Der Himmel über Deutschland zeigt sich derzeit von einer ungewöhnlichen Seite. In den vergangenen Nächten tauchten gut sichtbare Polarlichter auf – ein Anblick, der sonst nur aus Skandinavien bekannt ist.
Lichtshow am Himmel
Polarlichter, auch als Nordlichter (Aurora Borealis) bekannt, sind ein gigantisches Lichtspiel der Natur. Aber wie entsteht dieses magische Leuchten eigentlich?
Alles beginnt in etwa 100km Höhe bei der Sonne. Sie schickt ständig elektrisch geladene Teilchen auf die Reise, den sogenannten Sonnenwind. Wenn diese Teilchen mit hoher Geschwindigkeit auf das Magnetfeld der Erde treffen, werden sie zu den Polen geleitet. Dort prallen sie in der Atmosphäre auf Sauerstoff und Stickstoff. Diese Moleküle werden angeregt – und senden dabei Licht aus. So entstehen die typischen grünen, violetten oder rötlichen Schleier, die wir am Himmel sehen.
Gibt es Polarlichter in Deutschland?
Die kurze Antwort: Ja, absolut! Auch wenn man bei Nordlichtern meist an Island oder Norwegen denkt, tanzen sie immer häufiger auch über Deutschland am Nachthimmel. In den vergangenen Nächten waren sie bis zu den Alpen zu sehen.
Es entstanden unzählige, faszinierende Polarlicht-Fotos – und das direkt vom Balkon oder Küchenfenster aus. Früher galt eine Sichtung in unseren Breitengraden als echtes Jahrhundertereignis. Doch da sich die Sonne aktuell in einer Phase extrem hoher Aktivität befindet (wir steuern auf das solare Maximum 2026/2027 zu), haben wir auch hierzulande immer öfter das Glück, das magische Leuchten zu sehen. Am wahrscheinlichsten sind Polarlichter in den Monaten mit langen, dunklen Nächten, bei uns Deutschland also jetzt im Winter.
Polarlicht-Vorhersage für Deutschland
Die Vorhersage von Polarlichtern basiert auf der Beobachtung der Sonnenaktivität und ihrer Auswirkungen auf das Erdmagnetfeld. Ein zentrales Werkzeug für die Vorhersage ist der sogenannte KP-Index. Dieser Wert gibt die geomagnetische Aktivität auf einer Skala von 0 bis 9 an – je höher der KP-Wert, desto weiter südlich können Polarlichter gesehen werden. Für Sichtungen in Deutschland ist in der Regel ein KP-Wert von 6 oder mehr erforderlich. Polarlicht-Apps oder Webseitenzeigen aktuelle Werte und Vorhersagen.
Was brauche ich, um Polarlichter zu beobachten?
- Einen dunklen Ort mit freiem Blick nach Norden
- Fernab von Stadtlichtern (wenig Lichtverschmutzung)
- Offene Horizonte ohne Bäume oder Berge im Weg
- Ländliche Regionen oder Küstenorte sind ideal
- Klarer Himmel
- Wolken sind der größte Feind bei der Polarlicht-Jagd
- Warme Kleidung
- Nächte mit Polarlicht-Potenzial sind oft kalt: Mehrere Schichten, Mütze, Handschuhe und ggf. eine Decke helfen beim Ausharren
- Geduld & Zeit
- Polarlichter können plötzlich auftauchen – oder gar nicht: Geduld ist gefragt
- Optionale Helfer
- Stativ & Kamera: Für Langzeitbelichtungen und Erinnerungsfotos
- Polarlicht-Apps oder Webseiten: Zeigen aktuelle KP-Werte, Bz-Werte & Vorhersagen
Weiterlesen im Blog: Hier gibt es Tipps zum Polarlichter fotografieren.
Quelle: polarlichter-heute.de
