Offiziell handelt es sich bei dem weltweit einzigartigen Eintrittsgeld immer noch um eine Testphase, doch der neue Bürgermeister spricht schon jetzt von einer Erhöhung der Gebühren. Venedig leidet seit Jahren unter Massentourismus. Zu weniger als 50.000 Einwohnern in der Altstadt kommen jedes Jahr Millionen von Touristen aus aller Welt. Der Zustand vieler Häuser und Berge von Müll machen deutlich, dass die Belastungsgrenze der Stadt erreicht ist. Seit 2024 mussten Tagesbesucher daher an insgesamt 60 Terminen pro Jahr Eintritt zahlen, 10 Euro regulär, 5 Euro bei Buchung 3 Tage im Voraus. Für Kinder unter 14 Jahren entfiel keine Gebühr und bei Touristen die länger bleiben, wird sie generell durch eine Übernachtungsabgabe ersetzt.
Eintrittsgeld hält die Besucher nicht auf
Kritiker wenden ein, dass die Gebühren bisher kaum jemanden abgehalten haben, sich Markusplatz, Rialtobrücke und Co. anzuschauen. Bislang gingen die Besucherzahlen nicht zurück und die Lagunenstadt zählte mehr als 650.000 zahlende Tagesbesucherinnen und -besucher nach dem Ende der diesjährigen Bezahlsaison . Dennoch hat der neue Bürgermeister Simone Venturini bereits angedeutet, dass es für Tagesausflügler künftig deutlich teurer werden könnte. Zwischen 30 und 50 Euro will der Mitte-Rechts-Politiker an bestimmten Terminen verlangen. Allerdings darf Venedig darüber nicht allein entscheiden und ist auf die Zustimmung der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Rom angewiesen.
Kritik aus den eigenen Reihen
Ex-Bürgermeister Massimo Cacciari nannte die Gebühr eine „Barbarei“, mit der die Stadt zu einer Art Museum verkomme. Der Verfassungsrechtler Ludovico Mazzarolli äußerte im „Corriere della Sera“ zudem rechtliche Bedenken: 50 Euro Eintritt für eine Stadt könnten als Beschränkung der Bewegungsfreiheit interpretiert werden. Dennoch wird der amtierende Bürgermeister Venturini den Weg nach Rom wagen, war er als Tourismusassessor Venedigs doch maßgeblich an der Einführung der Eintrittsgebühr vor zwei Jahren beteiligt. Laut ihm war es immer sein Ziel, die Gebühr zu reformieren und weiterzuentwickeln.
