Taschendiebe, Kfz-Diebstähle und opportunistische Langfinger: In vielen beliebten europäischen Metropolen ist das Risiko für Diebstahl im Urlaub besonders hoch. Eine aktuelle Analyse der Camper-Vermittlungsplattform Paul Camper hat 25 der meistbesuchten Touristenstädte Europas untersucht und ein klares Ranking erstellt. Das Ergebnis: In Italien, Großbritannien, Frankreich und Spanien schlagen Diebe besonders oft zu. Der Stern berichtet darüber und macht deutlich, warum deutsche Urlauber besonders vorsichtig sein sollten. Lesen Sie hier die Top 10 Städte im Ranking auf und unsere Tipps, wie Sie sich effektiv vor Diebstahl im Urlaub schützen können.
Das Diebstahl-Risiko-Ranking 2026 – Diese Städte sind am gefährlichsten
Paul Camper hat Polizeistatistiken, Eurostat-Daten und lokale Berichte ausgewertet und das Risiko speziell für Touristen hochgerechnet (Gewichtung: Taschendiebstähle 40 %, Kfz-Diebstähle 40 %, sonstige Diebstähle 20 %). Das Ergebnis zeigt: In manchen Städten wird jeder 70. Tourist zum Diebstahl-Opfer.
Die Top 10 Städte nach Diebstahl-Risiko
- Mailand (Italien) Risiko: 1 zu 162 | Über 21.500 Taschendiebstähle pro Jahr Hotspots: Vor dem Dom, Galleria Vittorio Emanuele II, Hauptbahnhof
- London (Großbritannien) Risiko: 1 zu 367 Hotspots: Westminster, Camden Market, Southwark
- Edinburgh (Schottland) Risiko: 1 zu 450 | Ca. 4.000 Taschendiebstähle Hotspots: Royal Mile, Edinburgh Castle, Princes Street Gardens
- Rom (Italien) Risiko: 1 zu 250 | Ca. 40.000 Taschendiebstähle (110 pro Tag) Hotspots: Trevi-Brunnen, Kolosseum, Vatikanstadt
- Stockholm (Schweden) Risiko: 1 zu 322 | Ca. 9.000 Taschendiebstähle Hotspots: Gamla Stan, Hauptbahnhof, Skansen
- Nizza (Frankreich) Hohes Risiko durch Promenade und Altstadt
- Paris (Frankreich) Besonders rund um Eiffelturm, Louvre und Metro
- Venedig (Italien) Gedränge auf Brücken und Plätzen
- Barcelona (Spanien) Risiko: 1 zu 70 | 141.476 Taschendiebstähle pro Jahr, Kfz-Diebstähle: 51 pro 100.000 Einwohner Hotspots: Las Ramblas, Sagrada Família, Barri Gòtic
- Zürich (Schweiz) Risiko: 1 zu 9.306 | 634 Taschendiebstähle, Kfz-Diebstähle: 217 pro 100.000 Einwohner
Die Studie zeigt: Italien dominiert die vorderen Plätze, aber auch klassische Städtereiseziele wie Paris, Barcelona und London sind besonders gefährdet – vor allem durch Taschendiebe in Menschenmengen.
Tipps für Urlauber: So schützen Sie sich effektiv vor Diebstahl
Ein Diebstahl im Urlaub ist nicht nur ärgerlich, sondern kann den gesamten Trip ruinieren – vor allem, wenn Pass, Kreditkarte oder Handy weg sind. Mit diesen bewährten und ausführlichen Maßnahmen minimieren Sie das Risiko deutlich:
- Wertgegenstände clever verstecken: Tragen Sie Geld, Kreditkarten, Pass und Handy nie in der Gesäßtasche oder im offenen Rucksack. Nutzen Sie einen Geldgürtel, eine Bauchtasche unter der Kleidung oder eine Diebstahl-sichere Umhängetasche mit RFID-Schutz (blockt kontaktloses Auslesen).
- Rucksack & Tasche immer im Blick: Tragen Sie den Rucksack vor dem Körper, besonders in vollen Metro-Stationen, auf Märkten oder Sehenswürdigkeiten. Schließen Sie Reißverschlüsse mit kleinen Schlössern und haken Sie die Tasche bei Pausen am Bein oder Stuhl ein.
- Auto & Camper absichern: Lassen Sie niemals Wertgegenstände sichtbar im Auto liegen – auch nicht im Kofferraum. Nutzen Sie abschließbare Boxen oder nehmen Sie alles mit. In Städten wie Mailand oder Zürich ist Kfz-Diebstahl ein großes Thema.
- Kopien & digitale Backups: Fotografieren oder scannen Sie Pass, Führerschein und Kreditkarten und speichern Sie sie verschlüsselt in der Cloud (z. B. Google Drive oder iCloud). Die physischen Dokumente lassen Sie im Hotelsafe.
- In Menschenmengen extra aufpassen: An Hotspots wie Las Ramblas, Trevi-Brunnen oder Camden Market: Bilden Sie kleine Gruppen, lenken Sie nicht ab (z. B. kein Selfie mit offenem Rucksack). Taschendiebe arbeiten oft im Team – einer lenkt ab, der andere klaut.
- Technik nutzen: Aktivieren Sie Find My Device (Apple) oder Google Find My Device und installieren Sie eine Tracking-App wie Tile oder AirTag in Geldbörse und Koffer. Viele Diebe geben die Sachen schnell wieder frei, wenn sie geortet werden können.
- Bargeld & Karten clever aufteilen: Verteilen Sie Bargeld und Karten auf mehrere Taschen/Hotelsafe. Nutzen Sie eine Kreditkarte mit Sperr-App (z. B. von Comdirect oder DKB), damit Sie im Notfall sofort sperren können. Zahlen Sie möglichst kontaktlos oder mit Apple/Google Pay.
- Reiseversicherung prüfen: Achten Sie auf die Konditionen Ihrer Reisegepäck- und Diebstahlversicherung – schließt die Police Taschendiebstahl ein? Bei Pauschalreisen über große Veranstalter und Vermittler ist das oft inklusive – lassen Sie sich bestätigen.
- Hotels & Unterkünfte: Nutzen Sie immer den Zimmersafe für Wertsachen. In Airbnb/Camper: Schließen Sie Fenster und Türen auch tagsüber. Vermeiden Sie Erdgeschoss-Zimmer in Risiko-Städten.
- Notfall-Apps & Registrierung: Laden Sie die ELEFAND-App des Auswärtigen Amts und die App Ihrer Bank. Speichern Sie die Notrufnummern (112 in Europa) und die Adresse der deutschen Botschaft. Bei Diebstahl: Sofort Anzeige bei der Polizei erstatten (für Versicherung wichtig!).
- Verhaltenstipps für Camper & Selbstfahrer: Parken Sie nachts nur auf bewachten Plätzen oder Campingplätzen. Paul Camper-Nutzer berichten: Gerade in Italien und Frankreich lohnen sich abschließbare Lenkradschlösser.
Mit diesen Maßnahmen sinkt das Risiko eines Diebstahls um bis zu 80–90 % – viele Diebstähle passieren nur durch Unachtsamkeit.
Quellen: paulcamper.de, stern.de
