Stadtrat erklärt Airbnb-Initiative für gültig
Die Stadt Zürich geht einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Wohnungsknappheit: Der Stadtrat hat eine Volksinitiative zur stärkeren Regulierung von Kurzzeitvermietungen offiziell für gültig erklärt. Ziel der Initiative ist es, Wohnraum für die lokale Bevölkerung zu sichern und die zunehmende Nutzung von Wohnungen für touristische Zwecke einzuschränken.
Gleichzeitig signalisiert die Stadtregierung politische Unterstützung für das Anliegen. Damit rückt eine strengere Regulierung von Plattformen wie Airbnb deutlich näher. Dennoch soll vor einer endgültigen Umsetzung ein Gegenvorschlag erarbeitet werden, um bestehende Regelungen sinnvoll zu ergänzen.
Wohnungsmarkt unter Druck durch Kurzzeitvermietung
In Zürich ist der Wohnungsmarkt seit Jahren angespannt. Ein wesentlicher Grund dafür ist die zunehmende Umwandlung von Wohnraum in kurzfristig vermietete Apartments. Schätzungen zufolge werden mehrere Tausend Wohnungen nicht dauerhaft vermietet, sondern für touristische Zwecke genutzt.
Besonders problematisch sind dabei gewerblich betriebene Angebote. Neben klassischen Airbnb-Inseraten spielen auch sogenannte Business Apartments eine große Rolle. Diese werden oft zu deutlich höheren Preisen angeboten als reguläre Mietwohnungen und entziehen dem Markt dringend benötigten Wohnraum.
Die Initiative setzt genau hier an: Sie fordert, dass die kurzfristige Vermietung von Wohnungen künftig klar begrenzt wird.
Klare Regeln: Vermietung soll begrenzt werden
Kern der Initiative ist eine konkrete Einschränkung: Wohnungen sollen künftig nur noch für maximal 90 Tage pro Jahr kurzfristig vermietet werden dürfen.
Mit dieser Regelung will die Stadt verhindern, dass ganze Wohnungen dauerhaft als Ferienunterkünfte genutzt werden. Gleichzeitig bleibt es Privatpersonen weiterhin möglich, ihre Wohnung gelegentlich zu vermieten – etwa während eines Urlaubs.
Die Maßnahme richtet sich somit vor allem gegen kommerzielle Anbieter, die Wohnraum gezielt in lukrative Kurzzeitangebote umwandeln. Dadurch soll langfristig mehr Wohnraum für Einheimische verfügbar bleiben.
Bestehende Regelungen bislang blockiert
Die aktuelle Initiative ist nicht der erste Versuch, strengere Regeln für Kurzzeitvermietungen einzuführen. Bereits 2021 hatte der Zürcher Gemeinderat eine Anpassung der Bau- und Zonenordnung beschlossen.
Diese sollte ebenfalls die Nutzung von Wohnungen für kurzfristige Vermietungen einschränken. Allerdings konnte die Regelung bisher nicht umgesetzt werden, da mehrere Unternehmen juristisch dagegen vorgehen. Das Verfahren liegt derzeit beim Bundesgericht.
Um Überschneidungen zu vermeiden, plant der Stadtrat nun einen Gegenvorschlag zur Initiative. Dieser soll die bestehenden Regelungen mit den neuen Forderungen sinnvoll verbinden und rechtlich absichern.
Politik und Gesellschaft unterstützen das Vorhaben
Die Initiative wird von mehreren politischen Kräften getragen und erhält breite Unterstützung. Im Zentrum steht der Schutz von bezahlbarem Wohnraum – ein Thema, das in vielen europäischen Großstädten zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Befürworter argumentieren, dass Plattformen wie Airbnb den Wohnungsmarkt zusätzlich belasten. Durch die Umwandlung von Wohnungen in Ferienunterkünfte steigen nicht nur die Mieten, sondern auch die Konkurrenz um verfügbaren Wohnraum.
Gleichzeitig betonen die Initiatoren, dass es nicht darum gehe, private Vermietungen vollständig zu verbieten. Vielmehr solle ein Gleichgewicht zwischen Tourismus und Wohnraum geschaffen werden.
Tourismus bleibt wichtig – doch Wohnraum hat Priorität
Zürich ist eine international gefragte Destination, die vom Tourismus wirtschaftlich profitiert. Dennoch zeigt die aktuelle Entwicklung, dass ein unregulierter Markt für Kurzzeitvermietungen negative Folgen haben kann.
Mit der geplanten Regulierung will die Stadt deshalb einen Mittelweg finden: Tourismus soll weiterhin möglich sein, jedoch ohne die Wohnsituation der Bevölkerung zu verschärfen.
Der weitere Verlauf hängt nun davon ab, wie der Gegenvorschlag ausgearbeitet wird und wie die Bevölkerung letztlich über die Initiative entscheidet. Klar ist jedoch schon jetzt: Zürich stellt die Weichen für strengere Regeln im Umgang mit Airbnb und ähnlichen Plattformen.
Quelle: tageskarte.io
