Sirmione ist eines der beliebtesten Ausflugsziele am italienischen Gardasee. Nun will die Gemeinde künftig stärker gegen den Massentourismus vorgehen. Mit einem neuen Aktionsplan soll der starke Besucherandrang besser organisiert werden, um Sicherheit und Lebensqualität für Einwohner und Gäste zu verbessern.
Probleme durch zu viele Besucher
Vor allem an Feiertagen und langen Wochenenden kam es in Sirmione zuletzt immer wieder zu chaotischen Situationen. Tausende Touristen strömten gleichzeitig in die kleine Altstadt, wodurch sich Menschenmengen in den engen Gassen bildeten und die einzige Zufahrtsstraße stark überlastet war. Teilweise konnten Rettungsfahrzeuge nur schwer durchkommen.
Die Stadt am Gardasee reagiert nun mit einem Maßnahmenpaket für die Tourismussaison 2026. Ziel ist es laut der Stadtverwaltung, den Tourismus nicht einzuschränken, sondern ihn besser zu steuern und so sowohl Besucher als auch Einwohner zu schützen.
Fußgängerzone und neue Verkehrsregeln
Das historische Stadtzentrum soll zu bestimmten Zeiten zur Fußgängerzone werden – dies ist ein zentraler Bestandteil des neuen Plans. An stark besuchten Tagen wird der Bereich zwischen 14 und 19 Uhr für Autos gesperrt, damit sich Besucher sicherer bewegen können.
Zusätzlich sind weitere Maßnahmen vorgesehen:
- Ein kostenloser Shuttlebus vom Parkplatz „Grifo“ fährt künftig länger, bis etwa 21 Uhr.
- Reisebusse dürfen nur noch mit vorheriger Reservierung einen bestimmten Parkplatz anfahren.
- Hotels sollen elektrische Golfwagen einsetzen, um ihre Gäste in die Altstadt zu bringen.
- Außerdem sollen mehr Ordnungskräfte und sogenannte „Street Tutors“ eingesetzt werden, die Besucherströme lenken und informieren.
Ziel: Balance zwischen Tourismus und Alltag
Ein Eintritts- oder Reservierungssystem für Tagesgäste – ähnlich wie es in Venedig diskutiert wurde – ist derzeit jedoch nicht geplant. Stattdessen setzt die Gemeinde vor allem auf bessere Organisation und Verkehrslenkung. Erstmals umgesetzt werden soll das Konzept bereits am Ostersamstag.
Damit will Sirmione langfristig ein Gleichgewicht zwischen Tourismus und Alltag schaffen. Der Gardasee-Ort bleibt ein beliebtes Reiseziel, doch der Besuch soll künftig geordneter und sicherer ablaufen.
Quelle: morgenpost.de, rosenheim24.de
