Heimreise zu ermöglichen.
Die Durchführung übernimmt Lufthansa im Auftrag der Bundesregierung. Der Rückflug nach Frankfurt ist für die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vorgesehen.
Wie viele Menschen konkret mitgenommen werden können, ist noch offen. Vorrangig sollen ältere, kranke und besonders unterstützungsbedürftige Personen sowie schwangere Frauen und Kinder berücksichtigt werden. „Wir müssen schauen, wen wir dort mitnehmen können“, sagte Wadephul.
Anreise über Landweg erforderlich
Um den Sonderflug nutzen zu können, müssen die Passagiere zunächst über den Landweg aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in den Oman reisen. Das Auswärtige Amt hat sein Personal dafür verstärkt. Entscheidend sei, wer diese Strecke organisieren könne und Zugang zu einem Fahrzeug habe. Hier setze man auf eine enge Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern.
Einige Reisende werden ihre Rückkehr individuell organisieren. Für deutsche Staatsbürger außerhalb der besonders unterstützungsbedürftigen Gruppen könne entweder ein etwas längerer Aufenthalt notwendig sein oder die Möglichkeit bestehen, direkt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Deutschland zu fliegen. Wadephul zeigte sich zuversichtlich, dass in den kommenden Tagen deutliche Fortschritte erzielt werden und die meisten deutschen Urlauber bald wieder in Deutschland ankommen können.
Flugpläne werden angepasst
Die Lufthansa-Gruppe wird den Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate bis einschließlich Freitag nicht nutzen. Zudem bleiben Flüge von und nach Larnaka auf Zypern bis dahin ausgesetzt. Auch andere Lufträume in der Region werden weiterhin gemieden. Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran bleiben vorerst pausiert. Die Maßnahmen dienen der sorgfältigen Planung und sicheren Durchführung des Flugbetriebs.
Erste Linienflüge aus Dubai erfolgreich gelandet
Trotz der Einschränkungen konnten zwei Maschinen von Emirates aus Dubai nach Deutschland starten. Die erste landete am frühen Nachmittag in Frankfurt am Main, eine weitere am Abend in München. An Bord des Fluges EK 8051 befanden sich nach Angaben des Reisekonzerns TUI rund 200 Gäste.
Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten mitgeteilt, dass wieder eine begrenzte Anzahl an Flügen möglich sei. Insgesamt warten weiterhin Zehntausende Reisende in der Region auf ihre Heimreise. Außenminister Wadephul ist „guter Dinge, dass sie in den nächsten Tagen vorankommen, sodass die allermeisten der Touristen endlich zurückkommen können nach Deutschland“.
Quelle: tagesschau.de
