Ob Urlaubs-Selfies vor einer Sehenswürdigkeit, spektakuläre Landschaften, oder kulinarische Entdeckungen: Soziale Medien gehören für viele Menschen längst zu einer Auszeit dazu. Doch welche Reisenden teilen besonders häufig ihre Erlebnisse im Internet? Eine Untersuchung der Online-Reiseplattform Opodo liefert überraschende Antworten. Befragt wurden 9.000 Reisende aus dem Vereinigten Königreich, den USA, Portugal, Spanien, Italien, Deutschland und Frankreich.
Urlaubsfotos: Portugal liegt bei Selfies vorn
Wenn es darum geht, persönliche Urlaubsmomente online zu teilen, liegen portugiesische Reisende an der Spitze. Laut Studie veröffentlichen 50 Prozent von ihnen Selfies und persönliche Fotos ihrer Reisen in sozialen Netzwerken. Spanien folgt mit 40 Prozent auf dem zweiten Platz.
Auch italienische Urlauber teilen ihre Erlebnisse häufig: 35 Prozent veröffentlichen regelmäßig Urlaubs-Selfies. Bei deutschen Reisenden sind es 30 Prozent, während Frankreich mit 22 Prozent den niedrigsten Wert unter diesen fünf Ländern aufweist.
Die Ergebnisse zeigen, wie unterschiedlich Urlaubserlebnisse online dokumentiert werden. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob soziale Netzwerke nicht nur die Präsentation, sondern bereits die Auswahl des Reiseziels beeinflussen.
Social Media beeinflusst die Reiseplanung
Besonders bei jüngeren Menschen spielen soziale Netzwerke eine wichtige Rolle bei der Urlaubsvorbereitung. Unter den 25- bis 35-Jährigen lassen sich inzwischen 52 Prozent von Online-Inhalten zu Reisezielen inspirieren. In einer vergleichbaren Umfrage aus dem Jahr 2024 waren es noch 32 Prozent.
Noch ausgeprägter ist dieser Einfluss bei der Generation Z: 59 Prozent nutzen soziale Medien als Inspirationsquelle für ihre Reisen. Bei Menschen ab 65 Jahren liegt der Anteil dagegen bei lediglich fünf Prozent.
Auch im internationalen Vergleich zeigen sich Unterschiede. US-Reisende lassen sich mit 49 Prozent besonders häufig von sozialen Netzwerken zu Auslandsreisen anregen. Spanien erreicht 48 Prozent, Italien 44 Prozent. Im Vereinigten Königreich geben hingegen nur 25 Prozent an, dass Social Media ihre Reiseentscheidungen beeinflusst.
Perfekter Urlaub im Netz: Wie authentisch sind die Bilder?
Nicht jedes Urlaubsfoto zeigt zwangsläufig die ganze Wahrheit. Die Opodo-Studie untersucht deshalb auch, ob Reisende eine enttäuschende Reise in sozialen Netzwerken trotzdem positiv darstellen würden.
Erneut liegen die Portugiesen vorn: 54 Prozent würden ihren Urlaub online positiv präsentieren, obwohl sie vor Ort enttäuscht waren. In den USA beträgt dieser Anteil 46 Prozent, in Spanien 36 Prozent.
Deutsche Reisende zeigen sich zurückhaltender: Nur 23 Prozent würden einen enttäuschenden Urlaub dennoch positiv darstellen. Im Vereinigten Königreich geben 27 Prozent an, dass sie dies sehr wahrscheinlich nicht tun würden.
Essen, Hotels und Landschaften: Diese Urlaubsmotive sind beliebt
Neben Urlaubs-Selfies stehen kulinarische Erlebnisse hoch im Kurs. 66 Prozent der portugiesischen Befragten teilen Fotos oder Inhalte ihrer Urlaubsmahlzeiten. Spanien folgt mit 57 Prozent, Deutschland mit 51 Prozent.
Bei Bildern von Hotels und Unterkünften liegen dagegen die Deutschen vorn: 51 Prozent veröffentlichen entsprechende Eindrücke. In Portugal sind es 41 Prozent, in Frankreich und Spanien jeweils 38 Prozent.
Besonders beliebt sind außerdem Landschaften und Sehenswürdigkeiten. 88 Prozent der portugiesischen Reisenden posten solche Motive. Spanien erreicht 82 Prozent, Deutschland und Frankreich kommen jeweils auf 76 Prozent.
Auch Aktivitäten und Abenteuer werden gerne geteilt. In Portugal berichten 66 Prozent online von ihren Reiseerlebnissen. Spanien und Deutschland liegen mit jeweils 57 Prozent dahinter, Italien erreicht 53 Prozent.
Social Media bleibt auch im Urlaub präsent
Wie wichtig soziale Netzwerke sind, zeigt sich auch während der Reise. Besonders häufig werfen deutsche Reisende und US-Amerikaner im Urlaub einen Blick auf ihre Feeds: In beiden Gruppen schauen jeweils 34 Prozent regelmäßig hinein. Portugal folgt mit 33 Prozent, Spanien mit 27 Prozent. In Italien liegt der Anteil bei 20 Prozent.
Darüber hinaus nutzen 42 Prozent der portugiesischen Befragten soziale Medien, um Geheimtipps und weniger bekannte Reiseziele zu entdecken. In Spanien sind es 40 Prozent, in Italien 36 Prozent. Frankreich erreicht 30 Prozent, Deutschland 26 Prozent.
Zwischen Reiseinspiration und digitaler Inszenierung
Die Opodo-Studie zeigt, dass soziale Medien weit mehr sind als eine Plattform für Urlaubsfotos. Sie inspirieren zur Wahl neuer Reiseziele, helfen bei der Suche nach Geheimtipps und prägen die Darstellung persönlicher Erlebnisse. Wie stark dieser Einfluss ausfällt, unterscheidet sich jedoch je nach Land und Altersgruppe. Besonders bei jüngeren Reisenden sind digitale Inhalte ein wichtiger Bestandteil der Urlaubsplanung.
Quelle: euronews.com, bild.de
