Auch dieses Jahr gibt es für den privaten Autoverkehr eine Zufahrtsbeschränkung zum Cap Formentor auf Mallorca. Die Maßnahme gilt vom 15. Mai bis zum 18. Oktober täglich zwischen 10 und 22 Uhr. Damit startet die Sperre früher als im Vorjahr und soll den stark frequentierten Küstenabschnitt während der Hauptreisezeit entlasten.
Betroffener Streckenabschnitt der Ma-2210
Die Regelung betrifft die Panoramastraße Ma-2210 zwischen Port de Pollença und dem Leuchtturm am Cap Formentor. Während der Sperrzeiten ist dieser Abschnitt für private Fahrzeuge nicht frei befahrbar. Ziel ist es, den Verkehr auf der engen, kurvenreichen Strecke deutlich zu reduzieren. Während der Sperrzeiten dürfen Touristen das Cap Formentor nicht mehr mit dem eigenen Auto erreichen. Erlaubt sind lediglich Fahrräder, Fußgänger sowie der öffentliche Shuttlebus. Damit wird der Individualverkehr in der Hochsaison nahezu vollständig ausgeschlossen.
Ausnahmen für bestimmte Fahrzeuggruppen
Von der Sperre ausgenommen sind Anwohner, Reisebusse sowie Fahrzeuge für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Für Sonderfahrten kann zudem eine Genehmigung bei der spanischen Verkehrsbehörde DGT (Dirección General de Tráfico) beantragt werden. Diese muss mindestens drei Werktage im Voraus per E-Mail unter formentor@dgt.es eingereicht werden.
Shuttlebus als wichtigste Alternative
Die wichtigste Alternative zum Auto ist die Buslinie 334 des Verkehrsbetreibers TIB (Transport de les Illes Balears). Sie verbindet Alcúdia über Port de Pollença mit dem Cap Formentor und fährt dabei mehrere Haltestellen entlang der Strecke an. Zu den wichtigsten Stopps gehören der Mirador Es Colomer, der Strand von Formentor, Cala Murta sowie der Leuchtturm selbst. In der Hochsaison fährt der Bus rund 20 Mal täglich hin und zurück, was eine regelmäßige Anbindung für Besucher gewährleistet.
Fahrgäste sollen bevorzugt bargeldlos bezahlen. Wer mit dem Auto nach Port de Pollença kommt, kann sein Fahrzeug an der Umgehungsstraße abstellen. Dort befinden sich drei Haltestellen (Estació, Bóquer und Can Singala), an denen der Umstieg auf den Bus möglich ist.
Bußgelder und Kontrollen
Die Behörden ahnden Verstöße gegen die Zufahrtsregelungen konsequent. Wer das Rotlicht an der Zufahrtskontrolle der Ortsausfahrt von Port de Pollença missachtet, muss mit einem Bußgeld von etwa 80 Euro rechnen. Bei Zahlung innerhalb von zwei Wochen reduziert sich die Strafe auf 40 Euro. Noch teurer wird es im Abschnitt zwischen Strandparkplatz und Leuchtturm: Hier können 200 Euro fällig werden, bei schneller Zahlung 100 Euro. Die Kontrollen wurden in den vergangenen Jahren verschärft, nachdem tausende Verstöße registriert wurden. Früher versuchten einige Besucher Bußgelder zu umgehen, indem sie einen Kaufbeleg eines Kiosks vorzeigten. Dieses Vorgehen wird inzwischen nicht mehr akzeptiert, wie die Behörden bestätigten.
Entlastung für Panoramastraße
Die rund zwölf Kilometer lange Strecke zum Cap Formentor zählt zu den meistbefahrenen Straßen Mallorcas. In der Vergangenheit waren dort täglich bis zu 4.000 Fahrzeuge unterwegs. Die enge, kurvenreiche Straße führt durch die Landschaft der Serra de Tramuntana und ist besonders unfallanfällig. Bereits 2018 wurde die Straße testweise gesperrt, um die Verkehrssituation zu verbessern. Auch in den letzten Jahren kam es regelmäßig zu Staus und gefährlichen Situationen. Allein 2025 wurden laut Behörden rund 2.300 Verstöße gegen die Verkehrsregelungen registriert.
Regelung für die Strecke bis zur Playa de Formentor
Trotz der umfangreichen Verkehrsbeschränkungen am Cap Formentor bleibt ein Teil der Strecke für den privaten Autoverkehr weiterhin zugänglich. Die Straße bis zur Playa de Formentor darf grundsätzlich von Privatfahrzeugen befahren werden, allerdings nur unter klar definierten Bedingungen und mit einer stark begrenzten Kapazität. Die Behörden haben eine maximale Durchlassmenge von rund 300 Fahrzeugen festgelegt. Dieses Limit soll verhindern, dass es auf der engen Strecke zu Überlastung, Staus oder gefährlichen Verkehrssituationen kommt.
Schranke regelt Durchfahrt
Seit der Saison 2023 wird der Zugang zur Playa de Formentor durch eine automatische Schranke an der Ortsausfahrt von Port de Pollença geregelt. Diese Schranke entscheidet in Echtzeit, ob Fahrzeuge weiterfahren dürfen oder warten müssen. Eine Durchfahrt ist nur möglich, wenn auf den beiden ausgewiesenen Parkflächen am Strand von Formentor noch freie Stellplätze vorhanden sind. Ist dies der Fall, öffnet sich die Schranke und Fahrzeuge dürfen passieren. Sobald die Parkplätze belegt sind, bleibt die Zufahrt gesperrt.
Wichtig ist zudem, dass das Parken ausschließlich auf den offiziellen Parkplätzen erlaubt ist. Das Abstellen von Fahrzeugen am Straßenrand ist ausdrücklich verboten und wird kontrolliert, um die Sicherheit auf der engen Küstenstraße zu gewährleisten.
Zeitweise Sperrungen bei hoher Auslastung
Nach Angaben der Behörden sind die Parkplätze an der Playa de Formentor häufig bereits gegen 11:50 Uhr vollständig belegt. In diesem Fall wird die Zufahrt für etwa 70 Minuten gesperrt, bis wieder Kapazitäten frei werden. An besonders stark frequentierten Tagen kommt es zu einer zweiten Sperrung gegen 15:50 Uhr. Diese dauert in der Regel etwa 30 Minuten und dient dazu, den Verkehrsfluss erneut zu regulieren und die Parksituation zu entlasten.
Quelle: adac.de
