Die Türkei zählt seit Jahren zu den beliebtesten Reisezielen deutscher Urlauberinnen und Urlauber. Besonders die Badeorte an der Ägäis und der Riviera locken mit langen Sandstränden, All-inclusive-Angeboten und vergleichsweise kurzer Flugzeit. Doch 2026 steht der Türkei-Urlaub unter besonderen Vorzeichen: Inflation, steigende Preise und der anhaltende Verfall der türkischen Lira verändern die Rahmenbedingungen deutlich.
Preise steigen: Türkei-Urlaub wird spürbar teurer
In den vergangenen Jahren galt Urlaub in der Türkei als echtes Preis-Leistungs-Paradies. Dieses Image bekommt zunehmend Risse. Hohe Inflationsraten haben dazu geführt, dass Hotels, Restaurants und Freizeitangebote ihre Preise kräftig anheben mussten. Teilweise lagen die Kosten im Sommer 2025 deutlich über dem Vorjahresniveau – in stark nachgefragten Regionen sogar um mehr als ein Drittel.
Ein wesentlicher Faktor: Viele Verträge mit internationalen Reiseveranstaltern werden inzwischen in Euro abgeschlossen. Gleichzeitig verliert die türkische Lira weiter an Wert. Im Februar 2026 entsprach ein größerer Lira-Betrag nur noch einem vergleichsweise kleinen Gegenwert in Euro. Für Individualreisende kann das Vorteile bringen – für klassische Pauschalurlauber jedoch weniger.
Laut Zahlen des Statistisches Bundesamt war der Türkei-Urlaub 2023 noch deutlich günstiger als in Deutschland. Dieser Abstand hat sich inzwischen merklich verringert. In beliebten Feriengebieten können die Preise in der Hochsaison sogar mit anderen Mittelmeerzielen mithalten.
Inflation und Mindestlohn treiben Kosten in der Hotelbranche
Die wirtschaftliche Lage im Land bleibt angespannt, was sich auf den Türkei-Urlaub 2026 auswirkt. Nachdem die Inflationsrate zeitweise extrem hohe Werte erreicht hatte, ist sie zwar gesunken, liegt aber weiterhin auf einem erhöhten Niveau. Um die Kaufkraft der Bevölkerung zu stabilisieren, wurde der Mindestlohn mehrfach angehoben. Für die Tourismusbranche bedeutet das steigende Personalkosten sowie höhere Ausgaben für Lebensmittel, Energie und Instandhaltung.
Diese Mehrkosten geben viele Betriebe an die Gäste weiter. In einzelnen Sommermonaten lagen die Hotelpreise Berichten zufolge sogar über denen in Spanien. Das schmälert den früheren Preisvorteil, den die Türkei im Wettbewerb um europäische Urlauber hatte.
Sparen im Türkei-Urlaub: Diese Strategien helfen
Trotz steigender Preise bleibt der Türkei-Urlaub für viele Reisende attraktiv – nicht zuletzt wegen des Wechselkurses. Wer flexibel plant, kann weiterhin sparen. Statt einer klassischen Pauschalreise an die Riviera lohnt sich der Blick auf weniger bekannte Regionen im Landesinneren oder kleinere Küstenorte abseits der touristischen Hotspots.
Eine weitere Möglichkeit: individuell buchen und vor Ort in Landeswährung zahlen. Da der Euro gegenüber der Lira stark ist, profitieren Reisende bei Direktzahlungen in vielen Fällen vom Wechselkurs. Restaurants, kleinere Hotels oder lokale Anbieter kalkulieren häufig noch in Lira.
Deutsche Urlauber halten der Türkei die Treue
Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen bleibt die Nachfrage stabil. Millionen Deutsche verbrachten auch 2025 ihren Urlaub in der Türkei. Auch bei den sonnenklar.TV Gästen gilt sie derzeit als beliebtestes Reiseziel für dieses Jahr. Branchenexpertinnen und -experten beobachten zwar die Preisentwicklung aufmerksam, gehen aktuell jedoch nicht von einem drastischen Einbruch aus. Erfahrungsgemäß sparen viele Reisende eher während des Aufenthalts, als komplett auf ihre Reise zu verzichten.
Konzepte wie „All-inclusive Light“ als Alternative
Reiseveranstalter reagieren bereits auf die veränderte Lage, um den Türkei-Urlaub 2026 weiterhin populär zu halten. Neben klassischen Rundum-sorglos-Paketen entstehen flexiblere Modelle mit reduzierten Leistungen. Ein Beispiel ist das Konzept „All-inclusive Light“, das unter anderem vom Veranstalter Schauinsland Reisen getestet wird. Hier sind Speisen und alkoholfreie Getränke enthalten, alkoholische Getränke jedoch nicht. So lassen sich pro Woche spürbare Einsparungen erzielen.
Solche modularen Angebote könnten künftig an Bedeutung gewinnen – besonders für preisbewusste Urlauberinnen und Urlauber, die selbst entscheiden möchten, wofür sie zahlen.
Quelle: reisereporter.de
