Die Bundesregierung wird nun ein weiteres Vorhaben des Koalitionsvertrags umsetzen. So soll schon zum 01. Juli 2026 die Luftverkehrssteuer deutlich sinken.
Finanzielle Entlastung pro Passagier
Konkret bedeutet dies eine finanzielle Entlastung pro Passagier bei Inlandsflügen von zuvor 15,53 Euro auf 13,03 Euro, bei Mittelstrecken von 39,34 Euro auf 33,01 Euro und bei Langstreckenflügen von 70,83 Euro auf 59,43 Euro. Ob allerdings diese Kostensenkung auch beim Passagier ankommt, wird davon abhängig sein, wie die Airlines darauf reagieren und ob sie die Kostenminderung auch an die Passagiere weitergeben.
Seitens der Bundesregierung heißt es, dass man nicht von einer Entlastung der Flugkosten für den einzelnen Passagier ausgeht. Der eigentliche Zweck dieser Senkung sei es, den Standort Deutschland für Airlines wieder interessanter zu machen. Denn die Gebühren für Flugsicherung und Luftsicherheit sowie eben auch für die Luftverkehrssteuer hierzulande hätten sich gegenüber 2019 insgesamt mehr als verdoppelt. Das hat Deutschland als Standortpositionierung für die Airlines deutlich unattraktiver gemacht hätte.
Die geplante Senkung der Luftverkehrssteuer wird dem Bund dann alleine 2026 rund 185 Millionen Euro Verlust kosten. Geplant ist diesen Verlust gegenzufinanzieren, in dem ab 2027 an anderer Stelle im Etat des Verkehrsministeriums eingespart wird.
Zweck der Luftverkehrssteuer
2024 hatte die Ampelkoalition unter Bundeskanzler Olaf Scholz die Luftverkehrssteuer um fast ein Fünftel erhöht, um damit die damals nicht eingeführte Kerosinsteuer auszugleichen. Eingeführt wurde die Luftverkehrssteuer 2011 unter der Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel aus CDU/CSU und FDP. Die Steuer war damals Teil eines umfassenden Sparpakets nach der Finanzkrise sowie zugleich ein umweltpolitischer Lenkungsprozess.
Eine Untersuchung des ADAC 2025 ergab, dass im internationalen, aber besonders im europäischen Bereich, Flüge ab Deutschland deutlich teurer sind.
Unabhängig von der Luftverkehrssteuer einen günstigen Flug finden:
- Buchungszeitpunkt: Der geplante Flug sollte nicht zu spät gebucht werden. Eine Faustregel dabei lautet je früher, desto besser! Für Flüge innerhalb Europas gelten rund 8 Wochen und für Fernflüge ca. 3 bis 6 Monate als ideal.
- Flexibilität: Wer am Dienstag, Mittwoch oder Samstag fliegen kann, hat „bessere Karten“ auch ein billigeres Ticket zu erwerben als beispielsweise am Wochenende. Wichtig ist dann bei der Suchfunktion „Gesamter Monat“ einzustellen, um einen umfassenden Überblick zu den günstigsten Preisen zu bekommen.
- Alternative Flughäfen & Airlines: Wer sich nicht auf einen bestimmten Flughafen oder eine bestimmte Airline fixiert, derjenige oder diejenige hat ebenfalls bessere Chancen, einen günstiges Flugangebot zu erwischen. Dabei müssen Billigflieger nicht zwangsläufig auch die günstigste Option sein.
Quelle: handelsblatt.com, bundestag.de, presse.adac.de
