MSC Cruises plant offenbar eine Investition von rund 450 Millionen US-Dollar in ein neues Kreuzfahrt-Terminal sowie touristische Infrastruktur in Freeport auf der Insel Grand Bahama. Das neue Terminal soll auf dem Gelände der Insel Billy Cay entstehen, nahe der bereits bestehenden Kreuzfahrtanleger im Hafen von Freeport. Mit dem Projekt will die Reederei ihre Präsenz auf den Bahamas deutlich ausbauen und den Standort langfristig stärken.
Öffentlich gewordene Pläne sorgen für Aufmerksamkeit
Normalerweise steuern Kreuzfahrtunternehmen den Zeitpunkt der Veröffentlichung solcher Großprojekte selbst. In diesem Fall machte jedoch der Premierminister der Bahamas, Philip Davis, die Pläne öffentlich. Auf einer Pressekonferenz stellte er die Vorhaben von MSC Cruises vor – im Zusammenhang mit weiteren Infrastrukturprojekten auf den Bahamas. Damit rückte das Projekt früher als erwartet ins öffentliche Interesse.
Aufteilung der Investition: Hafen, Beach Club und Infrastruktur
Nach Angaben des Premierministers sollen etwa 400 Millionen US-Dollar in die Hafeninfrastruktur fließen. Dazu gehören neue Piers, ein modernes Terminalgebäude sowie weitere Einrichtungen für Kreuzfahrtgäste. Weitere 50 Millionen US-Dollar sind für den Bau eines Beach Clubs und die Modernisierung des bestehenden Shopping-Dorfs im Kreuzfahrthafen vorgesehen.
Geplant sind unter anderem neue Anleger für Kreuzfahrtschiffe, eine zentrale „Welcome Plaza“, Geschäfte, Restaurants und Bars, Entertainment-Bereiche sowie Startpunkte für Landausflüge. Ziel ist es, den Hafen von Freeport zu einem attraktiven Erlebnisort für Passagiere zu entwickeln.
Billy Cay als strategischer Standort für neue Hafenprojekte
Die Insel Billy Cay entstand im Zuge der Ausbaggerung des Hafens von Freeport und liegt östlich der bestehenden Kreuzfahrt-Piers sowie südlich der Anlagen der Grand Bahama Shipyard. In der Vergangenheit gab es unterschiedliche Nutzungsideen für das Gebiet: Vor etwa zehn Jahren war dort unter anderem eine CO₂-Rückgewinnungsanlage geplant. Später wurde Billy Cay auch als Erweiterungsfläche für den Containerhafen diskutiert.
Zuletzt war von einem gemeinsamen Projekt der ITM Group, Royal Caribbean und MSC Cruises die Rede, das einen Wasser-Vergnügungspark und neue Hafenanlagen vorsah. Aktuell deutet vieles darauf hin, dass MSC Cruises das Vorhaben nun eigenständig realisieren könnte. Das neue Terminalprojekt reiht sich in eine größere Expansionsstrategie von MSC Cruises auf den Bahamas ein. Bereits zuvor hatte die Reederei angekündigt, ihre Privatinsel Ocean Cay bis 2027 weiter auszubauen. Die Bahamas bleiben damit ein zentraler Baustein der langfristigen Wachstumspläne von MSC Cruises im Karibikraum.
Konkurrenz durch Royal Caribbean und Carnival
Auch andere große Kreuzfahrtanbieter investieren massiv in Grand Bahama. Royal Caribbean soll – Berichten zufolge – ehemalige Resortanlagen südöstlich von Freeport erworben haben, darunter das Grand Lucayan und das Xanadu Beach Resort. Der aktuelle Status dieses Projekts ist allerdings unklar, da die Umsetzung ursprünglich bereits für den Winter 2022 vorgesehen war.
Sollte das Vorhaben weiterhin verfolgt werden, könnte dort ein exklusiver Beach Club entstehen. Royal Caribbean setzt bereits verstärkt auf solche Konzepte und betreibt mit dem „Royal Beach Club Paradise Island“ bei Nassau ein entsprechendes Angebot.
Celebration Cay verstärkt Wettbewerb auf Grand Bahama
Bereits im Sommer 2025 eröffnete Carnival Cruise Line auf Grand Bahama den neuen Beach Club „Celebration Cay“. Das Projekt, das rund 500 Millionen US-Dollar kostete, verfügt über einen eigenen Pier und erinnert konzeptionell an eine Privatinsel. „Celebration Cay“ liegt etwa 25 Kilometer östlich von Freeport und erhöht den Wettbewerb um Kreuzfahrtgäste auf der Insel deutlich.
Quelle: cruisetricks.de
