Italien hat in diesem Rekordsommer 2026 so viele Reisende und Übernachtungen verzeichnet wie nie zuvor. Zwischen Juni und August wurden 72,4 Millionen Ankünfte und 276 Millionen Übernachtungen registriert. Damit übertraf das Land bereits das bisherige Rekordjahr 2025 deutlich.
276 Millionen Übernachtungen im Sommer
Der italienische Tourismus ist weiter auf Wachstumskurs. Im Vergleich zum Sommer 2025 kamen mehr als 5,5 Millionen Übernachtungen hinzu. Das entspricht einem Plus von rund 2 Prozent. Gleichzeitig verlängerte sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 3,5 auf 3,8 Nächte. Italiens Tourismusminister Gianmarco Mazzi spricht deshalb von einer besonders erfolgreichen Saison. Bereits 2025 hatte Italien einen Rekord aufgestellt. Der Sommer 2026 legte nun noch einmal nach.
Ausländische Gäste sorgen für zusätzliches Wachstum
Eine wichtige Rolle spielen dabei internationale Urlauber. Die Zahl ihrer Übernachtungen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent. Bei den italienischen Gästen lag das Wachstum bei 2,7 Prozent.
Auch bei den Ankünften zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Zahl der ausländischen Reisenden nahm um 2,2 Prozent zu, während die Ankünfte aus dem Inland um 3,5 Prozent stiegen. Besonders im August blieben internationale Gäste länger in Italien. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits im vergangenen Jahr sichtbar war: 2025 hatten ausländische Gäste erstmals einen größeren Anteil an den Übernachtungen als italienische Reisende.
Online-Buchungen erreichen hohe Auslastung
Nicht nur die Zahl der Übernachtungen erreichte einen Rekord. Auch die Nachfrage über große Online-Buchungsplattformen war außergewöhnlich hoch. Die sogenannte OTA-Auslastung lag im Sommer bei 61,8 Prozent. Damit wurde der Wert des Vorjahres um 13,8 Prozentpunkte übertroffen. Italien lag nach Angaben des Tourismusministers damit deutlich vor anderen beliebten Urlaubsländern. Zum Vergleich: Spanien kam auf rund 54 Prozent, Frankreich auf etwa 45 Prozent. Auch Anfang September blieb die Nachfrage hoch. In den ersten zehn Tagen des Monats erreichte die Auslastung in Italien 56,2 Prozent.
Bergregionen profitieren vom Reiseboom
Besonders gefragt waren in diesem Rekordsommer die Bergregionen. An der Spitze lag die autonome Provinz Trient mit einer Auslastung von 67,3 Prozent. Nur knapp dahinter folgten Sardinien mit 67,2 Prozent und Friaul-Julisch Venetien mit 66,3 Prozent.
Sizilien und Venetien kamen jeweils auf 65,5 Prozent. Tourismusminister Mazzi führt die starke Nachfrage unter anderem auf die außergewöhnlichen Hitzewellen während der Sommermonate zurück. Viele Urlauber könnten deshalb bewusst kühlere Reiseziele in den Bergen gewählt haben.
Italien 2026: Auch kleine Orte werden beliebter
Der Tourismusboom beschränkt sich allerdings nicht nur auf die großen Städte und bekannten Ferienregionen. Auch kleinere Gemeinden konnten deutlich mehr Gäste begrüßen.
In Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern stiegen die Ankünfte gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen legte um 4,4 Prozent zu. Die italienische Regierung verfolgt bereits seit Längerem das Ziel, den Tourismus stärker auf kleinere Orte und verschiedene Regionen des Landes zu verteilen. Besonders stark war die Entwicklung im Mai. Damals erhöhten sich die Ankünfte in kleinen Gemeinden um 20,8 Prozent, während die Übernachtungen sogar um 24 Prozent zulegten.
Italien bleibt ein Top-Ziel für Urlauber
Auch bei den Regionen gibt es deutliche Unterschiede. Beim Wachstum der Ankünfte lag Latium mit einem Plus von 10,9 Prozent vorne. Dahinter folgten Friaul-Julisch Venetien mit 9,9 Prozent, die Abruzzen mit 9,6 Prozent und das Piemont mit 9,0 Prozent.
Die aktuellen Zahlen zeigen damit: Italien bleibt auch 2026 eines der beliebtesten Reiseziele Europas. Sowohl internationale Gäste als auch Einheimische sorgen für eine hohe Nachfrage. Gleichzeitig profitieren zunehmend Regionen abseits der klassischen Touristen-Hotspots vom Wachstum. Stellt sich die Frage, ob Italien auch 2027 wieder mit einem Rekordsommer rechnen kann.
Quelle: watson.de
