Malta stellt erneut die Kulturhauptstadt Europas. Diesmal ist aber nicht die Hauptstadt Valletta, sondern eine andere Stadt an der Reihe – als entschleunigter Gegenentwurf zum Massentourismus.
Mit nur etwas mehr als 7500 Einwohnern gehört Victoria, die Hauptstadt der maltesischen Insel Gozo, zu den kleinsten Städten, die jemals den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt tragen werden. Nun wurde die Stadt von einer unabhängigen Expertenjury als maltesische Kulturhauptstadt Europas 2031 ausgewählt.
Was die kleine Inselhauptstadt so besonders macht
Eine Festungsstadt auf einem Hügel, enge Gassen, kleine Plätze und knapp 7500 Einwohner: Victoria auf der maltesischen Insel Gozo ist nicht gerade eine Metropole. 2031 könnte die kleine Inselhauptstadt trotzdem in ganz Europa von sich reden machen. Sie hat keinen Strand und keine Klippen, dafür aber eine wunderschöne, geschichtsträchtige Zitadelle.
Für Malta ist die Auszeichnung keine Premiere: Zuletzt trug die Hauptstadt Valletta im Jahr 2018 den Titel Europäische Kulturhauptstadt. Die 5000-Einwohner-Stadt lockte damals mit mehr als 400 Veranstaltungen und zahlreichen Kulturprojekten Besucher aus ganz Europa auf die Mittelmeerinsel. Victoria soll nun an diesen Erfolg anknüpfen, gleichzeitig aber einen eigenen Akzent setzen: Statt Großstadtflair stehen auf Gozo Gemeinschaft, Traditionen und das Inselleben im Mittelpunkt.
Ruhiger, ursprünglicher und grüner
Die Bewerbung überzeugte die Jury insbesondere mit ihrem Fokus auf die besonderen Herausforderungen und Chancen des Insellebens. Geplant sind Kulturprojekte, die Künstler, Wissenschaftler und lokale Gemeinschaften zusammenbringen. Auch touristisch dürfte die Auszeichnung größere Aufmerksamkeit auf Gozo lenken. Besucher erwartet dort eine Mischung aus mediterraner Gelassenheit, barocken Kirchen, traditionellen Festen und der mächtigen Zitadelle von Victoria, die hoch über der Insel thront.
Anders als das geschäftige Malta gilt Gozo als ruhiger, grüner und ursprünglicher. Die Kulturhauptstadt 2031 könnte damit nicht nur Victoria, sondern der gesamten Insel einen weiteren Tourismusschub bescheren.
Quelle: fvw.de
