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    Tourismusmagnet: Japanische Kirschblüten vor dem Fuji
    Japanische Kirschblüten vor dem Fuji
    Tourismus

    Massentourismus: Wenn Traumziele an ihre Grenzen stoßen

    Von Katharina Kirsch11. Februar 2026

    Immer mehr beliebte Reiseziele kämpfen mit den Folgen des Massentourismus. Ob in Japan, Italien oder Südtirol – die wachsenden Besucherzahlen bringen wirtschaftliche Impulse, aber auch erhebliche Belastungen für Mensch und Umwelt.

    In Japan hat der Andrang nun ein prominentes Opfer gefordert: Die Stadt Fujiyoshida am Fuß des Mount Fuji sagte ihr jährliches Kirschblütenfest ab. Mit der Entscheidung wolle man „die Würde und das Lebensumfeld der Bürger schützen“, erklärte der Bürgermeister. Der Mount Fuji ist eines der bekanntesten Wahrzeichen des Landes und zieht jedes Jahr Millionen Reisende an. Allein das Frühlingsfest zur Kirschblüte verzeichnete im vergangenen Jahr rund 200.000 Gäste.

    Für viele Einheimische wurde der Besucheransturm zunehmend zur Belastung. Anwohner berichten von starkem Verkehr, achtlos weggeworfenem Müll und Touristen, die unerlaubt Privatgrundstücke betreten – teilweise sogar, um dort ihre Notdurft zu verrichten. Zwar bleibt der Park mit Aussicht auf den Fuji während der Kirschblüte geöffnet, doch das offizielle Festival findet nicht statt. Dennoch rechnet die Stadt trotz der Absage mit zahlreichen Gästen. Auch andere Orte wie Kyoto kämpfen seit Jahren mit überfüllten Straßen und rücksichtslosem Verhalten einzelner Besucher. Insgesamt erlebt Japan einen historischen Tourismusboom: 2025 reisten rund 42,7 Millionen Menschen ins Land – so viele wie noch nie.

    Ähnliche Entwicklungen zeigen sich in Europa

    Auf der italienischen Insel Capri leben nur etwa 13.000 Menschen, doch in der Hochsaison strömen täglich bis zu 50.000 Touristen auf die Insel. Überfüllte Häfen, Aussichtspunkte und historische Sehenswürdigkeiten sind die Folge. Der Gemeinderat hat nun einstimmig strengere Regeln beschlossen: Künftig dürfen nur noch organisierte Reisegruppen mit maximal 40 Personen an Land. Reiseleiter mit Gruppen von mehr als 20 Personen dürfen im Hauptort keine Lautsprecher mehr benutzen, sondern müssen über Funkkopfhörer kommunizieren, um Einheimische vor Lärm zu schützen. Der Leiter des örtlichen Handelsverbands, Lorenzo Coppola, bezeichnete die Maßnahmen als „unverzichtbares Mittel zur Entlastung“.

    Massentourismus verstärkt durch Instagram und TikTok

    Auch St. Magdalena, vom Magazin „Geo“ zum „wohl schönsten Dorf Südtirols“ gekürt, wird inzwischen von Touristen überrannt. Besonders in sozialen Netzwerken verbreiten sich Bilder des Ortes rasant. Laut Bürgermeister Peter Pernthaler begann der starke Andrang, nachdem ein chinesischer Telekom-Konzern mit dem Alpenpanorama geworben hatte. Heute verstopfen Busse regelmäßig die engen Straßen, selbst Reisebüros aus Verona bieten Tagesausflüge an. Parkplätze sind schnell belegt, häufig wird wild geparkt.

    Was können wir tun?

    Die Beispiele zeigen: Massentourismus ist ein weltweites Phänomen. Städte und Gemeinden reagieren mit Absagen, Regeln und Einschränkungen, um die Lebensqualität der Bewohner zu schützen. Doch auch Reisende selbst können Verantwortung übernehmen – indem sie Rücksicht auf Einheimische nehmen, Regeln respektieren, keinen Müll hinterlassen, Privatgrundstücke achten und sich umsichtig im öffentlichen Raum bewegen. So kann Reisen auch in Zukunft für alle ein Gewinn bleiben.

    Quellen: travelnews.ch, tagesschau.de, spiegel.de

    Massentourismus Overtoursism
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