Reisende in die USA müssen sich auf strengere Kontrollen und umfangreichere Auskunftspflichten einstellen. Die US-Regierung hat neue Einreiseregeln auf den Weg gebracht, die nun in Kraft treten könnten. Von den verschärften Regel für die USA Einreise sind auch deutsche Touristinnen und Touristen betroffen. Künftig rücken vor allem Social-Media-Aktivitäten stärker in den Fokus der Behörden.
Social Media der letzten fünf Jahre im Visier
Wer künftig in die USA reisen möchte, muss sich auf verschärfte Einreise-Regelungen einstellen. Kern der neuen Vorgaben ist die Pflicht, Angaben zu Social-Media-Konten der vergangenen fünf Jahre zu machen. Betroffen sind unter anderem Profile auf Plattformen wie X, Facebook oder Instagram. Abgefragt werden in der Regel die verwendeten Benutzernamen. Passwörter müssen nicht angegeben werden. Solche Informationen waren bislang vor allem bei klassischen Visaanträgen erforderlich, nun können sie auch bei visumfreien Einreisen stärker berücksichtigt und überprüft werden.
Umfangreiche Kontakt- und Familiendaten
Neben den Social-Media-Profilen verlangen die Behörden bei der Einreise in die USA künftig weitere persönliche Angaben. Dazu zählen:
- alle in den vergangenen fünf Jahren genutzten Telefonnummern
- sämtliche E-Mail-Adressen der letzten zehn Jahre
- frühere Wohnadressen
- detaillierte Informationen zu Familienmitgliedern, darunter Geburtsdaten, Anschriften und Telefonnummern
Die Datenerhebung geht damit deutlich über die bisher üblichen Basisangaben für die Einreise in die USA hinaus.
Was gilt für deutsche Reisende?
Deutschland nimmt weiterhin am sogenannten Visa-Waiver-Programm teil. Für touristische oder geschäftliche Aufenthalte von bis zu 90 Tagen ist daher kein Visum erforderlich. Reisende müssen jedoch vorab eine elektronische Einreisegenehmigung (ESTA) beantragen.
Voraussetzung ist ein elektronischer Reisepass, der für die Dauer des Aufenthalts gültig ist. Die ESTA-Genehmigung ist nach Bewilligung zwei Jahre gültig und erlaubt mehrere Einreisen. Die US-Behörden empfehlen, den Antrag spätestens 72 Stunden vor Abreise zu stellen.
Wichtig bleibt: Auch mit genehmigter ESTA besteht kein automatisches Einreiserecht. Die endgültige Entscheidung liegt bei den Grenzbeamtinnen und -beamten vor Ort.
Begründung der US-Regierung
Die Maßnahmen zur Einreise in die USA werden mit dem Schutz vor „ausländischen Terroristen und anderen Bedrohungen der nationalen Sicherheit“ begründet. In den vergangenen Jahren hatten die USA bereits die Visa-Bedingungen für Studierende und Fachkräfte verschärft. Für Bürger bestimmter Staaten wurde die Visavergabe zeitweise vollständig ausgesetzt.
Mit den neuen Regeln geraten nun auch Reisende aus engen Partnerländern wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan und Israel stärker in den Fokus der Sicherheitsbehörden.
Quelle: sueddeutsche.de
